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Natur des Jahres - 2006

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Hinweis in eigener Sache:
Die Naturseiten von 2001 bis 2006 wurden meiner stillgelegten Duisburger Website www.WedauLink.de entnommen. Für die Veröffentlichung bzw. Nutzung aller fremden Bildmaterialien verfüge ich persönlich über die entsprechenden Genehmigungen, die ich gelegentlich - soweit möglich - wieder erneuern werde.

Bitte beachten:
Alle Bilder stehen unter Copyright. Dies gilt auch für die bisher in Medien (Natur-/Koch-/ sonstige Bücher, Zeitschriften, Magazine, Newsletters, Stadtpläne), bei Behörden und Institutionen im In- und Ausland veröffentlichten Texte und Fotos.

Vogel des Jahres 2006 - der Kleiber (Sitta europaea)

Ein Plädoyer für den Schutz naturnaher Eichen- und Buchenwälder:
Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und der Landesbund für Vogelschutz (LBV) in Bayern kürten am 07.10.2005 den kleinen Singvogel, der Baumstämme kopfüber hinunter läuft, zum Vogel 2006.
„Mindestens acht Prozent der europäischen Kleiberpopulation lebt in Deutschland. Damit hat Deutschland eine zentrale Verantwortung für die Art und ihren Lebensraum mit höhlenreichen Altholzbeständen und strukturreichen, lichten Laub-, Laubmisch- und Nadelwäldern. Diese sind gleichzeitig ein Wasserspeicher und nehmen sehr viel Kohlendioxid aus der Luft auf. Eine sorgsame Behandlung des Kleiberlebensraums ist damit auch ein gesellschaftlicher Beitrag zum Hochwasser- und Klimaschutz." (Zitat LBV-Vorsitzender Ludwig Sothmann).
NABU-Vizepräsident Opitz: Der Kleiber benötige ältere Bäume, in denen er nisten könne, eine nachhaltige Forstwirtschaft sei damit gleichzeitig der beste Schutz für den Kleiber.

"Kleiber": Der Singvogel klebt (oder kleibert) den Eingang seiner Bruthöhle mit einer Mischung aus Lehm und Speichel passend für seine Körpergröße zu.

Pressefoto Kleiber, NABU / M. Delpho  

Nach Schätzungen gibt es derzeit etwa 600 000 bis 1,4 Millionen Brutpaare in Deutschland. Bezeichnungen: European Nuthatch (GB), Sittelle torchepot (F), Picchio muratore (I). Verbreitung: Europa, Asien, Nordwest-Afrika.

"Kleiber nisten in natürlichen Spalten oder Nisthöhlen, die von Spechten oder anderen Vögeln verlassen wurden. Das Nest wird mit Rindenstücken, Haaren, Gras und Federn ausgekleidet. Ist der Eingang der Bruthöhle zu weit, wird er mit einer Mischung aus Lehm und Speichel bis auf die Körpermaße der Vögel, etwa 35 mm, zugemauert. Dieser Eigenart verdankt der Vogel auch seinen Namen.
Bereits im Februar vernimmt man den lauten, langgezogenen, Flötenton der Männchen. Das Weibchen legt im April oder Mai sechs bis acht rotbraun gefleckte Eier. Verläßt der Vogel seine Nisthöhle auch nur für kurze Zeit, deckt er die Eier mit Blättern zu. Die Brute dauert im Schnitt zwischen 14 und 15 Tagen, die Jungvögel bleiben nach dem Schlüpfen noch 22 bis 25 Tage im Nest. Beim Ausfliegen sind die jungen Kleiber schon sichere Flieger. Da der Kleiber bei uns eine der am frühesten brütenden Arten ist, können späte Fröste zum Tode der gesamten Brut führen. Eine zweite Brut wird in der Regel nicht versucht. Die ältesten beringten Vögel erreichten ein Alter von 9 Jahren.

Kleiber leben zur Vegetationszeit hauptsächlich von Insekten und Spinnen, zum Herbst hin auch von Samen verschiedener Laub- und Nadelbäume und von Sonnenblumen. Lieblingsnahrung der Kleiber sind allerdings Maden, weswegen sie auch oft Spechtmeisen genannt werden. Um Nüsse zu öffnen, bedienen sich Kleiber einer besonderen Technik. Sie klemmen die Nuß in eine Baumspalte oder Rindenritze und hämmern dort die gegen verrutschen gesicherte Nuß auf. Beim Klettern setzt er die Füße nicht neben- sondern übereinander. Er kann dadurch sowohl aufwärts als auch abwärts klettern."

 

Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung von Didier Collin:
sittelle torchepot von Didier Collin
 
Didier Collin

Website von Jörg Förster: Faszination Natur
(veröffentlicht 2006 mit freundlicher Genehmigung von Herrn Förster)

Kleiber am Nestloch: Fütterung der Jungvögel
Jörg Förster, Digifotos, Kleiber

Website von Christian Lübke: "Augenblicke eingefangen - Tierbilder aus Mecklenburg-Vorpommern"
   

Der verschwundene Wald
(Eric Reine)

Über Nacht war der Wald ganz weiß geworden. Weiß und weich war der Boden, weiß glitzerte es von den Ästen und Zweigen, und weiß waren auch die Wiesen und Hänge. Die jungen Hasen, die das zum erstenmal erlebten, waren sehr erstaunt und versuchten, dieses ,,Weiße" zu fressen. Aber es schmeckte ihnen nicht. Ganz und gar nicht. Auch die Mäuschen, als sie aus ihren Löchern kamen, waren nicht begeistert, denn sie versanken tief in der lockeren weißen Masse, die da plötzlich alles bedeckte. Die Vögel hielten eine Versammlung ab, um zu beraten, was jetzt zu tun sei, denn man konnte ja fast kein Futter mehr auftreiben.
Ein Teil beschloß, in die Dörfer und Städte hinunterzufliegen und sich dort irgendwie zu verköstigen, ein anderer Teil aber blieb im Wald und begann die Fichten- und Tannenzapfen zu plündern. Alle konnten das nicht, da mußte man schon so gut darauf eingerichtet sein wie die Spechte und Kleiber.
Am allerbesten verstand sich der Kreuzschnabel darauf. Der war den ganzen Sommer hindurch in der weiten Welt umhergezogen, aber jetzt fand er es hier wunderschön und begann sogar ein Nest zu bauen für seine Kinder, denn nie im ganzen Jahr gab es für ihn wieder so viel Futter wie gerade jetzt, und das mußte man doch ausnützen. Die rotbauchigen Gimpel verzogen sich aus dem Bergwald, auch die dicken Grünfinken und die Meisen flogen ins Tal hinab. Selbst der blaugraue Kleiber machte ab und zu einen kleinen Ausflug zu den Menschen.
Eines Tages aber kam er ganz aufgeregt zurück. „Denkt euch nur, die Menschen bauen mitten in der Stadt einen Wald!" Der große Buntspecht, der eben einen großen Föhrenzapfen zwischen zwei Äste eingeklemmt hatte, begann zu lachen, dass es im ganzen Wald zu hören war. „Was willst du uns denn da wieder für eine Dummheit erzählen?" sagte er und lachte immer wieder. „Wie kann man denn einen Wald bauen, du Dummkopf!" Der Kleiber war sehr gekränkt und sagte nichts mehr. Am nächsten Tag aber kam eine Blaumeise und holte ihre Familie. Sie wollten übersiedeln, sagte sie. In der Stadt unten sei ein prächtiger Fichtenwald gewachsen, und da könne man viel besser wohnen als hier; auch seien die guten Futterplätze gleich zur Hand.

Da wurden die anderen Vögel doch stutzig, und alle, mit Ausnahme des Kreuzschnabels, der ja gar nichts anderes haben wollte, und des Spechtes, der ungläubig blieb, flogen auf und davon, um sich den neuen Wald anzuschauen. Am Abend kamen sie zurück und erzählten Wunderdinge von dem schönen Wald mitten in der Stadt und den vielen Lichtern rundherum, dass der Specht zornig wurde und sich in seine Baumhöhle zurückzog, um diesen „Dummheiten", wie er meinte, nicht länger zuhören zu müssen. Viele der Vögel aber beschlossen, sofort auszuwandern, andere wollten noch etwas abwarten. Aber als alles gut ging, zogen in den nächsten Tagen immer mehr in die Stadt, selbst die Maus, die in der Nähe der alten Tanne wohnte, übersiedelte. Immer einsamer wurde es im Wald, nur der Specht lachte laut und hämmerte wild an den Stämmen.

So verging einige Zeit im Dezember. Da waren eines Tages ein paar Haubenmeisen und der Kleiber wieder da. Der Wald da unten, erzählten sie, würde immer kleiner, und sie hätten keinen Platz mehr. Am nächsten Tag kamen weitere Auswanderer zurück. Der Specht, ob wohl er doch der Erfahrenste im ganzen Walde war, verstand das Ganze nicht mehr. Als aber dann alle anderen Vögel wieder zurückkamen, entschloß er sich zu einer Besichtigung der sonderbaren Sache und nahm sich einen Kleiber als Führer mit. Doch sie konnten diesen seltsamen Wald nimmer finden. Wie ein Spuk war er verschwunden. Der Specht sagte, er hätte an den „Schwindel" ohnehin nie geglaubt, aber der Kleiber war beleidigt und suchte und suchte. Endlich fanden sie einen einzigen Baum - dieser aber stand in einer Wohnung, war ganz bunt geworden, und Lichter brannten an seinen Ästen. Da fing der Specht wieder zu lachen an und flog nach dem Wald zurück. „Ihr Dummköpfe", sagte er zu den Vögeln, „euer Wald, das waren doch Weihnachtsbäume!"

 



Links zu diesem Thema:

www.nabu.de Bauanleitung für Nistkästen
www.nabu.de Schöne und informative Broschüre über den Kleiber
www.oiseaux.net Hier finden Sie sehr schöne Vogelbilder
www.faszination-natur.net Schöne Fotos von Jörg Förster
www.andreasholgerklein.de Wunderschöne Kleiberfotos von Andreas Holger Klein

Blume des Jahres 2006 - Das Wiesenschaumkraut
(Cardamine pratensis)

Die Stiftung Naturschutz Hamburg und Stiftung zum Schutze gefährdeter Pflanzen (Kurzbezeichnung „Stiftung Natur und Pflanzen“) hat am 13.10.2005 das Wiesenschaumkraut zur Blume des Jahres 2006 gewählt. Entwässerungsmassnahmen gefährden die derzeit noch bundesweit u.a. auf Feuchtwiesen anzutreffenden Blume. Nach Angaben der Stiftung ging in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern der Bestand bereits merkbar zurück. Die Art wurde in die Rote Liste als gefährdet eingestuft.
 

Website von Hans-Wilhelm Grömping: Natur Lexikon

copyright Hans-Wilhelm Grömping

Fotos von Marianne Wiora: www.gartenspaziergang.de

Marianne Wiora's Wiesenschaumkraut

Das Wiesenschaumkraut blüht im Frühjahr. Am Ende der bis zu 50 bzw. 60 cm hohen Stängeln sitzt die Blütentraube mit blasslila, weißen oder blassrosa Blütenständen. An diesen Wiesenblumen sowie an Grashalmen, manchmal auch an Zierpflanzen und -gehölzen kann man dann Schaumgebilde erkennen. Die Schaumnester werden auch Hexenspucke oder Kuckucksspucke genannt und in manchen Gegenden heißt das Wiesenschaumkraut fälschlicherweise Kuckucksblume.

 

Wer spuckt denn nun auf die Blumen?

Dem Kuckuck wird unterstellt, er sei der Übeltäter. Früher nämlich hörte man seinen Ruf zu Beginn des Frühjahrs und zeitgleich bildeten sich diese Schaumnester. Produzent sind jedoch die Schaumzikaden (Cercopidae), von denen es weltweit über 1000 Arten gibt. Die bekannteste heimische Art ist die Wiesenschaumzikade (Philaenus spumarius). Mit ihrem langen Saugrüssel zapft sie an bestimmten Stellen den Pflanzensaft ab und sitzt dort lange Zeit still. Dadurch wäre vor allem die flugunfähige Larve eine leichte Beute, wenn sie sich nicht mit Schaum bedecken würde. Mit einer Atemhöhle am Bauch pumpt sie in ihre Ausscheidung, eine eiweißhaltige Flüssigkeit, Luftbläschen.

 

Diese Aufnahme stammt von Wolfgang Kairat; leider ist sie nicht mehr bei der Fotocommunity zu finden:
"Wie die Zikade den Schaum macht" beschrieb er dort anschaulich.

Hier sehen Sie eine Aufnahme von Rainer Schwarzkopf:
"Schaumschläger" - das Foto existiert auch nicht mehr!
Und hier ist noch ein schönes Foto von Walter Müller:
"Vollkommenheit, aus Schaum geboren"

Die Schaumzikade kann dunkelbraun mit hellem Rand und orangem Kopf sein oder auch durchgehend grünlich-grau gefärbt mit dunklen Mustern. Sie verfügt über einen einzigarten Katapult-Mechanismus und springt bis zu 70 cm hoch. Vor dem Sprung richtet sie mit ihren vorderen und mittleren Beinen zuerst den Oberkörper auf und bringt ihn in Position. Die kraftvollen Muskeln der Hinterbeine entsprechen ca. 11 % des gesamten Körpergewichts. Sie speichern Energie und geben diese wie ein Katapult explosionsartig frei.

 

 
Und noch ein Foto-Vierer von Walter Müller:
" Oben links sind kopulierende Wiesenschaumzikaden und unten links ist eine
Larve dieser Art, während die rechte Larve von der Weidenschaumzikade ist."

 

Für wen ist das Wiesenschaumkraut wichtig?

Für den hübschen Aurorafalter, weiß mit orangefarbenem Flügelfleck. Die Pflanze ist für ihn lebenswichtig, denn davon er ernährt sich fast ausschließlich. Seine Eier legt er an der Blattunterseite ab.

 

 
Hans-Wilhelm Grömping: Aurora-Weibchen
Aurora-Männchen:

 

Wichtig ist es ferner für die Schamanen: Das Wiesenschaumkraut als Pflanze hilft den Kontakt zu den Ahnen aufzunehmen.
Für die Volksmedizin, die Wiesenschaumkraut als Kompressen bei Rheumaschmerzen oder als Tee zur Stärkung der Gesundheit und Steigerung des Wohlbefindens empfiehlt.
Für die Küche: Wildkräuter-Rezepte u.a. für Wiesenschaumkraut-Senf aus den Blüten, hergestellt mit Weinessig, Honig und Senfkörnern.

Hierauf sollte man jedoch besser verzichten, denn Wiesenschaumkraut gehört zu den gefährdeten Pflanzen.

Links zu diesem Thema:

www.natur-lexikon.com Natur-Lexikon von Hans-Wilhelm Grömping
www.arthropods.de Alles über Schaumzikaden
www.e-stories.de Muttertags-Gedicht "Wiesenschaumkraut" von Dieter Christian Ochs
www.gartenspaziergang.de Schöne Fotos
de.wikipedia.org Alles über das Wiesenschaumkraut
www.heilfastenkur.de Wiesenschaumkraut
www.gartendatenbank.de Cardamine pratensis
www.wissenschaft-aktuell.de Meldungen
 

Nutztier des Jahres 2006 - Das Deutsche Sattelschwein

Die GEH Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. hat das Deutsche Sattelschwein wie bereits 1990 zum Nutztier des Jahres 2006 wiedergewählt.

Fotoquelle ©: Bioland
Bioland - Sattelschwein

Auf der ganzen Welt gibt es eine Vielzahl von Schweinerassen, die nach den jeweiligen Bedürfnissen der Menschen gezüchtet werden. Wurden in Deutschland z.B. nach dem Zweiten Weltkrieg Schweine mit hohem Fettanteil bevorzugt, so passte sich die Zucht nach den 50-er Jahren dem Trend nach geringeren Fettgehalten an: Die Sattelschweinzucht kam um 1991 fast zum Erliegen. Heute gibt es nach Angaben der GEH nur noch Einzelbestände in Nord- und Ostdeutschland. Bundesweiter Gesamtbestand: 200 Tiere.

Erstmals wurde vermutlich im 18. Jh vor allem in England gezielt mit der Rassenzucht begonnen: Um 1770 entstand die erste moderne Schweinerasse "Leicester", einige Dekaden später kamen Small White und Essex und Mitte des 19. Jh Large White und Middle White. Deutschland: 1874 wurde der Rassenaufbau mit Marsch-, Land- und Hausschwein + englische Rassen angegeben.

In den 20-er Jahren begannen die Bauern des heutigen schleswig-holsteinischen Landstrichs Angeln mit der organisierten Zucht. Ein Landwirt reiste 1926 nach England und erwarb dort eine besonders fruchtbare und widerstandsfähige Wessex-Saddleback-Sau zwecks Kreuzung mit der Angler Landrasse. Seit 1929 wird das Angler Sattelschwein im Herdbuch aufgeführt und 1937 bzw. 1941 als eigenständige Rasse anerkannt. Es hatte die höchsten Ferkelaufzuchtraten innerhalb der deutschen Rassen, die Tiere brachten einen hohen Milchertrag, waren anspruchslos und robust und eigneten sich für alle Arten der Haltung. Ende der 50-er Jahre gaben die Züchterverbände die Rassenvielfalt auf. Sie hatten nur noch ein Ziel: ein Fleischschwein zu züchten. Viele Zuchtverbände wurden Ende der 60-er aufgelöst, darunter auch der Verband der Angler Sattelschweine. Eine Zeitlang galten die Angler Sattelschweine als ausgestorben. 1992 erwarb ein Förderverein die Staatliche Genreserve von 50 Sauen einer Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) in Sachsen.

Das Sattelschwein erhielt seinen Namen von seiner weißen Schulterpartie auf der schwarz pigmentierten Haut, dem Sattel. An seinem äußeren Erscheinungsbild werden heute u.a. folgende Anforderungen gestellt: Mittellanger Kopf mit mäßig eingesatteltem Gesichtsprofil, die Stirn zeigt in der Regel eine Runzelung, Schlappohren, nicht unter 14 Zitzen, unterschiedlich große Bereiche des Vorder- und Hinterhands schwarz (Haut und Haare), Mittelhand weiss (Haut und Haare), Gliedmaßen können auch weiss sein, der Farbübergangsstreifen zeigt weiße Haare auf schwarzer Haut, durchschnittlich 10 Ferkel pro Wurf. Tiere, die Blesse oder schwarze Punkte aufweisen oder ganz schwarz sind, gehören nicht zu den Angler Sattelschweinen.

Sattelschweine werden auch in landwirtschaftlichen Betrieben, meist Biohöfen, gehalten, die deren Fleisch- und Wurstprodukte vermarkten.


Links zu diesem Thema:
www.geh.de Beitrag von Sandra Nickels: "Von der Domestikation der Schweine zur Entwicklung der heutigen Rassen in Deutschland" 
www.arche-warder.de Der Tierpark Arche Warder ist der "größte Tierpark für seltene und vom Aussterben bedrohte Haustierrassen."
www.schweinefreunde.de Vereinsziel: "das Ansehen der Schweine in der Öffentlichkeit zu verbessern sowie aktiv für den Schutz und die artgerechte Haltung der Schweine einzutreten"
www.landhaus-unewatt.de Historisches Gasthaus bietet Gerichte vom Angler Schwein aus biologischer Haltung an. (Unewatt liegt 13 km östlich von Flensburg.)
www.biohof-spannbrueck.de  Der Biohof liefert regional "frisches Biofleisch und Biowurst vom Angler Sattelschwein direkt vor die Haustür"  
www.zuchtschweine.de  "Hier finden Sie alles rund ums Schwein in Brandenburg"
www.vieh-ev.de  "Die aktive Seite für Initiativen zur Erhaltung alter und gefährdeter Nutztierrassen"  
www.bioland.de

Bioland - Ökologischer Landbau

button www.agrarnetz.com E-Book "Schweinemast & Schweinefütterung"


Baum des Jahres 2006 - Die Schwarzpappel
(Populus nigra L.)

Das Kuratorium Baum des Jahres ruft jedes Jahr eine Baumart zum Baum des Jahres aus, um diese mit Hilfe der Medien in das öffentliche Interesse zu rücken. Möglichst vielen Bürgern soll der Baum näher gebracht werden, ein Problembewußtsein soll entstehen und die Bereitschaft geweckt werden, aktiv zu Lösungen beizutragen.

Fotos (©): Valerius Hooge, Büro für Forstökologie - Naturfotoagentur
Schutzgemeinschaft Deutscher Wald e.V.

 

 

 
Mächtige Schwarzpappel auf Rügen
veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung des Fotografen: © Markus Senn, Schweiz
Schwarzpappel auf Rügen von Markus Senn
Schwarzpappel auf Rügen von Markus Senn

Die Schwarzpappel wurde gewählt, denn sie ist (Zitat von der Website der privaten Initiative zur Erhaltung und Vermehrung des Waldes "Wald in Not":) "... in Deutschland in den Roten Listen der Farn- und Blütenpflanzen bundesweit als gefährdet eingestuft. Der Hauptgrund liegt zum einen in der Vernichtung der natürlichen Lebensräume entlang der Flüsse und zum anderen in der künstlichen Einbringung konkurrenzstarker fremdländischer Pappelarten, die die einheimische Schwarzpappel verdrängen."
In Deutschland wurden von den Landesforstverwaltungen nur noch ca. 3.000 Altbäume gefunden.

Die Schwarzpappel wird 100 - 150 Jahre alt, manchmal 300 Jahre. Die Rinde ist dunkelgrau bis schwarz, daher der Name. Typisch sind Wasserreiser, Maserknollen und unregelmäßige Kronen. Die Blätter an der Schwarzpappel sind an den Kurztrieben rhombisch, an den Langtrieben eierförmig. Die Pappel ist zweihäusig, d.h. es gibt Bäume mit weiblichen ODER männlichen Blüten, die sich vor dem Blattaustrieb im April/Mai entwickeln. Die männlichen Kätzenblüten tragen 10-30 purpurrote Staubbeutel. Die gelb-grünen weiblichen Kätzchen haben ca. 50 Einzelblüten. Ende Mai platzen die Fruchtkapseln auf und winzig kleine, haarige Samenkörner werden durch den Wind wie weiße Wolle weitergetragen. Diese Samen sind nur 8 Tage in einem feuchten, sandigen Rohboden keimfähig. Eine andere Art der Vermehrung stellen Astabsprünge (gesunde Triebe werden in Trockenzeiten zwecks Eindämmung der Verdunstung abgeworfen), Stockausschläge (Pflanzen sind nie vollkommen ausgewachsen. Nach dem Abholzen schlagen bei einigen Baumarten aus dem verbleibenden Stock zur Verjüngung Triebe aus) und Wurzelbrut (Vegetative Vermehrung, bei der oberflächennahe Seitenwurzeln ausschlagen) dar.

Wie unterscheidet man die echte Schwarzpappel von anderen bzw. gekreuzten Arten?
Die echte Schwarzpappel ist mit Ausnahme von Skandinavien, Schottland, Irland und Nordrußland in ganz Europa verbreitet. In Deutschland gibt es nur noch wenige Bestände an Rhein, Elbe und Oder. Sie wird oft mit anderen Arten verwechselt und die Bestimmung ist nicht einfach, aber mit Hilfe von Isoenzymmustern eindeutig möglich. Detaillierte Angaben findet man auf der Website des Informationszentrums Biologische Vielfalt IBV, siehe nachstehenden Themenlink. Hinsichtlich der Schwarzpappel in Brandenburg wird dort ausführlich u.a. über die Geschichte des Pappelanbaus, den natürlichen Standort, die Bestimmungsmerkmale, das Vorkommen an Oder, Elbe und Havel, Formen natürlicher Entwicklung, Gefahren etc. berichtet. Die heutigen Pappelwälder in Fluss- und Bachniederungen sind zumeist künstlich angepflanzt und bestehen aus speziell gezüchteten, anderen Pappelsorten.

Der Verein Bielerseeschutz setzt sich seit 1933 für die Erhaltung der wertvollen Natur- und Kulturlandschaft rund um den Bielersee ein. Die Schwarzpappel ist eines der laufenden Projekte des Vereins.
Zitat aus "Förderung der Schwarzpappel": "Die Schwarzpappel populus nigra, einst ein typischer Baum unserer Auen, gilt heute als seltene Art. Aufgrund der Gewässerregulierung und der Kreuzung mit standortfremden Zuchtpappeln kann sich die Schwarzpappel nicht mehr selbst verjüngen und droht auszusterben. Bereits 1995 startete der VBS deshalb ein Projekt zur Förderung der Schwarzpappeln am Bielersee.
Ziel der Bemühungen ist, die noch vorhandenen Bäume zu erfassen, die Zuständigen über die Schutzwürdigkeit aufzuklären und an geeigneten Standorten wieder Schwarzpappeln anzupflanzen."

© Das Forstingenieurbüro Iseli & Bösiger in Biel, Schweiz, hat freundlicherweise folgende schönen Fotos der stillgelegten Bieler Website www.vereinbielerseeschutz.ch zur Veröffentlichung bei WedauLink genehmigt:

Schüssmündung Biel, Verein Bielerseeschutz
Strandbad Nidau, Verein Bielerseeschutz
Uferwald von Erlach, Verein Bielerseeschutz
Mächtiger Stammfuss und tiefrissige Rinde, Verein Bielerseeschutz
Schwarzpappel, Verein Bielerseeschutz
weibliche Blüte, Verein Bielerseeschutz
Erlenwäldli Nidau, Verein Bielerseeschutz
 

 

Wald-Wertpapier
Zitat aus www.wald-in-not.de: Wald steht u.a. für "... gesunde Luft und sauberes Wasser, weniger Lärm, Schutz vor Hochwasser und Lawinen, ein ausgeglichenes Klima, einen nachwachsenden Rohstoff und manches mehr. Insgesamt: mehr Lebensqualität." Die Stiftung Wald in Not hat in den letzten Jahren ca. 2,5 Mio. Bäume gepflanzt, d.h. 425 ha Wald erhalten oder neu geschaffen. Sie gibt ein "Wald-Wertpapier" heraus: Bereits mit einer Spende von 25 Euro können 5 Bäume angepflanzt werden. Und einen Spenden-Quittung gibt es natürlich auch, siehe Link zum Thema.

Helfen Sie mit, den Wald zu erhalten!


Links zu diesem Thema:

www.sdw.de Schutzgemeinschaft Deutscher Wald e.V.
www.wald-in-not.de Zukunftsinvestition Wald - das "Wald-Wertpapier"
www.rk26.de Virtuelle Blattsammlung von Ringo Sasse u.a.
www.genres.de Die Schwarzpappel in Brandenburg - eine Informationsschrift des Informationszentrums Biologische Vielfalt, seit 01.12.2005 Referat 513 der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung BLE
www.illustratedgarden.org Rare Books from the MBG Library: Illustration of Populus nigra L. 56
www.dresden-online.de Babisnauer Pappel

Orchidee des Jahres 2006 - Die Breitblättrige Stendelwurz
(Epipactis helleborine (L.) Crantz)

Die AHO, Arbeitskreise Heimische Orchideen in Deutschland, wählte für 2006 die Breitblättrige Stendelwurz zur Orchidee des Jahres, da deren Bestände durch Beeinträchtigungen ihrer durchaus unterschiedlichen Lebensräume zurückgehen.

Bezeichnungen:
Der Name ist (Zitat Wikipedia:) "... eine wörtliche Übersetzung eines früheren Synonyms dieser Orchideenart (Epipactis latifolia (L.) All. 1785)." Die Breitblättrige Stendelwurz wird auch Breitblättrige Sumpfwurz oder Breitblättrige Sitter (TLUG - Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie) genannt. In Belgien heisst er auch "Brede Wespenorchis".

Die Orchidee ist ca. 20 cm bis 100 cm hoch, der kahle und kräftige Stengel hat am unteren Ende ovale 4 cm bis 10 cm breite Blätter. Ende Juli bis Ende August blüht sie weißrosa bis grünlich. Die Bestäubung erfolgt oft durch Faltenwespen. Besucht ein Insekt eine Blüte dieser Waldorchidee, heftet sich das einzige Staubblatt (Pollinium) mit Hilfe eines kugelförmigen Klebkörpers (Viscidium) an dem Insekt fest und wird als Ganzes aus seinem Fach gezogen. Nach der Bestäubung entwickeln sich die Kapselfrüchte, die die Samen im August/September fallen lassen.
Abhängig von den jeweiligen Standortbedingungen verändert sich das Erscheinungsbild der Stendelwurz, siehe auch www.guenther-blaich.de : größer-kleiner, viele Blüten-wenige Blüten etc.


 
Breitblättrige Stendelwurz auf der Ehrenbürg

Quelle: http://walberla.de:
"Das nördliche Jurahochplateau zwischen Bamberg im Westen, Forchheim im Süden und Bayreuth im Osten bildet mit den tief eingeschnittenen Tälern der Wiesent und ihrer Nebenarme eine äußerst reizvolle Landschaft, die "Fränkische Schweiz". Als wuchtiger geologischer Zeugenberg lagert der felsige Inselklotz der Ehrenbürg etwa sieben Kilometer östlich von Forchheim vor der Wiesentalb."

Fotos: Adolf Riechelmann, 1. Vorsitzender AHO Bayern

Quelle: http://walberla.de:
Artikel von Adolf Riechelmann und Adolf Zirnsack:
" Von der Häufigkeit der Wuchsorte her kann man die Breitblättrige Stendelwurz als die verbreitetste Epipactis-Art der Ehrenbürg bezeichnen. Mehr als 250 Pflanzen fanden wir an über 20 Standorten rund um das Gipfelplateau. Sie besiedelt beinahe alle Waldgebiete des Walberla, ihr soziologischer Anschluß beschränkt sich aber nicht auf einen bestimmten Waldtyp; ... "

"Auffallend ist auch bei Epipactis helleborine der hohe Anteil steriler Pflanzen; er liegt im Bereich der Ehrenbürg zwischen 40 und 50 Prozent. Sie benötigt lichte bis halbschattige Wuchsorte, die sie in der Regel in den Randzonen der Wälder, den Lichtungen und an den Wegrändern findet. An ihr weniger zusagenden Standorten wie z. B. im Lindenreichen-Hangbuchenwald an der Nordseite der Ehrenbürg, beträgt die Lichtmenge während der meisten Zeit des Tages selten mehr als 1000 Lux. Nur in den späten Nachmittagsstunden, wenn die Sonne kurzzeitig auf den Waldboden trifft, erreicht die Beleuchtungsstärke maximal 5000 Lux. Diese Lichtmenge reicht der Pflanze nicht, um zum Blühen zu gelangen."

Fotos zum Artikel von Adolf Riechelmann und Adolf Zirnsack:


 

 

Breitblättrige Ständelwurz in Wolfratshausen und Tutzing, Oberbayern
Fotos: Uwe & Katja Grabner
Quelle: Grabner-Orchideen - "Die Variationsbreite der Breitblättrigen Ständelwurz"

 

Belgien:

 

 

Nord-Irland:
Quelle: Flora of Northern Ireland
© Environment and Heritage Service (EHS) and the Museums and Galleries of Northern Ireland (MAGNI)

Fotos von Paul Hackney, Ulster Museum:
"ORCHIDS of EUROPE & THE MEDITERRANEAN " - Antrim, Nord-irland
 
 Fotos von Robert Thompson:
"Broad-Leaved Helleborine"
 

 


Links zu diesem Thema:

www.orchids.de Arbeitskreis Heimischer Orchideen - AHO Baden-Württemberg
www.aho-bayern.de Arbeitskreis Heimische Orchideen Bayern e.V. 
www.boga.ruhr-uni-bochum.de Botanischer Garten der Ruhr-Uni-Bochum, Monatsporträt August 2002
www.fh-friedberg.de Informationsschriften über Orchideen mit Bezugsquellen
www.grabner-orchideen.com "Epipactis helleborine (L.) CRANTZ" und "Einige Beispiele für die Variationsbreite von Epipactis helleborine ssp. helleborine"
www.orchideen-kartierung.de Kartierung: Verbreitung Epipactis helleborine (L.) Crantz
www.orchis.de Orchideen Europas
walberla.de  Pflanzen am Walberla 
www.habitas.org.uk  Flora of Northern Ireland 


Landschaft der Jahre 2005/2006 - Der Jura (Schweiz/Frankreich)

Quelle: nfi-bulletin Nr. 22 / September 2003:
"Nach einer gemeinsamen Sitzung der NFI mit den Landesverbänden Frankreich und Schweiz und den regionalen Naturfreundegruppen hat der Geschäftsführende Vorstand festgelegt, dass die Landschaft des Jahres 2005/06 im Jura stattfindet. ... Das Mittelgebirge des Jura erstreckt sich entlang der französisch-schweizerischen Grenze – auf der Schweizer Seite etwa zwischen Basel, Neuchâtel und Genf und auf der französischen Seite von Basel westlich über Belfort, Besançon, Champagnole und Saint-Claude. Mit seiner kontrastreichen Landschaft aus weiten Plateaus, dichten Wäldern, malerischen Flussläufen und tiefen Tälern bietet der Jura die besten Voraussetzungen für einen sanften Naturtourismus. ...

Generelle Zielsetzung der Aktion “Landschaft des Jahres” ist, die nachhaltige Entwicklung der jeweils gewählten Region zu fördern und zu unterstützen. Die Naturfreunde wollen dabei die aktive Auseinandersetzung mit der Region ermöglichen, gemeinsam mit der Bevölkerung Zukunftsinitiativen für eine Nachhaltige Entwicklung erarbeiten und Projekte initiieren, die auch nach der “Landschaft des Jahres“ weiter wirken."

Quelle: Magazin "Naturfreund":
Das Projekt der Naturfreunde Internationale rückt die Jura, Grenzregion in Frankreich und Randregion der Schweiz als Landschaft des Jahres in den Vordergrund. Es will u.a. Grenzen überschreiten, Möglichkeiten des Austausches schaffen, Verständigung auf beiden Seiten fördern.

Der Jura wird gepriesen als Region zum Skaten, Radeln, Klettern, Tauchen, Wandern, Schlemmen, Kanu fahren, Muße haben, Höhlen erkunden, Leben und Lieben, Grenzen überschreiten. Gefordert wird mehr sanften Tourismus für den Jura. "Reiten, Wandern, Biken, Fotografieren, Philosophieren: Sanfter Tourismus kann dem Jura wirtschaftlich unter die Arme greifen. In Sachen sanfter Tourismus haben Naturfreunde Erfahrung. Diese gilt es umzusetzen, im Weiterführen werden Alternativen entstehen - und (Alternativ-)Energien freisetzen. ...

Das Proklamationsfest vom 11./12. Juni 2005 bei Les Brennets/Villers bildet den Auftakt zu den Anlässen rund um die Landschaft des Jahres. Daten und Details zu den einzelnen Veranstaltungen finden sich u.a. auch im Internet ... Spezielle Publikationen (Newsletter, ECOurier usw.) werden im 2005/06 sowohl von den Naturfreunde Internationale NFI wie von den NFS vorgelegt. In der Januar-Ausgabe 2005 lädt der Naturfreund zudem zu einer 3-tägigen Neuenburger-Jura-Traversierung auf Schneeschuhen ein."

Auf der Seite zeigen Fotos von René Moor folgende Themen: 1) Unterwegs am Montagne du Larmont (F), 2) Im Solothurner Jura mit dem NF-Haus Passwang, 3) Am Col de la Givrine, Kanton Waadt.


Links zu diesem Thema:

www.nfi.at Naturfreunde Internationale
www.naturfreunde.ch Naturfreunde Schweiz
www.velowandern.ch Velotouren durch den schweizerisch-französischen Jura
www.adfc-bw.de Sommerfrische mit dem Rad
www.juratroislacs.ch Biketour durch fantastische Juralandschaften

Wildtier des Jahres 2006 - Der Seehund
(Phoca vitulina)

Die Schutzgemeinschaft Deutsches Wild, Organisation zur Erhaltung der freilebenden Tierwelt, hat am 04.11.2005 den Seehund zum Wildtier des Jahres 2006 gewählt. An der deutschen, dänischen und niederländischen Nordseeküste leben nach Angaben der Schutzgemeinschaft nach aktueller Zählung 14.275 dieser Fischfresser.

Quelle: Kinder-Tierlexikon, Haus der Natur, Cismar
veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung von Herrn Dr. Vollrath Wiese
Kinder-Tierlexikon
Genehmigt durch Niels Sloth
 

Seehunde kommen auf der Nordhalbkugel im Atlantik und Pazifik vor. Sie bevorzugen Küsten mit Sandbänken, sind jedoch auch an geschützten Felsküsten zu finden. Seit Jahrtausenden wurde der Seehund zum Nahrungserwerb und zum Fell- und Ölgewinn gejagt.
Mit Beginn des industriellen Fischfangs und der Überfischung der Meere wurde im 19./20. Jh. versucht, ihn auszurotten, da man ihn als Nahrungskonkurrenten betrachtete, der die Fischbestände plünderte. Prämien wurden gezahlt und die Tiere geschossen, erschlagen, gefangen und vergiftet. Das Bundesjagdgesetz 1953 machte der wilden Jagd ein Ende.
Doch andere Gefahren bedrohen die dezimierten Seehundbestände. Umweltgifte gelangten in die Gewässer und machten die Tiere unfruchtbar. Gebärmutterverschlüsse, Tumore, Nierenschäden, Darmgeschwüre und Hautveränderungen wurden festgestellt. Ihr geschwächtes Immunsystem wurde anfällig für Seuchen. 1988 starben ca. 18.000 Seehunde durch den PDV-Virus, eine Art Hundestaupe, die 2002 nochmals die Bestände ausdünnte.

Auch Watt-Touristen stellen ein Problem für Seehunde dar, wenn sie junge Seehunde, die von ihrer Mutter allein gelassen werden, berühren oder streicheln: Die Muttertiere akzeptieren oft das mit Menschengeruch behaftete Junge nicht mehr, das nun zum "Heuler" wird. Mit dem Heulerruf kontaktiert das Jungtier in den ersten Lebenswochen seine Mutter. Der Begriff "Heuler" soll vom Finnischen "hylje" = Robbe / Seehund stammen. In den 70ern wurden die ersten Seehund-Aufzuchtstationen (z.B. Friedrichskoog, Norddeich), die sich um mutterlose, überlebensfähige Jungtiere kümmern, bzw. Naturschutzvereine (z.B. Schutzstation-Wattenmeer e.V.) an der Nordseeküste errichtet. Der Seehund wird in der Roten Liste der bedrohten Tierarten als "gefährdet" eingestuft und genießt in Deutschland ganzjährig Schutz. Weltweit soll es ca. 500.000 Tiere geben, davon 90.000 an europäischen Küsten.

Seehunde sind kleiner und schlanker als die Kegelrobbe und haben einen rundlicheren Kopf. Sie tauchen  bis 200 m tief und fressen Fische (Heringe, Sardinen, Dorsche, Lachse, Stinte, Plattfische), Krebstiere und Mollusken. Jungtiere werden etwa 5 Wochen gesäugt und dann allein gelassen. Seehunde können 30 - 35 Jahre alt werden.

"Seehund" - Was hat ein Hund im See verloren?
Meine Recherchen ergaben Folgendes:
Die Sprachwurzel soll das althochdeutsche Wort "selah" sein, siehe Gerhard Köbler, Indogermanisches Wörterbuch, Seite 40, das möglicherweise vom indogermanischen "selk" = ziehen stammt und das mühselige Bewegen, das "durch-das-Wasser-Pflügen", bezeichnen soll. Der Zusatz "Hund" soll daher rühren, dass im Mittelalter alles, was im Wasser lebte, ein Fisch war. Man war überzeugt, dass alle Landlebewesen ein entsprechendes Pendant im Wasser hätten.

Seehund und Technik:
Ingenieure haben der Natur auch beim Seehund etwas abgeschaut: Robbenhaut ist frei von Algen, Seepocken, Muscheln etc. Ein schwedischer Erfinder baute das Fell von Robben für den Schiffsbau nach und ließ seine Erfindung 1993 patentieren. Heute gibt es "Sealcoat" als ein zweikomponentiges, rissüberbrückendes, dauerhaft elastisches Beschichtungsmittel auf der Basis von Polysulfid-Polymer, das von Hand zu verarbeiten ist und sich vor allem zur Beschichtung horizontaler Oberflächen eignet. Es kann als lösungsmittelfreie, hoch elastische Fassadenfarbe verwendet werden, deren Zusammensetzung insbesondere im Hinblick auf rißüberbrückende Eigenschaften entwickelt wurde. Darüber hinaus soll sie unempfindlich gegen Schimmelbildung und Schmutzaufnahme sein. Zur Zeit (bis April 2006) läuft noch ein europäisches Projekt mit dem Ziel, ein verbessertes Werkstoffkonzept für Einlaufschichten in den Hochdruckverdichterstufen von Flugantrieben zu entwickeln. Dabei geht es um Wirkungsgradsteigerung moderner Flugzeugtriebwerke.

Zum Schluss:
Einige der zahlreichen Fotos von Uwe Walz. Ein Besuch auf seiner Website www.walz-naturfoto.de ist ein absolutes MUSS!

 

Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung von Herrn Uwe Walz :

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Links zu diesem Thema:

www.sdwi.de Schutzgemeinschaft Deutsches Wild, Bonn
www.seehundstation-friedrichskoog.de Seehundstation Friedrichskoog
www.seehundstation-norddeich.de Seehundstation Norddeich
www.schutzstation-wattenmeer.de Schutzstation Wattenmeer e.V.
www.walz-naturfoto.de  Uwe Walz hat zahlreiche faszinierende Bilder in diversen Werken veröffentlicht und wurde bereits mehrfach (auch) international ausgezeichnet.
www.biopix.dk "Biopix ist eine über eine Suchfunktion erfassbare Präsentation von Fotos biologischen Inhalts, vornehmlich aus Skandinavien."
www.hausdernatur.de Haus der Natur - Cismar: Porträt eines etwas anderen Naturmuseums
www.koeblergerhard.de Indogermanisches Wörterbuch von Gerhard Köbler
www.iot.rwth-aachen.de Öffentlich gefördertes europäisches Projekt "Sealcoat"
   

Fisch des Jahres 2006 - Die Koppe
(Cottus gobio L.)

Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung des Wildlife-Fotografen Mike Lane

Der Fisch soll trotz seiner Bekanntheit der Öffentlichkeit vorgestellt werden, da sein Lebensraum gefährdet ist. Der VDSF Verband Deutscher Sportfischer (ca. 700.000 Mitglieder) und das Österreichische Kuratorium für Fischerei und Gewässerschutz (ÖKF) haben erstmals in einer gemeinsamen Aktion die gleiche Fischart zum Fisch des Jahres gewählt: die Koppe, Mühlkoppe oder Groppe. Diese gemeinschaftliche Wahl soll der öffentlichen Aufmerksamkeit in den Medien besonderen Nachdruck verleihen.

Quelle: Verband Deutscher Sportfischer e.V.

...

VDSF und ÖKF wollen mit ihrer Wahl auf die Gefährdung dieser wenig bekannten, markanten und urigen Fischart hinweisen. In weiten Teilen Deutschlands wie in Österreich zählt die Koppe zu den bedrohten Tierarten. Sie ist im Anhang der europäischen Flora - Fauna - Habitat - Richtlinie (FFH) aufgeführt, gehört damit zu den Tier- und Pflanzenarten, die von gemeinschaftlichem Interesse sind und für deren Erhaltung besondere Schutzgebiete ausgewiesen werden müssen.

Die Koppe bewohnt sehr saubere, rasch fließende Bäche und kleinere Flüsse mit steinigem Grund, aber auch sommerkühle, sauerstoffreiche Seen. In den Bächen der Forellenregion trifft man sie in einer Höhe von bis zu 2000 m über dem Meeresspiegel an. Sie ist ein Grundfisch, der sich tagsüber zwischen Steinen und Wasserpflanzen verbirgt. In der Dämmerung geht sie auf Jagd nach Insektenlarven, Bachflohkrebsen und Fischbrut. Da die Koppe ein schlechter Schwimmer ist und zudem keine Schwimmblase besitzt, bewegt sie sich mit gespreizten Brustflossen ruckartig über den Boden.

Man muß schon genau hinsehen, um den meist zwischen Wurzeln und Steinen versteckt lebenden Bodenbewohner zu Gesicht zu bekommen. Hat man eine erspäht, dann zeigt die Koppe unter unseren heimischen Süßwasserfischen ein unverwechselbares Aussehen. Mit ihrem großen Kopf und ihrem breiten Maul wirkt sie, trotz ihrer geringen Größe von 10 bis 15 Zentimetern, recht imposant (wegen ihres dicken Kopfes hat ihr der Volksmund übrigens u. a. den Namen "Bullenkopf" verpasst). Dazu tragen auch die sehr großen fächerförmigen Brustflossen und zwei Rückenflossen mit Stachelstrahlen bei. Die Färbung des keulenförmigen Körpers ist bräunlich bis dunkelgrau, mit unregelmäßiger Marmorierung, was die Koppe in Ruhestellung auf steinigem Untergrund nahezu unsichtbar macht.

Die Laichzeit fällt - je nach Gewässer - in die Zeit von Februar bis Mai. Das Weibchen legt dabei 100 - 200 Eier unter Steinen oder in einer Art Laichgrube ab. Das Männchen bewacht das Gelege und sorgt durch Fächeln mit den Brustflossen für Frischwasserzufuhr bis die Larven geschlüpft sind. Nach dem Schlüpfen treiben sie mit dem Wasserstrom abwärts und wandern erst als Jungfische wieder den Bach aufwärts.

In früheren Jahren wurden Mühlkoppen von den Fischern als Forellenlaichräuber und Futterkonkurrenten für die Forellen und andere Salmoniden angesehen. Dieser Eindruck wurde sicher überbewertet, denn schließlich stellt der kleine Fisch ganz im Gegenteil eine wichtige Nahrungsquelle für Salmoniden dar. Deshalb gehört die Koppe - unter ökologischen Gesichtspunkten gesehen - zu den unverzichtbaren Bestandteilen der Fischfauna in der Forellenregion.

Die Koppe ist sehr empfindlich gegenüber Verunreinigungen und kann deshalb als Bioindikator für die ökologische Qualität eines Gewässers angesehen werden. Intakte Populationen zeigen demnach strukturreiche, natürliche Fließgewässer der Forellenregion mit hoher Wasserqualität an. Bei den Gefährdungsursachen sind deshalb im wesentlichen Gewässerverbauung und - verunreinigung zu nennen. Die Verschmutzung von Fließgewässern, beispielsweise durch Industrie oder Landwirtschaft (Dünger), hat in vergangenen Jahrzehnten dazu geführt, das die Koppe mancherorts verschwunden ist, wo sie früher heimisch war.
Obwohl sich die Wasserqualität derzeit vielerorts bessert, haben Uferverbau und der Einbau von Wehren in die Gewässerläufe eine Wiederbesiedlung früherer Wohngewässer unmöglich gemacht. Koppen gehören zu den so genannten Kurzdistanzwanderfischen. Bei ihren Aufwärtswanderungen stellen Barrieren im Bach ein großes Problem dar, weil sie als bodengebundene Fischart ohne Schwimmblase selbst geringe Verbauungen und Schwellen (10-15 Zentimeter) nicht überwinden können.

Deshalb ist die Erhaltung der verbliebenen natürlichen Fließgewässer und deren Schutz vor Beeinträchtigungen wie zum Beispiel der Bau von Kleinwasserkraftanlagen wichtig.
In diesem Zusammenhang fordert der VDSF die Renaturierung weiterer Gewässerabschnitte, wobei insbesondere die Überwindbarkeit von Querbauwerken überprüft und gegebenenfalls wieder hergestellt werden soll. Solche Maßnahmen kommen übrigens nicht nur der Koppe zugute, sondern allen Wanderfischarten, die durch menschliche Eingriffe in die Gewässerstrukturen von ihren Lebensräumen abgetrennt wurden und dadurch in ihrem Fortbestand gefährdet sind.


V. i. S. d. P.
Verband Deutscher Sportfischer e. V.
Wolfgang Düver
- Referent für Öffentlichkeitsarbeit -

Weitere Namen: Kautzenkopf, Breitschädel, Dolbn, Dolm, Greppe, Grunnel, Turzbull, Tolbe, Pabst, Kulenken, Küling. Die englische Bezeichnung für Koppe ist "bullhead" oder "miller's thumb" (des Müllers Daumen).

Von 1994 bis 1990 wurden die Fische des Jahres von der Petri-Stiftung gekürt, seit 1991 durch den Verband Deutscher Sportfischer e.V. Die Koppe wurde 1989 schon einmal gewählt.

Andere Darstellungen der Koppe:

Luxemburg,
25 F-Briefmarke, 23.03.1998,
Künstler: Rousseau-Piot/Schopfer
Ungarn,
20 Ft-Briefmarke, 06.06.1997,
Künstler: ?
Liechtenstein,
50 Rp-Briefmarke, 09.06.1987,
Künstler: Louis Jaeger
 
 

Zeichnung des Künstlers Gene Jarvis aus 1987:
 
 

 

Links zu diesem Thema:

www.vdsf.de Verband Deutscher Sportfischer e.V.
www.lanuv.nrw.de (MURL, jetzt:) MUNLV NRW: Natura 2000 - Netzwerk für den Naturschutz
www.jncc.gov.uk Joint Nature Conservation Committee
Bullhead - Cottus gobio: Special Areas of Conservation (SAC) in the UK
  www.nature-photography.co.uk Mike Lane - Wildlife photographer specialising in birds and mammals
   

Pilz des Jahres 2006 - Der Ästige Stachelbart
(Hericium coralloides (Scop.) Pers.)

© Quelle: DI Kurt Schöpflin - "Waldgeist"

Seit 1994 wählt die Deutsche Gesellschaft für Mykologie DGfM den Pilz des Jahres. Leitgedanken, die zu einer solchen Wahl führten:

(Zitat:) "Besonders in unserer Zeit des High-Techs, aber auch der Umweltprobleme, wird es zunehmend nötiger, den Menschen wieder mehr in die Natur zurückzuführen. Es ist unerlässlich, ihm zu verdeutlichen, wie abhängig er von ökologischen Zusammenhängen ist. Oftmals glauben wir, ungestraft in den Haushalt der Natur eigennützig eingreifen zu dürfen. Doch die Natur wehrt sich noch und schlägt oft zurück, auch wenn ihr Widerstand stellenweise immer kraftloser zu werden scheint."

(Zitat:) "Das Text- und Bildmaterial auf unseren Internetseiten zum Thema "Pilz des Jahres" dürfen Sie gerne für eigene Publikationen unter Quellenangabe verwenden. Von den meisten Motiven zum Pilz des Jahres gibt es Postkarten, die beim IHW-Verlag, Postfach 1119, D-85386 Eching erhältlich sind."

Artikel zum Pilz des Jahres 2006, Quelle: DGfM

Pilz des Jahres 2006

ist der

Ästige Stachelbart
Hericium coralloides
(Scop.) Pers.


Wer das Glück hat, ihn zu finden, bleibt erstaunt stehen und überlegt: Wie kommen diese Korallen bloß hierher, in diesen deutschen Buchenwald? Bizarr geformt, unendlich verzweigt und blendend weiß - so wie sie sonst nur in einem Südseeatoll anzutreffen sind; hier thronen sie aber auf einem alten, dicken, halb vermoderten Buchenstamm? – Es ist ein Pilz!

Oftmals erreicht er mehr als 20 cm im Durchmesser, er entspringt einem dicken Strunk, verzweigt sich in immer feinere Äste, an denen sich seine Sporen bilden. Jedes kleine Ästchen bildet Hunderte davon. Sie sind es, die wiederum an alten Buchen auskeimen, ein feines Geflecht, ihr Myzel, im Holz bilden und den Stamm vermorschen lassen. Erst in der letzten Phase der Holzzersetzung bilden sich die Fruchtkörper des Ästigen Stachelbartes, also die besagte Koralle. Er ernährt sich saprotroph, wächst also nur auf totem Holz und schädigt damit nicht die lebende Buche. Vielmehr trägt er dazu bei, den organischen Abfall des Waldes zu beseitigen und bereitet damit auch für andere Organismen einen Lebensraum: für Insekten, die im morschen Holz leben oder für Spechte, die dort leichter ihre Höhle zimmern können.

Obwohl der nordhemisphärisch verbreitete Ästige Stachelbart auch an anderen Bäumen wächst, sind zumindest in Europa alte Buchenwälder sein eigentlicher Lebensraum. Mit dem Verschwinden alter Buchen engt sich logischerweise auch sein Vorkommen ein. Zusätzlich muss er sich gegen seine Konkurrenten, den Zunderschwamm und den Flachporling, wehren.

Aus diesem Grund ist sein Vorkommen in Deutschland stark gefährdet; nur in Regionen mit alten Buchenbeständen auf nicht zu trockenen Böden kann man ihm noch etwas häufiger begegnen – wie zum Beispiel in Mecklenburg-Vorpommern. Die heutigen waldbaulichen Maßnahmen, die unsere Fichtenmonokulturen durch Zwischenpflanzen von Buchen in Mischwälder umgestalten, werden dem Ästigen Stachelbart künftig bessere Lebensräume ermöglichen. Allerdings erst in mehr als 100 Jahren – dann, wenn die heute gepflanzten Buchen das nötige Alter erreicht haben. Deswegen gilt: Absterbende Buchen nach Möglichkeit stehen lassen, um dem Ästigen Stachelbart und anderen Pilzen und Organismen geeigneten Lebensraum zu erhalten!

Vielleicht kann der Ästige Stachelbart wie seine Schwesterart – der Igelstachelbart, auch Affenkopfpilz genannt – in Zukunft medizinisch genutzt werden. Die traditionelle chinesische Medizin setzt den Affenkopfpilz bereits ein. Wer weiß, vielleicht wird auch der Ästige Stachelbart eines Tages kultiviert und angebaut, um aus ihm Inhaltsstoffe und antitumor-akitve Substanzen zu gewinnen, die kranken Menschen helfen gesund zu werden.

Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie hat den Ästigen Stachelbart zum „Pilz des Jahres 2006“ gewählt, um auf eine gefährdete Pilzart hinzuweisen, deren Lebensraum wir schützen sollten. Er ist heute schon ökologisch wichtig, kann morgen für uns Menschen medizinisch von Nutzen sein und ist und bleibt einfach ein schöner Pilz!


Und noch ein wunderschönes Foto aus dem Forstenrieder Wald bei München von Matthias Dondl:
 

Links zu diesem Thema:

www.dgfm-ev.de Deutsche Gesellschaft für Mykologie
de.wikipedia.org  Wikipedia - Die freie Enzyklopädie
www.natur-lexikon.com Interessante Website des Apothekers Matthias Zimmermann
www.pilzepilze.de Alles über Pilze: Bilder, Geschichte und pilzkundliche Termine
www.interhias.de  Interhias' Schwammerlseiten - Fotos und Fundberichte aus der Region München und Oberbayern
www.pilzbestimmung.de  "Pilzbestimmung.de ist ein Projekt, welches wir erschaffen haben, um Menschen mit Interesse für Pilze zusammen zu bringen, ihnen Informationen bereitzustellen und vielleicht dafür zu sorgen, dass die Pilzgemeinde auch bei jungen Menschen neuen Zuwachs findet."
www.mykonet.ch  "Ziel von Mykonet ist es, die Kenntnisse über Pilze, den Pilzschutz im besonderen und den Naturschutz im allgemeinen, durch Aufklärung und Verständnis zu fördern.
www.pilzfotopage.de  Harrys Pilzfotopage - "Abwechslungsreich, vielseitig, faszinierend, fesselnd sind nur einige Umschreibungen, die auf das Reich der Pilze zutreffen. ...  Im Zeitalter von Computer, Internet und digitaler Fotografie hat man gute Möglichkeiten den Mitmenschen Einblicke in dieses wundervolle Hobby zu geben. Auch ich möchte das mit hoffentlich gelungenen Fotos und Informationen zu den einzelnen Arten tun."

Insekt des Jahres 2006 - Der Siebenpunkt-Marienkäfer
- Coccinella septempunctata -

Die BBA, Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft, war seit 100 Jahren (Stand: Apr. 2005) auf dem Gesamtgebiet des Schutzes der Pflanzen und des Naturhaushaltes tätig. Wie auch im vergangenen Jahr hatte sie gemeinsam mit der Österreichischen Entomologischen Gesellschaft am 12.12.2005 den Siebenpunkt-Marienkäfer zum Insekt des Jahres 2006 gewählt.

Presse-Information der BBA
Quelle: Pressestelle der damaligen Biologischen Bundesanstalt (BBA)

Insekt des Jahres 2006

Glücksbringer Siebenpunkt ist Insekt des Jahres 2006

Berlin (12.12.2005) Der Siebenpunkt-Marienkäfer erfreut sich großer Beliebtheit in der Bevölkerung. Doch der schwarzrote Glücksbringer punktet auch mit anderen Eigenschaften. Das Kuratorium „Insekt des Jahres“ hat nun entschieden, den populären Käfer auf den Thron zu heben. Schirmherr für das Insekt des Jahres 2006 ist der Minister für Umwelt des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Prof. Dr. Wolfgang Methling, der es sich nicht nehmen ließ, Coccinella septempunctata persönlich zu küren. Die Proklamation zum Insekt des Jahres 2006 erfolgte zum zweiten Mal gemeinsam mit der Österreichischen Entomologischen Gesellschaft.

Der Siebenpunkt-Marienkäfer wird auch Glückskäfer genannt, weil die Zahl Sieben - die Anzahl schwarzer Punkte auf den roten Flügeldecken des Käfers - schon seit je her als Glückszahl und mystische Zahl gilt, vereint sie doch in sich die irdische Vier (4 Elemente) und die göttliche Dreizahl. Marienkäfer sollen Kinder beschützen und Kranke heilen. Sie galten etwa als geheiligte Tiere der Freyja, der nordgermanischen Göttin der Liebe und Fruchtbarkeit. Bereits eine etwa 20.000 Jahre alte Schnitzerei aus Mammutelfenbein zeigt einen Marienkäfer. Auch heute finden sich Marienkäfer-Motive in Hülle und Fülle im Handel als Lampenschirme, Kuschel-, Schoko-, Glastiere oder Schlüsselanhänger.

Fakt ist, dass beim Anblick der Käfer mit den wunderbaren roten Flügeldecken und den sieben „Glücks“-Punkten weder von Kindern noch Erwachsenen Igitt-Ausrufe zu hören sind. Glück für den Käfer! Und er hat noch mehr Glück: Vögel verschmähen das bitter schmeckende Tier und werden durch seine rote Warnfarbe abgeschreckt.
Die Menschen - zumindest in Mitteleuropa - stufen ihn als Nützling ein, da die Larven und die Käfer große Mengen an Blattläusen vertilgen. Für die Bauern im Mittelalter waren sie ein Geschenk der heiligen Maria; daher der Name. Aktuelle Langzeituntersuchungen zeigen, dass die Käfer im Getreidefeld auf jeden Fall gefördert werden sollen (siehe Presseinformation der BBA vom 25.11.2005).

Der Siebenpunkt gehört zur großen Familie der Marienkäfer (Coccinellidae). Weltweit kennt man etwa 5.500 Arten vor allem in den Tropen und Subtropen. In Deutschland wurden bisher 80 Arten nachgewiesen. „Alle kennen ihn, und doch gibt es immer noch viele irrige Vorstellungen“, so Prof. Dr. Holger Dathe, Leiter des Deutschen Entomologischen Instituts und Vorsitzender des Kuratoriums. „Weit verbreitet ist, dass die Zahl der Punkte etwas mit dem Alter des Käfers zu tun hätte. Die Zahl der Punkte ist aber sein ganzes, maximal einjähriges Leben lang gleich. Nur deren Größe nimmt von West nach Ost zu.“ Andere Arten sind hinsichtlich der Punkte wesentlich variabler, z.B. der Zweipunkt-Marienkäfer, Adalia bipunctata.

Ein Verwandter aus Ostasien hat vor fünf Jahren Schlagzeilen geschrieben. Massen des Asiatischen Marienkäfers (Harmonia axyridis) waren in Städten wie Hamburg an Häuserwänden gefunden worden, wo sie überwintern wollten. Noch ist offen, wie die heimischen Marienkäferarten auf den “Fremdling“ reagieren. Übrigens: auch unser Siebenpunkt kann in Massen auftreten. An einem fünf Kilometer langen Ostseestrand wurde ein Schwarm von mehr als 25 Millionen Käfern beobachtet. Zu viel Glück kann auch zur Last werden.

 

Herrliche Marienkäfer-Bilder, veröffentlicht in der o.a. Presseinformation
© siehe Quelle: Pressestelle der Biologischen Bundesanstalt (BBA)

Zeichnung Soenke Hollstein: Siebenpunkt-Marienkäfer

Michael Welling, Braunschweig: Erwachsener Siebenpunkt Marienkäfer

Urs Wyss, Kiel:
Eigelege des Siebenpunkt-Marienkäfers
Schlupf der Larve des Siebenpunkt-Marienkäfers

Michael Welling, Braunschweig: Larve des Siebenpunkt-Marienkäfers

Stefan Kühne, BBA: Puppe des Siebenpunkt-Marienkäfers

Manfred Borkowski: Mehrere Exemplare des Siebenpunkts nach Verlassen des Winterquartiers im zeitigen Frühjahr

Urs Wyss, Kiel: Siebenpunkt vertilgt Blattlaus

 

Englische Bezeichnung: Sevenspotted Lady-Beetle



Schöne Käferbilder von Thomas Böder ©, Quelle: www.duto.de


Links zu diesem Thema:

www.arthropods.de Die Welt der kleinen Krabbeltiere
www.insektengalerie.de Insekten-Homepage der Fotografin Angela Schwarz 
www.nabu.de  Glücksbringer und eifriger Blattlausjäger
www.innovations-report.de  Asiatischer Marienkäfer macht Probleme 
www.rutkies.de  Zahllose Marienkäfer ... 
www.g-o.de Das Magazin für Geo- und Naturwissenschaften - geoscience-online.de
"Warum sind es gerade Sieben Weltwunder? Die magische Zahl Sieben"
(Artikel vom 26.07.2001)

Gemüse des Jahres 2006 - Der Kopfkohl

Der bundesweite Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt VEN wurde 1986 gegründet und hat sich u.a. zum Ziel gesetzt, das Kulturpflanzenspektrum zu bewahren und zu mehren. (VEN:) "Die zunehmende Züchtung von Hybridsorten, erschreckende Entwicklungen auf dem Gebiet der Gentechnik bis hin zur Vergabe von Patenten, fortschreitende Monopolisierung auf dem Saatgutmarkt und eine restriktive Saatgutgesetzgebung bedrohen zunehmend die Vielfalt unserer Nutzpflanzen."

Gekürt wurde für 2006 der Kopfkohl, der schon seit etwa 1000 Jahren als Nahrung für Mensch und Tier genutzt wird.

Kopfkohl:
Alle Kohlsorten, die einen festen Kopf aus leicht wachsartigen Blättern am kurzen gestauchten Spross entwickeln
Rotkohl Brassica oleracea convar. capitata var. capitata f. rubra Rotkraut, Blaukraut, Blaukohl, Rotkabis
Weißkohl
(einschließlich
Spitzkohl)
Brassica oleracea convar. capitata var. capitata f. alba Weißkraut, Kappes, Komst, Weißkabis
(Spitzkohl = Filderkraut, Zuckerhut)
Wirsingkohl Brassica oleracea convar. capitata var. sabauda Welschkohl, Wirschkohl, Savojerkohl, Wirz
Kein Kopfkohl:
Blumenkohl Brassica oleracea convar. botrytis var. botrytis Karfiol, Käsekohl, Blütenkohl, Traubenkohl 
Broccoli Brassica oleracea convar. botrytis var. italica Spargelkohl, Bröckelkohl
Grün-/Braunkohl Brassica oleracea convar. acephala var. sabellica Gärtnerpalme, Oldenburger Palme, Blätterkohl, Krauskohl, Federkohl, geschlitzter Kohl  
Markstammkohl Brassica oleracea convar. acephala var. medullosa (= Futterpflanze)
Kohlrabi Brassica oleracea convar. acephala var. gongylodes Rübkohl, Oberkohlrabi oder Oberkohl 
Rosenkohl Brassica oleracea convar. oleracea var. gemnifera Kohlsprossen, Brüsseler Kohl 
Chinakohl und Kohl-(Steck-)rüben sind überhaupt kein Kohl.

Alle Formen der europäischen Gartenkohle stammen von der Wildform, den man noch heute an der Atlantik- und Mittelmeerküste und auf den Mittelmeerinseln findet. Kopfkohl hat sich aus Blattkohl mit einwärtsgebogenen Blättern entwickelt.

Kohl wurde bereits sehr früh angebaut. Die Römer glaubten, dass er den Alkoholkater verhinderte, setzten ihn als Abführmittel ein, reinigten mit seinen Blättern infizierte Wunden und verwendeten Krautwickel bei Rheuma, Gicht und Schwellungen. Die Griechen gaben Schwangeren kurz vor der Entbindung Kohl zur Muttermilchproduktion. In den keltischen Sprachen finden sich Wortstämme für 'Kohl'. In den Nutzgärten der Klöster durfte der Kohl nicht fehlen. Die Chinesen erfanden angeblich das Sauerkraut.

 

Das Gemüse enthält u.a. Vitamin C, Vitamine des B-Komplexes, Betacarotin, Folsäure und Kalium, Calcium sowie Eisen und ist reich an Ballaststoffen. Es unterstützt die natürlichen Abwehrfunktionen unseres Organismus und können helfen, das Krebs-Risiko zu senken. Wenn das Gemüse zerkleinert wird, entsteht das typische Aroma, das von Glucosinolaten kommt, auch Senföle genannt. Diese gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen und sind gesundheitsfördernd.

Auch Rotkohl ist reich an Ballaststoffen und enthält wenig Kalorien. Der Farbstoff Anthocyan färbt den Kohl violett und funktioniert als Säure-Indikator: Mit einem Schuss Essig oder Zitronensaft wird der Kohl kräftig rot; mit einer Prise Natron wird er violettblau. Anthocyan gehört ebenfalls zu den sekundären Pflanzenstoffen, stärkt das Immunsystem und hemmt Entzündungen.
Beim Rotkohl sieht man den auf vielen Gemüsesorten befindlichen, leicht wischbaren Wachsüberzug besonders deutlich.

 

Der kräftige Geschmack von Wirsingkohl entsteht ebenfalls durch Senföle und flüchtige Schwefelverbindungen. Je nach Erntezeit sind die Köpfe gelb bis gelbgrün (Frühjahr) oder grau- bis dunkelgrün (Herbst und Winter).

Sprichwörter, Redewendungen und sonstige Sprüche:

Kraut und Rüben
z.B.: Es sieht aus wie Kraut und Rüben
Chaos, Durcheinander, Unordnung, Vermischtes
(wild) ins Kraut schießen sich schnell verbreiten, schnell wachsen
Gegen ... ist kein Kraut gewachsen ... ist nicht beizukommen
gegen ... kann man nichts tun
Kohldampf haben hungrig sein
Das macht den Kohl nicht fett Das ist nicht entscheidend; Das ist unbedeutend; Dadurch erreicht man keine Verbesserung
etwas hat keinen großen Einfluss; etwas verbessert eine Sache nicht; etwas nutzt nicht viel
Aufgewärmter Kohl war niemals gut. / Das ist doch aufgewärmter Kohl! Das ist bis zur Ermüdung Wiederholtes / langweilig!
Un wenn all Kaje in Kohl stoht.
(Und wenn alle Kühe im Kohl stehen)
Was auch immer geschieht:
Was ich vorhabe, dass mache ich auch.

Links zu diesem Thema:

www.nutzpflanzenvielfalt.de Website des VEN
www.picturebotanica.de Pflanzenverzeichnis - Kreuzblütlergewächse
www.botanikus.de "Botanikus versteht sich als populär-wissenschaftliche Botanikseite und ist somit nicht nur für botanische Laien sondern auch für Schüler, Auszubildende, Studenten und Fachleute eine wahre Fundgrube." 
www.boga.ruhr-uni-bochum.de  Botanischer Garten Bochum 
www.gartendatenbank.de  GartenDatenbank: "Ein Archiv für Notizen und Fotos zum schnellen Nachschlagen & Filtern." 
www.chefkoch.de  "Europas größte Kochseite", der Suchbegriff: 'Kohl' ergab 309 Rezepte !
www.elbers-hof.de Alles aus biologisch-dynamischem Anbau
www.lfl.bayern.de Merkblatt der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft "Weiß- und Rotkohl - Typisch deutsch? -"
trendfit www.trendfit.net  E-Book zum Thema Diäten im Vergleich 

Europäische Spinne des Jahres 2006 - Die Veränderliche Krabbenspinne
(Misumena vatia (Clerck 1757))

Die Arachnologische Gesellschaft e.V. (AraGes) hat am 16.01.2006 während der Internationalen Grünen Woche in Berlin verkündet, dass die Wahl für 2006 auf die Veränderliche Krabbenspinne gefallen ist.

(Quelle: www.arages.de) Über 38.000 Spinnenarten waren im Februar 2005 weltweit bekannt, davon in Deutschland ca. 1004. Es gibt Arten, die kleiner als 0,5 mm sind und solche die eine Spannweite von 30 cm erreichen. Spinnen produzieren sehr reißfeste und dehnbare Fäden als Sicherheitsleinen, für den Kokonbau, als Fadenfloß und als Fanggeräte (Netze). Ein Radnetz kann 1cm bis zu 2m Durchmesser haben, aber nicht alle Spinnen bauen Fangnetze, sondern fangen ihre Beute schleichend, rennend oder lauernd (z.B. die Veränderliche Krabbenspinne). Dies und viele hochinteressante Dinge über Spinnen können Sie auf der vorgenannten Website der Arachnologischen Gesellschaft e.V. nachlesen.

Zum erstenmal fand eine europäische Wahl statt: Beteiligt waren 21 Länder, und zwar Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Grossbritannien, Irland, Italien, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, Schweiz, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik und Ungarn.

Presseinformation der damaligen Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft
Auszug aus "Ein Chamäleon unter den Spinnen ..." :

...

Die Veränderliche Krabbenspinne kommt überall in Europa vor und ist schon lange wegen ihrer auffälligen Färbung bekannt. Mehr als 20 verschiedene wissenschaftliche Namen gab man ihr, bis mit modernen Methoden geklärt wurde, dass es sich immer nur um eine Art handelt, die jetzt den wissenschaftlichen Namen Misumena vatia (Clerck 1757) trägt.

Die bis zu 11 Millimeter großen Weibchen der Veränderlichen Krabbenspinne halten sich gerne auf Blüten auf, wo sie auf anfliegende Insekten lauern. Vor allem auf gelben und weißen Blüten sind sie hervorragend getarnt und - wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge - für Feinde und potenzielle Opfer „unsichtbar“. Tanzfliegen, Hummeln, Bienen, selbst Hornissen und große Schmetterlinge sind ihr als Opfer nicht zu groß. Mit den kleinen hinteren Beinpaaren hält sie sich fest. Mit den beiden kräftigen, langen vorderen Beinpaaren packt sie ihre Beute blitzschnell, injiziert ihr Gift und saugt sie aus. Um selber nicht etwa von einer Hummel gestochen zu werden, hält sie ihre Beute weit vom Körper entfernt. Oft verbringt ein Tier die meiste Zeit seines Lebens auf einer einzigen Pflanze.

Wie bei Spinnen häufig, sind die Krabbenspinnen-Männchen wesentlich kleiner als die Weibchen (nur 3 – 5 mm). Im Gegensatz zu ihnen können sie ihre Farbe auch nicht ändern. Dass es sich um Vertreter derselben Art handelt, ist daher für den Laien kaum ersichtlich. Die Paarung mit den Weibchen findet im Frühsommer statt. Sie ist für das Männchen eher lebensgefährlich als eine Lust, denn es kann dabei selbst zur Beute werden. Die Paarungswilligen nähern sich daher den Weibchen nur vorsichtig und langsam von hinten und verweilen einige Zeit auf ihrem Hinterleib. Um seine Spermien abzugeben, muss sich der Spinnenmann allerdings auf die Bauchseite des Weibchens begeben, wo sich die Geschlechtsöffnung befindet. Die Eier werden in Kokons versteckt abgelegt und von den Weibchen fürsorglich bewacht. Die geschlüpften jungen Spinnen überwintern in der Streu am Boden.

Die Veränderliche Krabbenspinne mag es warm und sonnig. Wiesen, Moore und Felder, aber auch Gärten, Sonnen beschienene Waldränder und Wege sind ihr Zuhause. In Norddeutschland kommt sie seltener vor als im Süden. Als „Spinne des Jahres 2006“ soll sie auch dazu beitragen, ihre Verbreitung genauer zu bestimmen. Die Arachnologische Gesellschaft ist sehr an Funden mit Bildnachweis interessiert und bittet um Mithilfe, damit die bisherigen Verbreitungskarten aktualisiert und vervollständigt werden können. (www.arages.de oder Telefon Dr. Martin Kreuels 02533-933545)

Alle 3 Fotos von Heiko Bellmann©:
Weibchen der Veränderlichen Krabbenspinne gut getarnt auf gelber Blüte
Weibchen der Veränderlichen Krabbenspinne saugt ihre Beute, eine Biene, aus
Paarung bei der Veränderlichen Krabbenspinne
(gelb-dunkel gefärbtes Männchen auf Hinterleib des weiß gefärbten Weibchens)


Links zu diesem Thema:

www.arages.de Arachnologische Gesellschaft e.V.
www.spiderling.de Spinnen-Verbreitungskarten
www.natur-lexikon.com  Veränderliche Krabbenspinne
www.arachnology.be Links zu Spinnenseiten
nafoku.de  Veränderliche Krabbenspinne, weiß mit roten Streifen
www.nicksspiders.com Nick's Spiders of Britain and Europe
www.treknature.com Foto von der misumena vatia aus Polen
www.fotocommunity.de Schönes Foto: Misumena vatia
spiders.entomology.wisc.edu Goldenrod Crab Spider aus Wisconsin
emote.net Ein schönes Gedicht über die Misumena vatia - The Flower Queen
www.biologis.de Veränderliche Krabbenspinne 
www.detlevbehrens.de "Sitzen mit Tarnfärbung auf Blüten u. warten auf Beute

 

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