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Natur des Jahres - 2005

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Hinweis in eigener Sache:
Die Naturseiten von 2001 bis 2006 wurden meiner stillgelegten Duisburger Website www.WedauLink.de entnommen. Für die Veröffentlichung bzw. Nutzung aller fremden Bildmaterialien verfüge ich persönlich über die entsprechenden Genehmigungen, die ich gelegentlich - soweit möglich - wieder erneuern werde.

Bitte beachten:
Alle Bilder stehen unter Copyright. Dies gilt auch für die bisher in Medien (Natur-/Koch-/ sonstige Bücher, Zeitschriften, Magazine, Newsletters, Stadtpläne), bei Behörden und Institutionen im In- und Ausland veröffentlichten Texte und Fotos.

Vogel des Jahres 2005 - der Uhu (Bubo bubo)

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und der Landesbund für Vogelschutz (LBV) in Bayern kürten die größte Eule Europas zum Vogel 2005. Damit wurde ein Vogel ausgewählt, "der wie kaum eine andere Art für einen der ganz großen Erfolge in Sachen Arten- und Lebensraumschutz steht" (Zitat NABU-Vizepräsident Helmut Opitz). Der Uhu war in Deutschland mit ca. 40 Paaren in den 60-er Jahren fast ausgerottet, kommt aufgrund von gezielten Artenschutzprogrammen wieder bundesweit vor, jedoch sind die Bestände in vereinzelten Regionen wieder rückläufig. Mit der Wahl soll die Aufmerksamkeit auch auf die Schutzbedürftigkeit des Felsenlebensraumes und seiner Bewohner gelenkt werden.

Deutscher und lateinischer Name des Uhus (Bubo bubo) entstanden aus der Umsetzung seiner Balzrufe: Männchen, Weibchen, Warnruf, Jungvogel.

Der Uhu hat eine Flügelspannweite von ca. 175 cm, ist ca. 70 cm groß und wiegt etwa 3 kg. Er kann mehr als 60 Jahre alt werden. An seinen orangefarbenen Augen und den Federohren kann man ihn gut erkennen. Sein Federkleid ist hell- und dunkelbraun gemustert, wodurch er im Wald gut getarnt ist. Außerdem werden alle Fluggeräusche durch die Schicht weicher Federn geschluckt.

Der imposante Vogel jagt u.a. Mäuse, Ratten, Feldhasen, Kaninchen, Igel, Tauben, Wasservögel und Rehkitze. Seine Augen sind zwar sehr lichtempfindlich, aber er kann keine Farben erkennen. Seine Beute schlingt er sofort herunter, mitsamt Knochen, Haare, Federn, Krallen. Das Unverdauliche würgt er später als "Gewölle" in kleinen grauen Klumpen aus.

In Europa lebt der Uhu in mehr oder weniger offene Landschaften mit angrenzenden Steinbrüchen und Felsen, wo er brüten kann. Etwa 850 Paare wurden in Deutschland gezählt, und zwar in erster Linie im Mittelgebirge und in den Alpen, allerdings auch in Teilen Schleswig-Holsteins, wo Baum- und Bodenbruten vorkommen.

Ungesicherte Hochspannungsleitungen, unruhige Brutplätze (Klettersport !) und Verfüllung von Steinbrüchen sind die heutigen Hauptgründe für die Dezimierung. In der Antike wurde er als "Totenvogel" von den Menschen gejagt und im Mittelalter an Scheunentore genagelt, um Blitzschlag und Zauberei abzuwehren.


Eulen: klug und weise?

Die alten Griechen hielten Eulen für klug und weise, sie übertrugen die Schärfe ihres Sehvermögens und Gehörs auf ihren Verstand. Dieser Glaube ist bis heute überliefert: die Eule ist das Wappentier u.a. von Schulen, Verlage, Buchhändler, Universitäten und Apotheken.

Lesen Sie über alles, was es Interessantes über Eulen gibt (einschließlich Redensarten wie "Eulen nach Athen tragen"), auf der unten verlinkten Website von Frau Dr. Kirk.


Links zu diesem Thema:

www.naturschule.com Natur-Lexikon von Hans-Wilhelm Grömping
www.eulenwelt.de Sehr schöne Website von Frau Dr. Kirk über die Eulenwelt, u.a. Eulen in Kunst und Kultur
www.eulenatelier.de Kunst aus Holz
www.eulenmanie.de Informationen und Anekdötchen rund um die Eule

Blume des Jahres 2005 - Der Große Klappertopf
Rhinanthus serotinus (Schönh.) Oborny / Rhinanthus angustifolius C.C.Gmel.

Hier steht das Originalfoto

Die Stiftung Naturschutz Hamburg und Stiftung zum Schutze gefährdeter Pflanzen (Kurzbezeichnung „Stiftung Natur und Pflanzen“) fördert bundesweit Naturschutzprojekte und hat am 14.10.2004 den Großen Klappertopf zur Blume des Jahres 2005 gewählt. Die Stiftung konnte zum Schutze gefährdeter Pflanzen in ganz Deutschland teilweise recht kleine Grundstücke kaufen, die gefährdete oder seltene und typische Pflanzen enthielten. Der Große Klappertopf wächst u.a. auf einigen Grundstücken der Stiftung in Schleswig-Holstein, in Niedersachsen und in Hamburg.

Das schöne Foto links finden Sie auf der Website von Kristin Vigander: www.kristvi.com/flora/index.html#S, die Sie bei Interesse direkt wegen einer Nutzungsgenehmigung kontaktieren können.

Der Große Klappertopf gehört zur Familie der Braunwurzgewächse
(Scrophulariaceae) wie Königskerze, Löwenmäulchen und Fingerhut.

Den deutschen Namen erhielt er vom Klappern der dicken Samen im Kelch. Der Name Rhinanthus wurde abgeleitet vom griechischen rhinos (Nase) und anthos (Blume), da die Blütenform einer Nase ähnelt.

Die Pflanze wird bis zu 70 cm hoch, hat dunkelgrüne gezackte Blätter und blüht von Mai bis August/September. Er ist Halbschmarotzer, d.h. er braucht Wirtspflanzen, zumeist Gräser, aus deren Wurzeln er Wasser und Nährstoffe zapft und versorgt sich dennoch durch Fotosynthese seines Blattgrüns selbst mit Sauerstoff und Zucker.

Während der Große Klappertopf eher auf dem feuchten Grünland und den Halbtrockenrasen und Dünen Norddeutschlands heimisch ist, findet man den Zottigen Klappertopf eher in Süddeutschland.

Entwässerung der Niedermoore, Düngung der Böden und häufiges Mähen gefährden den Bestand.

Mit der Wahl soll allgemein für den Erhalt von Wirtschaftsgrünland und speziell für die nährstoffarmen Wiesenflächen geworben werden.

   
Großer Klappertopf
Großer Klappertopf

Links zu diesem Thema:

www.floralimages.co.uk Schöne Fotos vom Zottigen Klappertopf Rhinanthus alectorolophus
www.kristvi.com Kristins Flora
www.henriettesherbal.com Henriette's Herbal Homepage
 

Nutztier des Jahres 2005 - Das Bentheimer Landschaf

Die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. (GEH) kürte das Bentheimer Landschaf zur Gefährdeten Nutztierrasse des Jahres 2005. Die Grafschaft Bentheim liegt im Weser-Emsland direkt an der niederländischen Grenze und bildet im nordwestlichen Teil eine Einbuchtung, die in das Nachbarland hineinragt.

 
erstellt von WedauLink

 Historische Karte von Thomas Höckmann

Bereits 1868 erwähnte man ein Schaf, das dem Nutztier des Jahres 2005 vom Erscheinungsbild her glich. Erstmalig verwendet wurde die Bezeichnung "Bentheimer Landschaf" vermutlich 1918 (Herter und Wilsdorf). Züchterisch wurde ein großes, anspruchsloses, leistungsstarkes, langbeiniges Heideschaf erzeugt, das in Deutschland 1934 als eigenständige Rasse anerkannt wurde. Es ist leistungsstark, weil es mehr Fleisch liefert, fruchtbarer ist und sich gut zur Pflege der Heiden und Moore Niedersachsens eignet.

Mit ca. 15.000 Tieren erlebte es Ende der 40-er Jahre einen Höhepunkt. Durch Wegfall bzw. Kultivierung seines Lebensraumes schrumpften die Bestände des Bentheimer Landschafs um 1970 auf ca. 50 Herdbuchtiere (Herdbuchtiere sind die im Zuchtbuch der Zuchtverbände aufgeführten Zuchttiere mit Leistungs- und Abstammungsnachweis). Für die Züchter bedeutete die geringe Zahl, dass frisches Blut zugeführt werden mußte, um den ursprünglichen Typ ohne Inzucht erhalten zu können.

Das heutige Bentheimer Landschaf besteht aus neun Bocklinien, von denen 3 aus Deutschland stammen. Es wurde auf die Rote Liste der bedrohten Nutztierrassen gesetzt: der Bestand wuchs mit dem Interesse an diesem Landschaf. In einigen Bundesländern wird heute eine Erhaltungsprämie gezahlt und seit 10 Jahren findet in der Grafschaft Bentheim eine einmalige Absatzveranstaltung statt. Wer den Erhalt der Rasse unterstützen will, kann eine spezielle Schafpatenschaft über Land Unter e.V. übernehmen: www.bentheimer-landschaf.de. Der Verein erteilte die Genehmigung zur Veröffentlichung der nachstehenden Bilder.

Quelle: www.bentheimer-landschaf.de
"Rassebeschreibung:
Das Bentheimer Landschaf ist ein großrahmiges, hochbeiniges Schaf mit schwarzen Zeichen um die Augen und an den Füßen. Die großen Ohren haben meist dunkle Spitzen. Der schmale Kopf ist länglich und ramsnasig. Die ursprünglichsten Tiere dieser Rasse haben einen langen, bewollten, fast bis zur Erde reichenden Schwanz. Die Wolle ist schlichtweiß (D-DE, 37 bis 38 Mikron) und fällt bei Tieren des alten Typs lang ab. Sie reicht fast bis zum Boden."

 


"Zuchtziel:
Über das aktuelle Zuchtziel gibt es derzeit eine rege Diskussion unter den Haltern des Bentheimer Landschafes. Einige favorisieren den alten, ursprünglichen Typ, der ausgesprochen gut in der Landschaftspflege einzusetzen ist. Andere Züchter, die über bessere Futterflächen verfügen, setzen auf große, schwere Tiere (Böcke mit zum Teil weit über 100 kg) und damit eine verbesserte Fleischleistung.
Der Verein Land Unter e.V. bemüht sich, möglichst den anspruchslosen alten Schaftyp zu erhalten."

Aus: www.bentheimer-landschaf.de:
 
Körpergewicht
Vliesgewicht
Ablammergebnis
Altböcke
80 - 115 kg
4 - 5 kg
 
Jährlingsböcke
70 - 90 kg
4 - 5 kg
 
Mutterschafe
60 - 70 kg
2,5 - 3,5 kg
120 - 160 %

Links zu diesem Thema:
www.g-e-h.de Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V.
www.bentheimer-landschaf.de Naturschutzprojekt "Land Unter e.V."
www.nabu.de "Schwarz gefleckte Landschaftspfleger"
www.fotonatur.de Fotoagentur, schöne Fotos
www.genres.de Nationales Fachprogramm tiergenetische Ressourcen 2003
www.grafschafter-atlas.de Die Grafschaft Bentheim
www.uelsen-und-umgebung.de Übersichtskarte Grafschaft Bentheim


Biotop der Jahre 2004/2005 - Die Viehweide

Am 10.11.2003 verkündete das Naturschutz-Zentrum Hessen die Viehweide zum Biotop des Jahres. "Viehweiden sind ein Zivilisationsprodukt, ein Lebensraum, der geprägt wird von der Nutzung durch den Menschen und seine Haustiere. Viele Entwicklungen haben dazu geführt, dass der naturschutzkonformen Weidewirtschaft wieder mehr Augenmerk geschenkt werden sollte: Verbrachung von Grünland auf der einen und Nutzungsintensivierung auf der anderen Seite, "Höfe- und Bauernsterben" sowie mangelndes Vertrauen der Verbraucher in die konventionelle Landwirtschaft. Das Thema ist facettenreich, beinhaltet es doch sowohl ökologische als auch sozio-ökonomische Aspekte."


Baum des Jahres 2005 - Die Gemeine Rosskastanie
(Aesculus hippocastanum L.)

Das Kuratorium Baum des Jahres ruft jedes Jahr eine Baumart zum Baum des Jahres aus, um diese mit Hilfe der Medien in das öffentliche Interesse zu rücken. Möglichst vielen Bürgern soll der Baum näher gebracht werden, ein Problembewußtsein soll entstehen und die Bereitschaft geweckt werden, aktiv zu Lösungen beizutragen.
Im November 2004 hat das Kuratorium die Rosskastanie gewählt: "... eine der schönsten, bekanntesten und beliebtesten Stadt- und Alleebaumarten ... : die Gemeine Rosskastanie, Aesculus hippocastanum L. ...", die durch die Ausbreitung der Miniermotte vor wenigen Jahren nun gefährdet ist.

Die Gemeine Rosskastanie (Aesculus hippocastanum L.) darf nicht mit der Esskastanie (Castanea vescalsativa) verwechselt werden. Der sommergrüne Baum kann ca. 20 - 30 m hoch und 100 - 300 Jahre alt werden. Wegen seiner großen Krone ist er ein beliebter Schattenspender, der gerne in Alleen, Parks und Biergärten gepflanzt wird. Die Blätter sind 5- bis 7-fach fingerförmig gefiedert und sitzen an langen rinnigen Stielen. Im Mai trägt die Rosskastanie bis zu 30 cm lange Scheinrispen mit über 100 Einzelblüten, die in der Mitte gelb und - wenn sie pollen- und nektarleer sind - intensiv rot leuchten. Aus den Blüten reifen im Herbst die gelbgrünen runden Früchte mit den weichen Stacheln, die aufplatzen und die glänzenden braunen Kastanien mit hellem Nabelfleck enthalten. Diese sind nicht für den Verzehr geeignet. Ihre Extrakte werden sowie die Rinde und Blätter des Baumes u.a. in der Medizin und Kosmetik genutzt. Im Herbst ist die Rosskastanie gelb gefärbt. Früher hat man angeblich Rösser mit Kastanien kuriert, daher kommt vermutlich der Name.

Seit Mitte der 80-er Jahre ist die Gemeine Rosskastanie gefährdet: Die Miniermotte (Cameraria ohridella) läßt die Blätter oft schon im Juli braun werden. Sie ist ca. 5 mm lang und hat eine metallisch-ockerne Grundfarbe und schwarz-weiße Querstreifen auf ihren 3,5 mm langen Flügel. Der Falter legt bis zu 100 weißlich-transparente Eier pro Fiederblatt an der Oberfläche ab. Die Larven bohren sich dann in das Blatt und fressen dort einen Gang parallel zum Blattnerv. Von da aus treiben sie ihre Gänge wie in einem Bergwerk oder in einer Mine seitlich vor. Die Blätter verfärben sich frühzeitig braun, rollen sich ein und fallen ab. Der geschwächte Baum ist nun für andere Krankheiten anfällig. Die Mottenlarven verpuppen sich in der Mine in einem Kokon. Pro Jahr können sich 3 Generationen Miniermotten bilden. Die letzte überwintert im abgefallenen Laub auf dem Boden und schlüpft in den frühen Morgenstunden. Am Stamm sammeln sie sich, paaren sich und legen ihre Eier auf den Blättern ab. Bei mehrjährigem Befall sind auch ältere Bäume gefährdet.

Ein wirkungsvolles Mittel gegen die Motte gibt es noch nicht. Falllaub soll nicht im eigenen Garten kompostiert werden, da die Motte dort überwintern kann. Wenn das Laub eingesammelt und entsorgt wird, kann der Baum wenigstens von der ersten Generation verschont werden.

Die nachfolgenden Bilder stammen vom Botanischen Garten der Ruhr-Universität Bochum,
© Annette Höggemeier und © Bernd Kirchner
Wuchsort im Botanischen Garten Bochum: Info-Pavillons E7


Habitus

Blüte


Früchte


Knospe

Schadbild Miniermotte

Links zu diesem Thema:

www.sdw.de Schutzgemeinschaft Deutscher Wald e.V.: Die Rosskastanie, PDF-Datei
www.boga.ruhr-uni-bochum.de Botanischer Garten der Ruhr-Universität Bochum
www.boga.ruhr-uni-bochum.de Dr. Armin Jagel - Was ist mit unseren Rosskastanien los ?
www.forst.bayern.de Die Bayerische Staatsforstverwaltung: Die Rosskastanienminiermotte
www.bund-wiki.de Die Kastanien-Miniermotte
www.bund-wiki.de Faltblatt über die Miniermotte
www.wald.de Gemeine Rosskastanie - Baum des Jahres 2005
www.cameraria.de Rosskastanien in Gefahr? (Flyer)
     

Orchidee des Jahres 2005 - Brandknabenkraut
(Orchis ustulata)

Die AHO, Arbeitskreise Heimische Orchideen in Deutschland, wählte für 2005 das Brandknabenkraut (Orchis ustulata) zur Orchidee des Jahres. Der Name der Wiesenorchidee rührt vom "angebrannten", rußgeschwärztem Aussehen vor der Blüte. Die eurosibirische Orchidee findet man auf mageren Halbtrockenrasen, Berg- und Tal-Mähwiesen sowie Streuwiesen. Hierzulande gibt zwei Varianten: eine Normalform Orchis ustulata var. ustulata mit Blütezeit Mai - Juni und eine Sommerform Orchis ustulata var. aestivalis. Durch die Trockenheit der letzten Jahre, die Intensivierung der Landwirtschaft und die ausbleibende Beweidung ist der Bestand gefährdet. Die Roten Listen der Länder geben folgendes an:

Bayern, NRW gefährdet
Baden-Württemberg, Hessen, Saarland stark gefährdet
Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen vom Aussterben bedroht
Brandenburg, Niedersachsen ausgestorben bzw. verschollen

Größte Restvorkommen: Alpen, Alpenvorland, Kaiserstuhl (Freiburg), Eifel, Spessart (in der Rhön eher selten).

Diese Fotos stammen von der Website www.eifelperlen.de von Rolf Haferkamp.

 

Schöne Fotos aus der Rhön finden Sie auf der Website von Marco Klüber, u.a. diese Fotos:
   
© Marco Klüber, "Die Orchideen der Rhön"
www.m-klueber.de

 


Mythologie / Aberglauben:

Die Gesamtheit der Orchideengewächse bezeichnet man mit "Orchideen" (Orchidaceae). Zur Familie der Orchideen gehört die Gattung Orchis.

Der griechische Philosoph und Naturforscher Theophrastos von Eresos (Theophr. IX. 18.3.) nannte die Knabenkräuter, deren beiden Wurzelknollen hodenförmig sind, ca. 300 Jahre vor Chr. "orchis" (griechisch für "Hoden"). In der griechischen Mythologie war Orchis der Sohn eines Satyrs und einer Nymphe, der von Bacchanten getötet wurde. Durch die Gebete seines Vaters wurde er in eine Pflanze verwandelt.

Daher stammt auch der Aberglaube, der in viele alte Schriften übernommen wurde: dass Frauen, die die stärkere und saftigere der beiden Knollen aßen, einen Knaben gebären würden: "Knabenkraut".


Links zu diesem Thema:

www.orchids.de Arbeitskreis Heimischer Orchideen - AHO Baden-Württemberg
www.eifelperlen.de Bilder von Blumen, Fossilien und Mineralien aus der Eifel
www.fotocommunity.de Die Online-Community rund ums Fotografieren
www.m-klueber.de Naturfotografie von Marco Klüber
www.nabu.de Brandknabenkraut ist Jahresorchidee 2005
www.bundnaturschutz-eichstaett.de Die Orchideen des Jahres


Landschaft der Jahre 2005/2006 - Der Jura (Schweiz/Frankreich)

Quelle: nfi-bulletin Nr. 22 / September 2003:
"Nach einer gemeinsamen Sitzung der NFI mit den Landesverbänden Frankreich und Schweiz und den regionalen Naturfreundegruppen hat der Geschäftsführende Vorstand festgelegt, dass die Landschaft des Jahres 2005/06 im Jura stattfindet. ... Das Mittelgebirge des Jura erstreckt sich entlang der französisch-schweizerischen Grenze – auf der Schweizer Seite etwa zwischen Basel, Neuchâtel und Genf und auf der französischen Seite von Basel westlich über Belfort, Besançon, Champagnole und Saint-Claude. Mit seiner kontrastreichen Landschaft aus weiten Plateaus, dichten Wäldern, malerischen Flussläufen und tiefen Tälern bietet der Jura die besten Voraussetzungen für einen sanften Naturtourismus. ...

Generelle Zielsetzung der Aktion “Landschaft des Jahres” ist, die nachhaltige Entwicklung der jeweils gewählten Region zu fördern und zu unterstützen. Die Naturfreunde wollen dabei die aktive Auseinandersetzung mit der Region ermöglichen, gemeinsam mit der Bevölkerung Zukunftsinitiativen für eine Nachhaltige Entwicklung erarbeiten und Projekte initiieren, die auch nach der “Landschaft des Jahres“ weiter wirken."

Quelle: Zeitschrift "Naturfreund":
Das Projekt der Naturfreunde Internationale rückt die Jura, Grenzregion in Frankreich und Randregion der Schweiz als Landschaft des Jahres in den Vordergrund. Es will u.a. Grenzen überschreiten, Möglichkeiten des Austausches schaffen, Verständigung auf beiden Seiten fördern.

Der Jura wird gepriesen als Region zum Skaten, Radeln, Klettern, Tauchen, Wandern, Schlemmen, Kanu fahren, Muße haben, Höhlen erkunden, Leben und Lieben, Grenzen überschreiten. Gefordert wird mehr sanften Tourismus für den Jura. "Reiten, Wandern, Biken, Fotografieren, Philosophieren: Sanfter Tourismus kann dem Jura wirtschaftlich unter die Arme greifen. In Sachen sanfter Tourismus haben Naturfreunde Erfahrung. Diese gilt es umzusetzen, im Weiterführen werden Alternativen entstehen - und (Alternativ-)Energien freisetzen. ...

Das Proklamationsfest vom 11./12. Juni 2005 bei Les Brennets/Villers bildet den Auftakt zu den Anlässen rund um die Landschaft des Jahres. Daten und Details zu den einzelnen Veranstaltungen finden sich u.a. auch im Internet ... Spezielle Publikationen (Newsletter, ECOurier usw.) werden im 2005/06 sowohl von den Naturfreunde Internationale NFI wie von den NFS vorgelegt. In der Januar-Ausgabe 2005 lädt der Naturfreund zudem zu einer 3-tägigen Neuenburger-Jura-Traversierung auf Schneeschuhen ein."

Auf der Seite zeigen Fotos von René Moor folgende Themen: 1) Unterwegs am Montagne du Larmont (F), 2) Im Solothurner Jura mit dem NF-Haus Passwang, 3) Am Col de la Givrine, Kanton Waadt.

Links zu diesem Thema:

www.nfi.at Naturfreunde Internationale
www.naturfreunde.ch Naturfreunde Schweiz
www.velowandern.ch Velotouren durch den schweizerisch-französischen Jura
www.adfc-bw.de Sommerfrische mit dem Rad
www.juratroislacs.ch Jura & Trois-Lacs: Sites naturels

Wildtier des Jahres 2005 - Der Braunbär
Ursus arctos

Zum Wildtier des Jahres wurde der Braunbär von der Schutzgemeinschaft Deutsches Wild, Organisation zur Erhaltung der freilebenden Tierwelt, gekürt.

Bärenbilder von Hans-Wilhelm Grömping,
www.natur-lexikon.com

Schier endlos sind die vielen Ausdrücke, Vergleiche und Redensarten, die mit Bären in Verbindung gebracht werden, wie u.a. "bärenstark", "Meister Petz", "Teddybär", "Gummibärchen", "Pu, der Bär", "Bärenmarke", "Bärenhunger", "Schlafen wie ein Bär", "einen Schlag wie ein Bär", "den Fell des Bären verkaufen, bevor er erlegt ist", "einen Bären aufbinden", "einen Bärendienst erweisen", "da tanzt der Bär", "da ist der Bär los", "gutmütig wie ein Bär" etc. Der Bär schmückt auch Fahnen und Wappen und ist als Polarstern zu sehen.

Vor etwa 170 Jahren nun wurde der Bär hierzulande ausgerottet. In Österreich und der Schweiz wurde er durch Auswilderungsprojekte erfolgreich heimisch. In jüngster Vergangenheit hat er die südlichen und östlichen Grenzen in den Alpen gelegentlich überschritten und wurde u.a. in Bayern gesichtet. In der Hoffnung, dass der Bär sich wieder im deutschen Alpenraum ansiedelt, soll er in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit gerückt und mit Toleranz behandelt werden. Ca. 6.000 bis 10.000 Braunbäre soll es noch in ganz Europa geben.

Braunbären haben ein großes Revier. Sie sind Allesfresser, d.h. auf ihrem Speiseplan stehen u.a. Fleisch, Fisch, Aas, Pflanzen, Wurzeln, Beeren und Honig. Im Winter halten sie Ruhe, d.h. sie schlafen viel und fressen nur zwischendurch. Im Mai/Juni/Juli paaren sich die Einzelgänger und zwei bis drei Junge kommen um den Februar mit 300 - 400 g auf die Welt. Im Sommer und Herbst kann ihr Gewicht auf 60 - 70 kg steigen. Bei bestimmten Bären-Unterarten (z.B. Kodiakbären in Alaska) kann das Männchen zwei bis drei m groß (in Europa eher 1,70 m bis 2,20 m) und 150 - 800 kg schwer werden. Bären können 60 km/h laufen und ihr Geruchssinn ist sehr ausgeprägt.

Bären sind hauptsächlich in bewaldeten Bergregionen heimisch. Die Jagd dezimierte sie und ihre Lebensräume wurden durch Zersiedelung von Landschaften, Straßenbau, Errichtung touristischer Zentren zerstört. Notleidende Bären (aus Zwinger und Zirkussen, ehemalige Tanzbären, Bärenkämpfer) finden im Alternativen Bärenpark Worbis in Thüringen eine neue Heimat.

Links zu diesem Thema:

www.faunistik.net Ursus arctos - Braunbär
www.wwf.at WWF Österreich - Braunbär Biologie
www.euronatur.org Artenschutzprojekt: Braunbären in Europa
www.baerenpark.de "Alternativer Bärenpark Worbis" der Aktion Bärenhilfswerk e.V.
de.wikipedia.org Artikel "Braunbär"
www.nationalpark.ch Bündner Natur-Museum: Tier-Portrait "Der Braunbär"
www.naturfoto-online.de Viele schöne Fotos
www.stangl-taller.at
www.stangl-taller.at
www.stangl-taller.at
Die Teddybär-Geschichte von Sigrid Heuck
Wie ist der Teddybär eigentlich zu seinem Namen gekommen?
Geschichte und Geschichten über Arktos (= griechisch "Der Bär")

Fisch des Jahres 2005 - Die Bachforelle
(Salmo trutta f. fario L.)

Der Dachverband der Angler VDSF, Verband Deutscher Sportfischer (ca. 700.000 Mitglieder) hat für das Jahr 2005 die Bachforelle gewählt. Der Fisch soll trotz seiner Bekanntheit der Öffentlichkeit vorgestellt werden, da sein Lebensraum gefährdet ist.

Zitat aus: www.vdsf.de/fishoftheyear/2005.html
Verband Deutscher Sportfischer e.V., Wolfgang Düver, Referent für Öffentlichkeitsarbeit, 29. Oktober 2004:

"
Bachforellen kommen in klaren, kalten, sauerstoffreichen Fließgewässern vor, aber auch in Seen bis zu einer Seehöhe von rund 1.500 Metern, wenn sie einen Zufluß mit Laichmöglichkeiten besitzen. Die Bachforelle sucht zur Laichzeit (Spätherbst und Winter) kleinere und kleinste Nebenbäche auf, um hier auf sandig-kiesigen, schnell durchströmten Flachwasserbereichen abzulaichen.
Deshalb müssen die Bachsysteme durchgängig sein. Die Bachforelle liebt Verstecke und tiefe Stellen. Unterspülte Wurzeln, überhängende Büsche, große Steine im Wasser sind Anziehungspunkte. Aus begradigten Bächen verschwindet sie schnell. Auch gegen Verschmutzungen ist die Bachforelle empfindlich. Nur sehr selten taucht sie auch in großen Flüssen auf.

Die Verbreitung der Bachforelle erstreckt sich über ganz Mitteleuropa von Spanien bis Skandinavien. Außerdem kommt sie in Island, Nordafrika und im Kaukasus vor.
Ihre Nahrung besteht vorwiegend aus Krebsen, Würmern, Schnecken, Insekten und gelegentlich aus kleineren Fischen. Bachforellen erreichen meist eine Größe von 30 bis 60 cm und wiegen durchschnittlich 0,5 bis 2 kg. Bei entsprechendem Nahrungsangebot und größeren Wassertiefen können Bachforellen aber auch über 1 Meter lang werden und ein Gewicht von bis zu 9 kg erreichen. Die typischen Färbungsmerkmale sind ein dunkel-olivgrüner Rücken mit schwarzen Flecken und die roten Punkte auf den goldgelben Flanken. Zeichnung und Farbe können sich dem Hintergrund anpassen, so dass sie als Tarnung fast perfekt sind.
Bis in die 1950-er Jahre war die Bachforelle noch überall häufig anzutreffen.

Gefährdungsursachen:
Durch die Regulierung und Verbauung unserer Flüsse und Bäche sind ihre natürlichen Lebensräume selten geworden. Viele Barrieren in Form von Staustufen und Wehren behindern die Bachforelle auf ihren Wanderungen und schneiden sie von ihren Laichrevieren ab. Außerdem finden viele von ihnen in den Turbinen von Wasserkraftwerken den Tod.
Die Gewässerverschmutzung und der saure Regen haben ihrerseits dazu beigetragen, dass der Bachforelle heute höchstens noch 10 Prozent ihres ursprünglichen Lebensraumes bleiben. Seit Ende der neunziger Jahre werden zudem von Anglern aus Südbayern im Sommer und Herbst massive Bachforellensterben gemeldet. Mit einem groß angelegten Untersuchungsprogramm versuchen derzeit der Landesfischereiverband Bayern (LFV) und das Bayerische Landesamt für Wasserwirtschaft (LfW) den Ursachen auf die Spur zu kommen. Vieles deutet darauf hin das weder Giftstoffe, noch eine Fischkrankheit im klassischen Sinn in Frage kommen.

Dass die Bachforelle dennoch weit verbreitet ist, ist vor allen Dingen den Besatzmaßnahmen der Angler zu verdanken. Langfristig können solche Bemühungen aber nur zum Erfolg führen, wenn sie von grundlegenden Verbesserungen begleitet werden. Das bedeutet, wir brauchen naturnahe, durchgängige und strukturreiche Fließgewässer sowie eine hohe Wasserqualität. Nur dann hat die Bachforelle eine Chance wieder zum normalen Inventar unserer heimischen Naturlandschaft zu werden."

Fotovermerk: Die Bachforelle in ihrem Lebensraum, auf kiesigem Untergrund. Durch Verbauung und Regulierung unserer Flüsse und Bäche ist sie zunehmend gefährdet.
Foto: Wolfgang Hauer
Quelle: www.vdsf.de

Und hier die Bachforelle musikalisch:

Die Forelle

von: Christian Friedrich Daniel Schubart (1739-1791)


In einem Bächlein helle,
Da schoß in froher Eil
Die launische Forelle
Vorüber wie ein Pfeil.

Ich stand an dem Gestade
Und sah in süßer Ruh
Des muntern Fischleins Bade
Im klaren Bächlein zu.

Ein Fischer mit der Rute
Wohl an dem Ufer stand,
Und sah's mit kaltem Blute,
Wie sich das Fischlein wand.

So lang dem Wasser Helle,
So dacht ich, nicht gebricht,
So fängt er die Forelle
Mit seiner Angel nicht.

Doch endlich ward dem Diebe
Die Zeit zu lang. Er macht
Das Bächlein tückisch trübe,
Und eh ich es gedacht,

So zuckte seine Rute,
Das Fischlein zappelt dran,
Und ich mit regem Blute
Sah die Betrogene an.

Die ihr am goldenen Quelle
Der sicheren Jugend weilt,
Denkt doch an die Forelle,
Seht ihr Gefahr, so eilt!

Meist fehlt ihr nur aus Mangel
der Klugheit, Mädchen, seht
Verführer mit der Angel!
Sonst blutet ihr zu spät!

Links zu diesem Thema:

www.vdsf.de Verband Deutscher Sportfischer e.V.: Fisch des Jahres 2005
www.umwelt.nrw.de Naturschutz
www.biosphaerenreservat-rhoen.de Projektsteckbrief: "Die Rhöner Bachforelle"
www.schulmusik-online.de Hartmut Flechsig: "Die Forelle - Kann ein Kunstlied aus der Zeit der Romantik Unterrichtsgegenstand sein ?" (PDF-Datei)
www.musikbibliothek.de Online-Musikbibliothek

Pilz des Jahres 2005 - Der Wetterstern
Astraeus hygrometricus (Pers.) Morgan

Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie DGfM hat den weltweit verbreiteten Wetterstern zum Pilz des Jahres 2005 gewählt, um "auf einige der bizarrsten Gestalten im Pilzreich hinzuweisen, die im Laufe der Evolution sowohl in der Verwandtschaft der Korallenpilze als auch in jener der Steinpilze entstanden sind. Seine frühere Bedeutung als „Wetterprophet“ hat Astraeus freilich längst verloren. Im Zeitalter der Satellitenprognosen erinnert daran nur noch der deutsche Name Wetterstern." Grundsätzlich will der Verein mit der Wahl der Organismen des Jahres "zeigen, wie wichtig gerade die Pilze im Ökosystem sind und welche grundlegende Bedeutung der Erforschung der Pilze, der Mykologie (www.botanik.biologie.uni-muenchen.de, für den Menschen zukommt. Eine Art steht stellvertretend für hunderttausende von Arten, die oft weniger ins Auge fallen als gerade der erwählte Pilz, aber vielleicht einmal entscheidend für unsere Zukunft sein werden." (Quelle: www.dgfm-ev.de)

Foto von Volker Bleem
Foto von Georg Müller

Zitat (Quelle: www.dgfm-ev.de) :

"Eine zuverlässige Wettervorhersage ist ein alter Menschheitstraum. Jahrhunderte lang vertraute man auf den bekannten „Wetterfrosch“ im Glas, auf Fichtenzapfen, die ihre Schuppen spreizen, auf hoch oder tief fliegende Schwalben – und auf einen sternförmigen Pilz, dem man den ehrenvollen Namen Wetterstern verlieh.

Der Wetterstern wächst zunächst als unterirdische Kugel mit einer zweischichtigen Hülle heran, die sich - kaum aus dem Boden lugend - in eine äußere und eine innere Schicht aufspaltet. Das sternförmige Aufreißen reifer Fruchtkörper wird von der Luftfeuchtigkeit gesteuert: Bei feuchter Witterung löst sich die äußere Schicht von der inneren, reißt sternförmig auf und hebt den eigentlichen Sporenbehälter, eine dünnhäutige Kugel mit kleiner, zentraler Öffnung, empor. Trockene Luft kehrt den Vorgang um: Die „Arme“ des Wettersterns schließen sich wieder um den Sporenbehälter. Trifft bei feuchtem Wetter ein großer Regentropfen oder ein herabfallender Zweig auf den freigelegten Sporenbehälter, werden die Sporen, ähnlich wie bei den Bovisten und Stäublingen, wie mit einem Blasebalg durch die kleine, runde Öffnung gepustet. An getrockneten und wieder angefeuchteten Fruchtkörpern lässt sich diese „hygroskopische“ Bewegung über viele Jahre hinweg nachvollziehen.

Es fällt nicht immer leicht, einen gespreizten Wetterstern von seinen Doppelgängern aus der artenreichen Gattung der Erdsterne (Geastrum) zu unterscheiden. Neben der einzigartigen „wetterfühligen“ Reaktion ist vor allem das leopardenfellartige Muster der Sternzacken charakteristisch. Dabei sind die Erdsterne trotz ihrer Ähnlichkeit nur entfernt mit dem Wetterstern verwandt, gehören sie doch in die genetische Verwandtschaft der Echten Korallen, während Astraeus hygrometricus es eher mit dem Steinpilz hält: Dieser und fast alle anderen Röhrlinge gehören zur gleichen Großfamilie. Untersuchungen der Pilzfarbstoffe, Besonderheiten des Pilzmyzels im Boden und jüngst auch genetische Forschungen trugen zu dieser auch für viele Fachleute überraschenden Erkenntnis bei.

Als Mykorrhizapilz lebt der eigentümliche Pilz in Symbiose mit den Wurzeln von Waldbäumen – besonders diverser Kiefernarten – und ist dem entsprechend ein wertvoller Bestandteil des Ökosystems Wald auf trockeneren, meist sandigen oder aus Granitgrus aufgebauten, bodensauren Standorten.

Der Wetterstern ist weltweit verbreitet, kommt in Südeuropa vielerorts massenhaft vor, nimmt aber nach Norden zu ab. In der Südhälfte Deutschlands scheint er auf kalkarmen Böden nicht selten zu sein. Auch in Norddeutschland kommt er noch an vielen Orten vor. Allgemein ließ sich in den letzten 25 Jahren allerdings ein Rückgang der Bestände feststellen. In sauren Kiefernbeständen und an Sonderstandorten wie wieder aufgeforsteten Abraumhalden und Weinbergen, ja sogar an Bahndämmen sind mitunter zeitlich begrenzte Massenvorkommen zu beobachten."

Links zu diesem Thema:

www.pilzewelt.de Volkers Pilzewelt
www.pilzepilze.de Pilzgalerie von Georg Müller, Oberkirch (Schwarzwald)
www.pilzfotopage.de Wetterstern-Fund vom 12.04.2004 in Bexbach (Saarland)
www.infochembio.ethz.ch InfoZentrum Chemie Biologie Pharmazie, "Erdsterne (Astraeaceae): Mykologie"
     

Insekt des Jahres 2005 - Die Steinhummel
Bombus lapidarius

Auf der Pressekonferenz der Bundesregierung vom 24.02.2005 gab die Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft die Wahl des Kuratoriums, dem namhafte Insektenkundler und Vertreter wissenschaftlicher Gesellschaften und Einrichtungen angehören, bekannt. Die Wahl fand zum erstenmal gemeinsam mit der Österreichischen Entomologischen Gesellschaft statt. Schirmherr ist der Bayerische Staatsminister für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz.

Mit der Wahl soll auf eine artenreiche Insektengruppe aufmerksam gemacht und Vorurteile abgebaut werden. Die Steinhummel ist "ein friedfertiges Tier und für den Menschen in vielen Bereichen sehr nützlich." Obwohl Hummelköniginnen und Arbeiterinnen einen Stachel haben, sind sie "extrem stechfaul". Sollten sie tatsächlich einmal stechen, "ist ihr Stich nicht gefährlicher als der einer Biene."

Quelle: www.vistaverde.de :
"Die Steinhummel gehört zur Insektenordnung der Hautflügler, die immer zwei Paar häutige Flügel besitzen. Mehr als 100.000 verschiedene Arten von Hautflügler sind bekannt; auch alle Ameisen, Bienen und Wespen gehören dazu. Hummeln gibt es in fast allen Klimaregionen; selbst am Polarkreis leben spezialisierte Arten. Honig produzieren sie zwar nur für ihren eigenen Bedarf; ihr Nutzen als Bestäuber von Wild- und Nutzpflanzen ist jedoch von unschätzbarem Wert. Daher sind alle Hummelarten in Deutschland geschützt.

Hummelköniginnen werden im Herbst begattet. Sie überwintern allein unter der Erde oder anderen geschützten Stellen. Gegen Ende April verlassen sie ihr Winterquartier. Jetzt beginnt die Arbeit, die sie ganz alleine bewältigen müssen: die Suche nach einem geeigneten Nest, der Bau eines Wachstöpfchens, das mit Nektar gefüllt wird und danach die Ablage der ersten befruchteten Eier, die mit Wachs überdeckt und wie bei Hennen von der Königin „bebrütet“ (gewärmt) werden.

Die ersten Larven muss eine Königin noch selber großziehen. Erst circa drei Wochen nach der Nestgründung schlüpfen die ersten Arbeiterinnen. Jetzt kann sich die Königin zurückziehen und sich ganz darauf konzentrieren Eier abzulegen. Sie wird ihr Nest für den Rest ihres Lebens nicht mehr verlassen. Ein Hummelvolk hat bis zu 600 Bewohner. Ist ein Volk gut entwickelt, werden aus unbefruchteten Eiern Männchen und aus den befruchteten Eiern „Prinzessinnen“ (Jungköniginnen). Das alte Volk stirbt und nur die Jungköniginnen überwintern. Ein neuer Zyklus beginnt."

 Schöne Amateur-Naturfotos
finden Sie auf der Website von Jürgen Peters
   
 
Steinhummeln ernähren sich von Nektar und Pollen. Sie sind eindeutig gezeichnet: schwarz mit rotbraunem Körperende. Die Hummelkönigin ist 22 - 26 mm lang und nistet gern unter Steinhaufen. Befruchtete Jungköniginnen überwintern in Bodenlöchern, übernehmen den Bau der Brutzellen, legen ca. 300 Eier und füttern anfangs die Larven.
   
Später übernehmen die Arbeiterinnen (Größe ca. 12 - 16 mm) Nestbau und Brutpflege.
   
Die Männchen sind 14 - 18 mm lang und haben am Kopf und Vorderrand der Brust einen orange-gelben behaarten Streifen.

Links zu diesem Thema:

www.jki.de Julius Kühn-Institut
www.vistaverde.de Steinhummel ist Insekt des Jahres
www.insektenfotos.de Amateur-Naturfotos von Jürgen Peters
www.naturspektrum.de Galerie Hautflügler (Hymendoptera)
www.wildbienen.de Hummelarten: Steinhummel - Bombus lapidarius
www.chili-balkon.de Gartenbewohner
     

Gemüse des Jahres 2005 - Die Zichorie
Cichorium intybus L. / Cichorium endivia L.

Der Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt VEN hat sich für die Zichorie entschieden. Es gibt zwei Arten kultivierter Zichorien: Cichorium intybus L. und Cichorium endivia L. Sie sind eng miteinander verwandt: sie stammen aus derselben Gattung.

Das Korbblütengewächs wird volkstümlich auch Sonnenwendel, Sonnenbraut, Hansl am Weg, Wegleuchte, Armesünderblume, Verwünschte Jungfer, Blaue Distel oder Kaffeekraut genannt bzw. Chicorée, Salatzichorie, Bleichzichorie, Treibzichorie, Brüssler Endivie, Brüssler Salat, Chicon, engl.: Brussels chicory, French endive, franz.: chicorée de Bruxelles, flämisch: witloof.

Die Cichorium intybus stammen von der wilden Wegwarte Cichorium intybus var. sylvestre Vis ab, die weltweit in gemäßigten Zonen vorkommt. Die drei Unterarten der Wegwarte sind: die gewöhnliche Wegwarte Cichorium intybus var. intybus, die Wurzel- oder Kaffeezichorie Cichorium intybus var. sativum und den Chicoree Cichorium intybus var. foliosum Hegi. Die Wegwarte wird bis zu 2 m hoch und wächst bevorzugt an Wegrändern. Ihre Blüten sind nur während hellem Sonnenschein geöffnet und folgen dem Lauf der Sonne (daher: "Sonnenwendel"), sie sind meistens hellblau, seltener weiß oder rosarot.

Durch Züchtung entstanden die dicken Wurzeln der Kaffeezichorie (bis zu 500 g schwer), aus denen man früher (ab 17. Jh.) Kaffeeersatz herstellte, als Bohnenkaffee teuer oder gar nicht erhältlich war. Dazu wird die Wurzel zerkleinert, gegart und geröstet. Zichorienkaffee hat eine karamell-braune Farbe und ist koffeinfrei. Obwohl der "Muckefuck" unangenehm an Kriegszeiten erinnert, ist er eine gesunde und köstliche Alternative zu Bohnenkaffee.

Aus dieser Wurzelzichorie entstand im 19. Jh. die Sorte "witloof", d.h. die aus den Rüben im Winter ausgetriebenen Knospen: der als Gemüse bekannte Chicorée. Um 1845 entdeckte der Chefgärtner Brézier des Brüsseler Botanischen Gartens in einem dunklen Hauskeller zufällig Zichorienwurzeln, die im Dunkeln nochmals zu treiben begonnen hatten. Diese Triebe erwiesen sich als außerordentlich schmackhaft. Dieses "Brüsseler witloof" wurde 1873 zum ersten Mal auf einer Messe vorgestellt und stieß bei den Besuchern aus Frankreich, Belgien und den Niederlanden sofort auf großes Interesse.
Jährlich werden in Belgien durchschnittlich ca. 8,6 kg, in Frankreich ca. 3,7 kg und in den Niederlanden ca. 3,2 kg Chicorée pro Kopf verbraucht. Frankreich ist der größte Produzent, Belgien hat den höchsten Verbrauch, die Niederlanden sind der größte Exporteur. Der Verbrauch in Deutschland beträgt nur ca. 200 - 400 g pro Kopf.
Dank moderner Kulturverfahren wird der Chicorée vom Winter bis zum Frühsommer angeboten. Nach der Ernte werden die Chicorée-Wurzeln mehrere Wochen lang aufrecht stehend in dunklen Reifekammern eingelagert. Manche Sorten werden mit Erde abgedeckt, andere stehen in nährstoffhaltigem Wasser. Durch die Dunkelheit bilden die Blätter kein Chlorophyll und somit fast kein Intybin. Licht würde die Blätter grün färben und das Gemüse würde unangenehm bitter schmecken.
Die blassgelben Sprossen sind sehr gesund, sie enthalten u.a. die Vitamine A, B und C sowie Kalium, Phosphor, Calcium und Magnesium.
Zahlreiche Sorten, auch rotblättrige, entstanden am Mittelmeer, zu denen auch der Radicchio gehört. Die Radicchio-Salatköpfe haben weinrote Blätter und dicke weiße Rippen. Sie werden als Rohkostsalat gegessen und zur Dekoration von Speisen verwendet.

Die Cichorium endivia wurden hierzulande zuerst in den Klostergärten mit zwei verschiedenen Blattformen gezüchtet: breitblättrig (Eskariol) und krausblättrig (Endivien). Sie blühen ebenfalls mit blauen Korbblütchen. Die Blätter enthalten reichlich Vitamine. Der bittere Geschmack kommt vom Intybin; dieser Bitterstoff regt den Speichelfluss an, fördert die Verdauung und soll galle- bzw. harntreibend sein.

Ein Flyer über die Zichorie ist ab Ende Januar 2005 über den VEN Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt e.V. erhältlich.

Links zu diesem Thema:

www.nutzpflanzenvielfalt.de Website des VEN
www.mpiz-koeln.mpg.de Max-Planck-Institut für Züchtungsforschung in Köln
www.gartenspaziergang.de Schöne Fotos von der Wegwarte
www.naturheilkundelexikon.de Wegwarte
www.swr.de Kaffee oder Tee: Ein wertvolles Wintergemüse: Chicorée
www.lebensmittellexikon.de Chicorée
www.inform24.de Chicorée - ein Leben im Dunkeln
www.belgien-tourismus.be Gastronomie in Belgien: Der Chicorée (frz. Chicon)
www.kochbuch-und-kuechenhilfe.de Leckere Kochrezepte zum Nachkochen

Spinne des Jahres 2005 - Die Zebraspringspinne
Salticus scenicus (Clerck 1757)

Die Arachnologische Gesellschaft e.V. (AraGes) und die Belgische Arachnologische Vereniging (ARABEL) haben am 07. Januar 2005 in Berlin erstmalig gemeinsam die Spinne des Jahres proklamiert. Mit dieser internationalen Aktion soll grenzüberschreitend die Spinnenart "stellvertretend für die über 1300 zentraleuropäischen Spinnenarten ... in der breiten Öffentlichkeit bekannter und beliebter" gemacht werden.

Copyright Fotos: www.arages.de /www.BioNetworX.de
 

Die kleine, interessante Spinne wird wegen ihrer Körpergröße von 4 - 7 mm oft nicht wahrgenommen. Sie hat am Hinterleib drei breite Querstreifen ("Zebra...") und fängt ihre Beute (u.a. Fliegen, Käfer, Stechmücken) nicht im Netz, sondern im Sprung ("...spring..."). Die Zebraspringspinne kommt überall in Siedlungsgebieten vor und hält sich gerne an sonnigen, windstillen Plätzen auf. Aktuelle Verbreitungskarte: siehe www.arages.de.

Sie bewegt sich schleichend oder hüpfend fort und trotz ihrer kurzen Beine kann sie bis zur 20-fachen Körperlänge weit springen. Sie schleicht sich an glatten Oberflächen an ihre Beute heran, befestigt zunächst einen Sicherungsfaden und springt dann das Opfer, das um ein Vielfaches größer sein kann, exakt an. Sollte der Sprung daneben gehen, stürzt die Spinne wegen des Sicherungsfadens nicht ab.

Die kleine Spinne hat enorm große, scheinwerferartige Frontaugen, mit denen sie dreidimensional und farbig sieht, und auf dem Vorderleib sechs weitere Augen in drei Querreihen. Dadurch kann sie in alle Richtungen, auch nach hinten, sehen. Im Nahbereich sieht sie besser als ein Mensch und verfolgt bewegliche Objekte, ohne den Kopf zu drehen. Sie verläßt sich voll auf ihre Augen, während andere Spinnen mehr tasten und auf Erschütterungen reagieren.

Die Zebraspringspinne zieht sich bei kühlem Wetter und zur Eiablage in ein Gespinst in Ritzen und Fugen zurück. Häufig ist sie bereits an den ersten warmen Frühlingstagen an Hauswänden zu sehen. Für Menschen ist sie völlig ungefährlich; Spinnen tragen zum biologischen Gleichgewicht bei.

Links zu diesem Thema:

www.arages.de Arachnologische Gesellschaft: "Spinne des Jahres 2005"
www.arachnology.org The International Society of Arachnology: Jumping Spiders
www.natur-lexikon.com Zebraspringspinne, syn. Harlekinspringspinne
www.nicksspiders.com Fotos: Nick's Spiders of Britain and Europe
salticidae.org Diverse Detailzeichnungen vom Salticus scenicus
www.natureportfolio.co.uk Photos of Jumping Spiders
www.rutkies.de Viele Spinnenfotos
www.microscopy-uk.org.uk "The Leaping Dancer"
research.amnh.org Salticidae

 

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