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Natur des Jahres - 2004

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Hinweis in eigener Sache:
Die Naturseiten von 2001 bis 2006 wurden meiner stillgelegten Duisburger Website www.WedauLink.de entnommen. Für die Veröffentlichung bzw. Nutzung aller fremden Bildmaterialien verfüge ich persönlich über die entsprechenden Genehmigungen, die ich gelegentlich - soweit möglich - wieder erneuern werde.

Bitte beachten:
Alle Bilder stehen unter Copyright. Dies gilt auch für die bisher in Medien (Natur-/Koch-/ sonstige Bücher, Zeitschriften, Magazine, Newsletters, Stadtpläne), bei Behörden und Institutionen im In- und Ausland veröffentlichten Texte und Fotos.

Vogel des Jahres 2004 - der Zaunkönig (Troglodytes troglodytes)

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) kürte am 10.10.2004 in Berlin den zweitkleinsten Vogel Europas, den "Höhlenbewohner" Troglodytes (Griechisch), zum Vogel 2004. Auch wenn ihr Bestand nicht gefährdet sei, gäbe es zu wenig Futter- und Nistmöglichkeiten für sie in den menschlichen Siedlungsräumen.

Meine Nachforschungen über die Wortherkunft führten nur zu Hinweisen auf eine Sage aus der Antike über die Königswahl der Vögel. Durch eine List gewann der Zaun-(=Hecken-) König einen Wettflug, mußte sich dann allerdings vor den anderen verstecken. Zwei von Grimm's Märchen (siehe: "Links zu diesem Thema") befassen sich ebenfalls mit dem Zaunkönig.

Zaunkönig
Troglodytes troglodytes

Der Zaunkönig ist in Europa sehr weit verbreitet. Im Winter wandern die Vögel aus dem Norden Europas nach Süden und rasten dabei öfters in der Ostsee auf fahrenden Schiffen.

In strengen Wintern werden sie so stark dezimiert, dass der Verlust erst nach 1 - 2 Jahren wieder ausgeglichen ist. Bis zu 20 Singvögel können sich in einem Nest einfinden, um sich gegenseitig gegen die Kälte zu schützen. Manchmal übernachten sie auch in Schuppen, Garagen oder Scheunen.

Zaunkönige wiegen ca. 8-10 Gramm, sind ca. 9,5 cm lang, haben eine kugelige Gestalt, eine Flügelspannweite von ca. 13,5 cm und einen kurzen, fast immer aufrecht stehenden Schwanz. Das Gefieder ist zimtbraun bzw. rotbraun, die Flügel sind quergestreift. Über den Augen ist ein heller Streifen, der Schnabel ist sehr dünn, die Unterseite des Vogels ist bräunlich.

Der Winzling hat eine bis zu 90 dB laute, schmetternde Stimme, in der Brutzeit singt er von früh bis spät. Sein angenehmer Gesang besteht aus vielen abwechselnden, hellpfeifenden Tönen, in der Mitte der langen Melodie ist der Ton klangvoll, gegen Ende sinkt er zu einem Triller.

Dort, wo die Vegetation dicht ist, siedelt er sich an: unterholzreiche Mischwälder, an Bächen, in Parks und Gärten mit dichtem Buschwerk, in Heckenlandschaften, in Farn- und Brombeerdickichte, in Haufen dürren Reisigholz. Der Zaunkönig ist tag- und dämmerungsaktiv.

Er kriecht geschickt durch Ritzen und Löcher und hüpft in geduckter Stellung sehr schnell über den Boden oder durchs Gebüsch. Im Sommer ernährt er sich vorwiegend von Kleininsekten, deren Larven, Spinnen, kleinen Würmern und anderen Tieren, die er bis in die entferntesten Winkel verfolgen kann. Im Winter frißt er auch Sämereien.
Das Männchen baut im Frühjahr (Apr.-Juli) mehrere kugelrunde Balznester, manchmal mehr als ein Dutzend, mit seitlichem Schlupfloch. Sie liegen meistens unter 3 m hoch in dichten Efeuhecken, Reisighaufen, Erdabbrüchen, im Wurzelwerk umgestürzter Bäume oder tiefhängende Nistkästen. Das Nistmaterial besteht aus Moos, dürrem Laub und kleinen Ästen und innen aus Federn, Moos, Haaren und Wolle. Das Weibchen wählt eins der Nester zum Brüten aus. Manchmal gibt es 2 Jahresbruten, das Männchen übernimmt die erste, das Weibchen das zweite. Wenn die Nahrungsbedingungen günstig sind, paart sich das Männchen auch mit mehreren Weibchen.

Links zu diesem Thema:

www.textlog.de Grimms Märchen "Der Zaunkönig"
www.wikipedia.de Grimms Märchen "Der Zaunkönig und der Bär"
www.gartenspaziergang.de Schöne Zaunkönig-Fotos


Blume des Jahres 2004 - Das Alpenglöckchen
Soldanella alpina

Die Stiftung Naturschutz Hamburg (Kurzbezeichnung „Stiftung Natur und Pflanzen“) fördert bundesweit Naturschutzprojekte und hat das Alpenglöckchen zur Blume des Jahres 2004 gewählt. Als typische Blume der Gebirgsregionen soll es auf seinen Lebensraum aufmerksam machen, denn die blühende alpine Rasen- und Wiesenpflanzenvielfalt wird durch diverse Freizeitaktivitäten, entsprechende Bauten sowie Überweidung bedroht. Im Sommer und Winter, d.h. ganzjährig, werden diese Lebensräume von Wanderern, Mountain-bikern, Bergsteigern, Drachenfliegern etc. genutzt. Für diesen Tourismus werden Wege erschlossen, Rast- und Parkplätze, Skilifte und Bergbahnstationen gebaut. Der Boden wird versiegelt, verdichtet, entwässert. Mit dem Alpenglöckchen soll für einen "sanften Tourismus" geworben werden, um Eigenart und Schönheit der Gebirgsregionen, die mit der Vorstellung von blühenden Gebirgswiesen verbunden sind, zu bewahren.

Alpenglöckchen; Copyright: Robert Flogaus-Faust Das Alpenglöckchen wird auch Almglöckchen, Blaues Schneeglöckchen oder Alpen-Troddelblume genannt. Die mehrjährige im Mai-Juli blühende Pflanze wird 15 - 18 cm hoch, ihre Blätter sind dunkelgrün nierenförmig, die Blüten blau-violett, trichterförmig, gefranst und ca. 1 cm groß. Die Blütenknospe drückt von unten her durch dünne Schnee- und Eisschichten. Das Primelgewächs findet man vor allem in schneebedeckten Regionen in 600 - 3000 m Höhe, z.B. Alpen, Pyrenäen, Karpaten und im Jura; auf dem Feldberg (Schwarzwald) kommt es noch als Relikt aus der Eiszeit vor. Es trotzt als Gebirgspflanze Kälte, starke Sonneneinstrahlung und Austrocknung durch kräftige Winde.
Beide Fotos unten: Russ Collins
(aus "Provence beyond French", leider nicht mehr online)
Darstellung genehmigt mit Mail vom 31.10.03
Genehmigung: Russ Collins

Links zu diesem Thema:

www.parcomajella.it Nationalpark der Majella
www.gartendatenbank.de Pflanzen der Alpen
www.juergens-gartenwelt.de Bereich der Einzelpflanzen
 

Nutztier des Jahres 2004 - Die Dunkle Biene
Apis mellifera mellifera (Linnaeus 1758)

Gewählt wurde die einzige in Mitteleuropa heimische Honigbiene, auch genannt: Schwarze Biene, Nigra, Landbiene, Heidebiene, Nordrasse. Sie nimmt in Natur und Kultur eine Sonderstellung ein und droht nun, "unter einem Berg von Irrtümern begraben und ausgerottet zu werden", heißt es im November-Rundbrief des GEDB (Gemeinschaft zum Erhalt der Dunklen Biene e.V.).

 
Aus www.nordbiene.de
Foto: Kai-M. Engfer, www.nordbiene.de

Man unterscheidet verschiedene Ökotypen, u.a. die Heidebiene (A.m.m. lehzeni), die Deutsche Braune Biene (A.m.m. mellifera), die Schwarze bzw. Alpenländische Biene (A.m.m. nigra).

Die Dunklen Bienen sind groß, haben einen auffällig runden Hinterleib, eine dunkelbraune Brustbehaarung und schmale Filzbinden und sind von den Westlichen Honigbienen (Apis mellifera) leicht zu unterscheiden. Diese Bienen sind vital, anspruchslos und robust und haben alle Klimaveränderungen seit der Eiszeit vor ca. 1 Mio Jahren überdauert.

In Deutschland wurde die mellifera (=westeuropäische Honigbiene) nicht hauptsächlich durch die Zucht der ligustica, sondern hauptsächlich der importierten carnica (eine Balkanbiene) bedroht. Die carnica ist auch heute noch die Zuchtbiene, favorisiert vom Deutschen Imkerbund.

Wie jung oder alt die Bienenrassen sind, lässt sich schwer sagen. Eines ist jedoch sicher: die carnica (= Balkanbiene) ist KEIN Abkömmling der ligustica (=italienische Biene); sie ist auch nicht "jünger" als diejenige.

 
Dunkle Biene, Foto von Kai-M. Engfer

Folgende typische Eigenschaften der mellifera werden u.a. genannt:

  • winterhart,
  • verteidigungsbereit gegenüber Eindringlinge,
  • varroaschädlich,
  • langlebig,
  • flugkräftig,
  • angepaßt am vorhandenen Angebot,
  • ausgeprägter Pollensammeltrieb.

Quellenangabe für
Foto und Textteile:
Kai-Michael Engfer, www.nordbiene.de

Ein paar tausend Völker sind u.a. noch in Norwegen und Dänemark, Polen, Belgien, Schweiz und Österreich vorhanden. Die Dunkle Biene gehört zur Kategorie I, d.h. zur extrem gefährdeten Klasse, auf der Roten Liste der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen. Idealisten kämpfen um die Erhaltung der Restbestände südlicher Vorkommen. Die Erhalter der Dunklen Bienen sind im europäischen Dachverband SICAMM versammelt, zu dem auch die deutsche GEDB gehört, gegründet unter der Leitung von Kai-Michael Engfer, siehe nachfolgenden Link Nr. 1.

Herr Engfer schreibt u.a.:
"Das Hauptargument für die Dunkle Biene war, ist und bleibt der Artenschutz. Wir Menschen erleben zur Zeit auf der ganzen Welt eine Globalisierung, wie es sie noch nicht gegeben hat: die Entfernungen werden immer kleiner, Probleme sind nur weltweit in den Griff zu bekommen, ökonomische und ökologischen Krisen wirken sich ebenfalls weltweit aus. Folgen dieser Globalisierung sind dramatisch: Arten sterben aus, andere breiten sich unnatürlich stark aus, Kulturen (z.B. der Indianer, Tibeter etc.) gehen unter und Sprachen werden ausgelöscht. Die Vielfalt auf dieser Welt nimmt ab!

Das Gegenstück dieser Verarmung heißt BIODIVERSITÄT. Das bedeutet eine größtmögliche Artenvielfalt durch Erhalt der Arten in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet.

Unter dem Gesichtspunkt der Biodiversität ist es auch nicht zu verantworten, in einem Gebiet die heimische Biene (in diesem Fall die Dunkle Biene) durch eine fremdländische Biene (in diesem Fall die Carnica) zu ersetzen.

Neben dem Aspekt des Artenschutzes lassen sich aber noch weitere Gründe für die nachhaltige Wiedereinführung der Dunklen Biene aufführen: dank einer zehntausendjährigen Anpassung der Mellifera an ihre Heimat dürfte sie sich ökologisch optimal hier zurecht finden. Keine andere Biene ist so stark mit dem mitteleuropäischen Klima verbunden wie die Dunkle Biene.

Ihre Robustheit wird von keiner anderen Biene übertroffen. Dies zeigt sich immer nach "schwierigen Jahren", wenn Regen und Kaltlufteinbrüche den Bienen das Leben schwer machen. Dann sind es immer die Dunklen Völker, die am besten durchkommen.

Ein weiteres Argument für die einheimische Biene ist ein moralisch-ethisches. Wer als Freizeit-Imker ein paar Völker am Hause stehen hat, um Honig für sich, seine Familie und die Nachbarschaft zu ernten, braucht keine Carnica- oder anderen Hochzuchtbienen. Als "Öko-Imker" mit einheimischen Bienen in Bio-Holzbeuten erfreut er sich der schönen Natur, so wie es auch schon unsere Vorfahren machten."

Links zu diesem Thema:
www.nordbiene.de Alles über die Dunkle Biene, Website von Kai-M. Engfer
www.geh.de Rassekurzbeschreibung
www.dunklebienen.de Gemeinschaft zur Erhalt der dunklen Biene e.V.
www.apis-mellifera-mellifera.de Website eines Mellifera-Reinzüchters
www.imkerei-baesler.de Alles über Bienen
www.zum.de Körperbau der Insekten am Beispiel der Biene (interaktive Lerneinheit)


Biotop der Jahre 2004/2005 - Die Viehweide

Am 10.11.2003 verkündete das Naturschutz-Zentrum Hessen die Viehweide zum Biotop des Jahres. "Viehweiden sind ein Zivilisationsprodukt, ein Lebensraum, der geprägt wird von der Nutzung durch den Menschen und seine Haustiere. Viele Entwicklungen haben dazu geführt, dass der naturschutzkonformen Weidewirtschaft wieder mehr Augenmerk geschenkt werden sollte: Verbrachung von Grünland auf der einen und Nutzungsintensivierung auf der anderen Seite, "Höfe- und Bauernsterben" sowie mangelndes Vertrauen der Verbraucher in die konventionelle Landwirtschaft. Das Thema ist facettenreich, beinhaltet es doch sowohl ökologische als auch sozio-ökonomische Aspekte."


Baum des Jahres 2004 - Die Weiß-Tanne (Abies alba)

Das Kuratorium Baum des Jahres hat am 16.10.2003 die Weiß-Tanne gewählt: Der höchste Baum (bis 65m) Europas stehe für eine naturgerechte, nachhaltige Waldwirtschaft und zeige besonders die Empfindlichkeit von Bäumen gegenüber Umweltveränderungen durch Menschen. Sie mache Beeinträchtigungen durch Luftschadstoffen besonders deutlich und stehe in einigen Bundesländern auf der Roten Liste. Seinen Namen verdankt die Tanne ihrer auffallend weißgrauen Rinde.

Die Weiß-Tanne kann 500 - 600 Jahre alt werden, wächst in den ersten Jahren jedoch langsam. Sie ist im Alter ein großer Baum mit "storchennestartig" abgeplatteter Krone und aufrecht stehenden Zapfen, die sich im Sommer ausbilden, im Herbst abfallen und im April oder Mai keimen. Am Baum bleiben nur die Zapfenspindel zurück. Die Tannennadeln sind glänzend dunkelgrün.

Etwa 3000 - 2500 v. Chr. soll die Tanne aus den Apenninen nach Mitteleuropa eingewandert sein. Sie braucht mehr Feuchtigkeit, Wärme und tiefe Böden als Fichte oder Kiefer, kann jedoch schwere Böden aufschließen und ihre Wurzeln haben einen geringeren Sauerstoffbedarf.

Sie wächst am besten in Bergmischwäldern aus Buchen und Fichten, hauptsächlich im Schwarzwald, den Vogesen, im Franken- und Bayrischen Wald, im Voralpengebiet, im Vorarlberg und in der Schweiz. Im Erzgebirge, Thüringer Wald und Harz ist sie fast nicht mehr vorhanden. Im Osten findet man sie noch bis Polen, im Südosten im Balkan und den Karpaten.

 

Neben der Buche ist die Weiß-Tanne das zweite Standbein der naturnahen Waldwirtschaft. Neben der Pflege muß ein Wald mit standortgerechten Baumarten versehen und beständig verjüngt werden, indem nur soviel Holz geschlagen wird wie nachwächst. Dabei hat die Tanne eine wichtige Funktion: Die Waldmischung von Bäumen unterschiedlicher Stärke und Größe wird von ihr geschützt. Ihre Pfahl- und Senkwurzeln sorgen dafür, dass sie im Sturm stabil bleibt, und schützen den Boden. Die Weiß-Tanne bietet vielen Insekten, Vögeln und Pilzen Lebensraum. Das Holz der Tanne ist gelblich- bis grauweiß, leicht, weich, elastisch, arbeitet gering, ist harzfrei und gleichmäßig. Es wird u.a. als Bauholz (Dielen, Schindeln, Kisten, Möbel- und Papierindustrie) und für Musikinstrumente (Orgeln, Geigen) verwendet.

Links zu diesem Thema:

www.lwf.bayern.de Wälder im Klimawandel: Weißtanne und Küstentanne
www.bauernhof-bayerischer-wald.de Wissenswertes zur Tanne
www.gebirgswald.ch Fachstelle für Gebirgswaldpflege
www.altmuehltal.de Waldlehrpfad "Auwäldchen" in Eichstätt im Naturpark Altmühltal


Orchidee des Jahres 2004 - Grüne Hohlzunge
Coeloglossum viride (L.) Hartman

Die AHO, Arbeitskreise Heimischer Orchideen, wählte für 2004 die Grüne Hohlzunge (Frog Orchid) zur Orchidee des Jahres. In Niedersachsen ist sie bereits ausgestorben, in den anderen Bundesländern mindestens stark gefährdet. Am meisten kommt sie hierzulande in den Alpen vor sowie in Biotopstrukturen mit extensiver Wiesennutzung (kurzer lückenhafter Rasen) wie z.B. in den Mittelgebirgen. Vereinzelt findet man sie auch im Flachland.

Grüne Hohlzunge; Copyright Robert Flogaus-Faust

Die meist grünliche "Frosch-Orchidee" ist eine kräftige kleine (max. 30 cm) Pflanze mit Laubblättern (oben lanzett-, unten eiförmig) am kahlen Stängel verteilt. Der Blütenstand enthält bis zu 30 grünlichgelben, grünen oder rostbraunen Blüten. Der Name "Hohlzunge" rührt von einer bis zu 10 mm langen, zungenförmig heraushängenden Lippe her. Der honigartige Blütenduft lockt Käfer, Bienen und Wespen an. Sie tritt vereinzelt oder in kleinen Gruppen auf und blüht je nach Höhenlage, Standort und klimatischen Bedingungen von Mai bis Juli.

Mit dieser typischen Bergwiesenorchidee soll in erster Linie die Problematik ihres Lebensraums hervorgehoben werden, der durch die Aufgabe traditioneller Nutzung gefährdet ist. Die Grüne Hohlzunge wächst im Gebirge auf Bergwiesen, Zwerkstrauchheiden und Almen auf sauren humosen Böden und im Hügelland auf besonders kalkreichen, flachgründigen Magerrasen. Diese Lebensräume können durch regelmäßiges Abmähen erhalten werden, übermäßige Nutzung und Düngung zerstören sie. Nach längerem Brachliegen sollten sie nicht aufgeforstet, sondern behutsam entbuscht und ausgeharkt werden. Durch Zufuhr von Mineralien, wie Thomasmehl und Holzasche, kann der Boden vor Übersäuerung geschützt werden.

 

Links zu diesem Thema:

www.fh-friedberg.de AHO Thüringen
www.m-klueber.de Die Orchideen der Rhön
plants.usda.gov US Dept.Agric. - National Resources Conservation Service
www.bioimages.org.uk BioImages: The Virtual Field-Guide (UK)
www.planetepassion.eu Orchis grenouille, Coeloglosse vert
www.chez.com Daniel Nardin 2002


Landschaft des Jahres 2003/2004 - das Lebuser Land

Quelle: nfi-bulletin Nr. 19 / Juni 2002:
Die Präsidentenkonferenz der Naturfreunde Internationale (NFI) hat die Region Lebuser Land / Ziemia Lubuska an der deutsch/polnischen Grenze zur Landschaft des Jahres 2003/2004 ausgewählt. Sie wird von der NFI in Zusammenarbeit mit den NaturFreunden Deutschlands, den NaturFreunden Brandenburg und dem PTTK (Polnische Gesellschaft für Tourismus und Landeskunde) veranstaltet.
Mit der Region wird eine historische und grenzüberschreitende Kulturlandschaft im Herzen Europas vorgeschlagen. Die Region ist ökologisch besonders interessant. Viele im europäischen Raum nicht mehr vorhandene bzw. vom Aussterben bedrohte Pflanzen- und Tierarten haben hier Lebens- und Entwicklungsraum gefunden. Die Täler der Warthe und Oder sind Feuchtgebiete und Vogelschutzgebiete von internationaler Bedeutung und für den sanften Tourismus (Wandern, Radfahren) besonders geeignet. Insbesondere in der Perspektive des Beitritts Polens zur EU bietet eine Landschaft des Jahres Lebuser Land die Chance für neue grenzüberschreitende Kooperationen und für die Schaffung und Unterstützung von Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Regionalentwicklung.

Quelle: www.amt-lebus.de:
Lebus ist eine ehemalige Bischofsstadt im Südosten des Landkreises Märkisch Oderland direkt an der Oder, wo eine der längsten Deichlinien Deutschlands verläuft.

Quelle: www.rz.fhtw-berlin.de (Link nicht mehr aktiv):
Der slawische Stamm der Lebuzzi oder Lebuser siedelte sich im 7. Jahrhundert zwischen Spree und Oder an und gründete Orte. "Terra Lubus" wurde erstmals 1194 erwähnt, zuvor war ein Schloß und ein Bistum dieses Namens genannt, das bis ins 13. Jahrhundert in Lebus seinen Mittelpunkt hatte. Das seit dem Mittelalter stets umkämpfte Gebiet erstreckt sich ursprünglich beiderseits der Oder, wurde aber seit frühester Geschichtsschreibung zumeist auf den westlich gelegenen Teil beschränkt, so bereits im Landbuch Karl IV. von 1375. Im Lebuser Land zwischen Oder, Schlaube, Spree, Löcknitz und Stobber finden sich von Nordosten nach Südwesten drei hauptsächliche Landschaftsformen: das Oderbruch zwischen Oder und Alter Oder (Bad Freienwalde - Seelow), das Hochland mit einem Großteil der Märkischen Schweiz bis etwa zur Linie Müncheberg - Heinersdorf - Lebus sowie das südlich gelegene Waldland bis zu Schlaube, Spree und Löcknitz.
Als größte Stadt und geschichtliche Hauptstadt des früheren Lebuser Land machte sich das über 700jährige Fürstenwalde einen Namen.

Quelle: www.lubuskie-info.com (Link nicht mehr aktiv):
Das Lebuser Land (Wojewodschaft Lubuskie) ist bekannt durch seine umfangreichen Wälder, zahlreichen Seen und malerischen Landschaftsparks, den Möglichkeiten Agrar- und städtischer Touristik sowie eine gute Übernachtungs- und Erholungsinfrastruktur. Das Lebuser Land lockt mit seinem Zauber und seiner unberührten Natur in allen Jahreszeiten. Gorzow und Zielona Gora sind nur einige der schön gelegenen Ortschaften mit atemberaubenden Naturlandschaften, wo man neue, sonderbare und oft unbekannte Winkel Polens entdecken kann.

Links zu diesem Thema:

www.brandenburg-info.com Lebus im Lebuser Land
www.amt-lebus.de Geschichte des Lebuser Landes
www.eunop.eu Marschallamt der Wojewodschaft Lubuskie
www.maerkisch-oderland.de Märkisch-Oderland
www.lebuser-land.org Natur und Kultur im Lebuser Land

Wildtier des Jahres 2004 - Der Siebenschläfer
Glis glis

Zum Wildtier des Jahres wurde der Siebenschläfer von der Schutzgemeinschaft Deutsches Wild gekürt. Er hat viele Namen: Schlafmaus, Schlafratz, Rellmaus, Bülmaus, Billes, Greili und gehört u.a. mit dem Gartenschläfer und der Haselmaus zur Familie der Bilche.

Dem kleinen Tier wird so einiges nachgesagt: "Das Wetter am Siebenschläfertag sieben Wochen bleiben mag" oder "Ist der Siebenschläfer nass, regnet's ohne Unterlass". Nach der alten Bauernregel folgen auf Regen am Siebenschläfertag (27. Juni) 7 Schlecht-Wetter-Wochen, obwohl "Siebenschläfer" nichts mit Wetter zu tun hat. Vielmehr soll der Name von den christlichen und verschlafenen 7 Brüdern stammen: Maximiamus, Malchus, Martinianus, Dionysius, Johannes, Serapion und Constantinus. Diese sollen 251 in einer Christenverfolgung vom römischen Kaiser Decius in einer Höhle eingemauert und fast 200 Jahre später an einem 27. Juni schlafend vorgefunden worden sein. In der Meteorologie ist der Siebenschläfer eine statistisch erwiesene Einzigartigkeit des Wetters. Häufig traten Anfang Juli monsunähnliche Vorgänge im mitteleuropäischen Sommer auf, die konstant eine 7-wöchige Regenperiode verursachten. Das Eintrittsdatum verschob sich durch die Kalenderreform vom 27. Juni auf den 7. Juli. Siebenschläfer schlafen ca. 7 Monate: von Oktober bis Mai.

Genehmigung Hans Fürst 31.10.2003

Siebenschläfer gibt es schon seit etwa 64 Millionen Jahren, heute sind sie vom Aussterben bedroht. Die nachtaktiven Tiere sind ca. 16 cm groß und haben einen ca. 13 cm langen buschigen Schwanz, große Fledermausohren und große runde Augen. Sie können perfekt klettern und gut hören, riechen und tasten. Im Römischen Reich galt er als Delikatesse.

Das Nagetier lebt hierzulande in Eichenwäldern und verkriecht sich für seinen 7-Monats-Schlaf in alte Baumhöhlen, in Schuppen, Gartenlauben und Bienenstöcken oder gräbt sich in die Erde ein. Es ernährt sich von Samen, Früchten, Rinden, Knospen, Insekten, Würmern, Schnecken. In seiner Wach-Zeit zieht es seine Jungen auf.

 

Links zu diesem Thema:

www.faunistik.net Glis glis, Siebenschläfer
www.das-tierlexikon.de Bilche, auch: Schläfer, Schlafmäuse
www.glirarium.org Alles über Bilche von Kathrin Passig
www.wildseven.de Alles, was mit der Zahl 7 zu tun hat
www.naturfotografen-online.de Hans Fürst: "... fasziniert von der Vielfältigkeit der Natur"
www.markuskappeler.ch Siebenschläfer: u.a. Nachtaktivitäten, Name, Delikatesse, Verbreitung

Fisch des Jahres 2004 - Der Maifisch (Alosa alosa L.)

Der VDSF, Verband Deutscher Sportfischer, hat für das Jahr 2004 den Maifisch gewählt, der früher in großen Schwärmen vorkam, heute jedoch in vielen deutschen Flüssen als ausgestorben gilt. Nach § 1 der Landesfischereiordnung ist der Maifisch ganzjährig geschont.

Der Wanderfisch, auch Alse, Allis shad (engl.), Grande alose (franz.) genannt, wird im 3. bis 4. Lebensjahr geschlechtsreif und wandert im Frühjahr zum Laichen vom Meer flußaufwärts. Die Weibchen legen über kiesigem bis steinigem Substrat oder Geröll ca. 100.000 bis 200.000 Eier ab und kehren dann wieder zurück ins Meer. Die Eier werden durch die Strömung in Lücken des Untergrunds gespült und entwickeln sich dort. Die Jungfische schlüpfen nach 4-8 Tagen und schwimmen im Herbst auch ins Meer.
Der Maifisch kann bis zu 11 Jahre alt werden, mit 6-10 Jahren ist er laichreif. Er ernährt sich von Plankton, das sie aus dem Wasser filtern. Seine Larven und Jungfische fressen vorwiegend kleine Wirbellose.

Bild: www.echosmouche.com (leider nicht mehr online)
veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung von Jean-Claude Girard

Heimisch ist der Maifisch in den Küstengewässern von Nordeuropa bis Nordafrika. Er ist bis 3 kg schwer und wird ca. 35-70 cm lang. Er hat eine kurze Rückenflosse, seine Oberseite ist bläulichgrün bis grau, die stark abgeflachten Seiten und der Bauch sind weiß mit einem silbrigen Schimmer und Messingglanz. Der Unterkiefer reicht bis an den hinteren Augenrand, unter dem Oberrand des Kiemendeckels ist ein großer schwarzer Fleck, dem oft 1-6 verwaschene kleinere Flecken folgen. Der erste Kiemenbogen trägt 90-130 lange haarfeine Reusendornen, der Innenteil der Schwanzflosse ist mit kleinen Schuppen bedeckt, die Augen haben unbewegliche (= Fett-) Lider.

Nach alten Fischmarktstatistiken wurden in den Niederlanden 1886 269.297 kg Maifisch verkauft. Historisch überliefert ist auch die Beobachtung von großen Laichschwärmen im 19. Jh. in Rhein, Neckar und Main. Um 1930 wurde der Maifisch auf der Höhe von Basel gesichtet. In den 70-er Jahren galt der Schwarmfisch in Baden-Württemberg als verschollen. Bedingt durch starke Verschmutzung der Gewässer, Veränderungen natürlicher Flussläufe und intensiven Fischfang wurden die Bestände im 20. Jh. stark reduziert. Der Bau von Wasserkraftwerken, Wehren, Staudämmen und Schleusen störten die Laichablage erheblich und trugen ebenfalls zur Dezimierung des Fischbestands bei.

Gefordert wird die Anbindung von Altarmen und Auengewässer an die Flusssysteme, Einrichtung von küstennahen Schutzgebieten in der Nordsee. Die Ästuare der großen Flüsse wie Ems, Weser, Elbe, Eider und angrenzende Wattenmeergebiete, die Deutsche Bucht und größere Flussmündungen in der deutschen Ostsee, z.B. Schlei, Trave, Warnow, Oder, Recknitz, und die Wanderwege zu den Laichplätzen u.a. an Oberrhein und Mittel-Elbe sollten ebenfalls mit Schutzgebieten versehen werden.

Links zu diesem Thema:

www.vdsf.de Verband Deutscher Sportfischer e.V.
www.lebendiger-rhein.de NABU: „Lebendiger Rhein – Fluss der tausend Inseln“
www.meeresnaturschutz.de "Meeresnaturschutz", Pilotprojekt Universität Rostock
www.uvm.baden-wuerttemberg.de Ministerium f. Umwelt u. Verkehr Baden-Württemberg
www.umwelt.nrw.de Ministerium f. Umwelt, Naturschutz, Landwirtschaft, Verbraucherschutz
www.rhein-angeln.de Fangbeschränkungen

Pilz des Jahres 2004 - Der Echte Hausschwamm
Serpula lacrymans (Wulfen) Schroet

Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie DGfM hat den Echten Hausschwamm zum Pilz des Jahres 2004 gewählt. Dieser unberechenbare Pilz gehört zu den gefürchtetsten Schädlingen in Gebäuden. Über ihn wurde bereits 1789 berichtet. Bevor er sichtbar wird, hat er Holzwerke bereits stark beschädigt. Dabei handelt es sich bei den Gebäuden nicht nur um schlecht beheizte Fachwerkhäuser, Wald- oder Berghütten, sondern auch um Neubauten mit Wasserstaustellen. Mit dieser Wahl möchte die DGfM auf den gefährlichen und weit verbreiteten Pilz aufmerksam machen.

Foto: Achim Bollmann
veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung der DGfM

Der Hausschwamm sollte nicht mit anderen schädlichen Bauholzpilzen verwechselt werden (siehe: "Links zu diesem Thema": Pilzbestimmung). Pilze sind ein wichtiges Glied in unserem Naturkreislauf: Sie bauen Cellulose ab und bauen andere - sonst nicht abbaubare - Stoffe um. Sie bilden Fruchtkörper unweit von ihrer Nährstoffquelle. Der Hausschwamm kann sich sehr weit (über 10 m) von seiner eigentlichen Quelle entfernen; seine Versorgungsstränge wachsen in Ritzen und Spalten des Mauerwerks. Der Name "Lacrimans" (weinen) rührt daher, dass an manchen Stellen seiner Wassertransportsysteme Guttationstropfen (Wasser) austreten. Bei Buchenholz werden beispielsweise in ca. 18 Wochen 60% des Trockengewichts abgebaut.

Das silbrig-graue bis braune Mycel des Hausschwamms nutzt die kleinsten Ritzen und Löcher, um neue Nährstoffquellen zu finden: Holz, Tapete, Verpackungsmaterial, Bücher, Matratzen, Lebensmittel. Den Befall entdeckt man erst, wenn sich die auffälligen Fruchtkörper gebildet haben. Im jungen Stadium durftet der Hausschwamm nach Champignons, später faulig, nach Schimmelpilz. Seine Sporen sehen wie roter Staub aus, sie können Allergien hervorrufen, die Stränge riechen unangenehm unter dem Mauerputz, es besteht Einsturzgefahr bei Holzbalkendecken und tragenden Holzkonstruktionen. Das befallene Gebäude verliert erheblich an Wert.

Es gibt hierzulande noch keine umweltfreundlichen Mittel zur Bekämpfung des Pilzes und auch nach der Beseitigung ist ein erneuter Befall möglich. In manchen Bundesländern ist er meldepflichtig.

Links zu diesem Thema:

www.bfafh.de Echter Hausschwamm
www.hausschwamminfo.de Informations- und Angebotsseite zu Hausfäulepilzen mit Fotos;
Befall, Oberflächenmycel, Stränge, Fruchtkörper und Pilzbestimmung
www.holzfragen.de Holzfragen

Insekt des Jahres 2004 - Die Hain-Schwebfliege
(Episyrphus balteatus)

Auf der Pressekonferenz vom 12.12.2003 gab die Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft, seit 2008: Julius Kühn Institut, die Wahl des Kuratoriums, dem namhafte Insektenkundler und Vertreter wissenschaftlicher Gesellschaften und Einrichtungen angehören, bekannt. Allgemeine Info der Bundesanstalt: "Mit dem Insekt des Jahres soll auf die weltweit artenreichste Gruppe von Tieren aufmerksam gemacht werden, die allzu oft nur als Schädlinge oder Lästlinge abgetan werden."

Die Hain-Schwebfliege (Quelle: bba)
"Die Hain-Schwebfliege ist das Insekt des Jahres 2004. Das recht häufige Insekt ist bei Landwirten und Förstern als Nützling bekannt, denn eine Schwebfliegenlarve verzehrt bis zur Verpuppung mehrere Hundert Blattläuse. Aufgrund ihrer schwarz-gelben Warnfarbe wird die Hainschwebfliege auf den ersten Blick häufig mit Wespen verwechselt. Sie ist aber völlig ungefährlich und lebt nur von Nektar und Pollen. Gärtner sollten sie mehr schützen als bisher, wünscht sich das Kuratorium „Insekt des Jahres“.

In Deutschland gibt es insgesamt etwa 450 Schwebfliegenarten. Davon leben ein Viertel als Larven von Blattläusen. Die Weibchen suchen ganz typisch für Schwebfliegen nach Blattlauskolonien, indem sie vor der Pflanze schweben, um dann die ein Millimeter langen Eier abzulegen, insgesamt über Tausend.

Aus den weißlichen Eiern schlüpfen die Larven, die sich sofort auf die Suche nach Blattläusen machen. Sie pendeln dabei mit dem Vorderende hin und her. Mit ihren stilettartigen Mundwerkzeugen stechen sie zu und saugen die Läuse aus. Bis zur Verpuppung braucht eine Larve etwa acht bis elf Tage, je nach Temperatur. Den Larven fehlt neben den Beinen auch ein deutlich abgesetzter Kopf. Sie sind weißhäutig und transparent und schimmern weißlich oder grünlich. Man muss schon Glück haben und ein geübtes Auge, um sie auf den Blättern zu erkennen.

Die Hain-Schwebfliegen überwintern als erwachsene Tiere. An milden Wintertagen kommen sie sogar aus ihren Verstecken im Laub oder schützenden Ritzen hervor. Sie tauchen auch mit den ersten Frühjahrsblühern in größerer Zahl auf und sind dann an Winterling, Huflattich, Kornellkirsche und vor allem an Weidenkätzchen zu finden. Diese Tiere sind immer die begatteten Weibchen. Aber in manchem Frühjahr lassen sich kaum Schwebfliegen entdecken, weil der Winter zu hart war.

Ein Teil der Hain-Schwebfliegen wandert wie Zugvögel im Spätsommer nach Süden und vermehrt sich dort. Sie können durchaus 25 Kilometer pro Stunde zurücklegen. Die nächste Generation kommt im Frühjahr wieder zurück.

Die erwachsenen Insekten benötigen Blüten, deren Nektar und Pollen offen dargeboten werden, denn sie haben nur einen kurzen Rüssel. Ringelblumen, Löwenzahn, Pfefferminze, aber auch blühende Petersilie werden von Schwebfliegen gerne aufgesucht. Ein Gärtner, der die Nützlinge fördern möchte, sollte diese Pflanzen im Garten haben."

Auf der Website der bba kann man in einem Flash-Film eine Schwebfliege beobachten und auf gestochen scharfen Fotos die Hain-Schwebfliege bewundern: ein Weibchen, eine frisch geschlüpfte Larve bei der Arbeit, Eier und Puppen.

Unsere Fotos stammen von der Website von Hans-Wilhelm Grömping.

Winterschwebfliege 1 von Hans-Wilhelm Grömping
Winterschwebfliege 2 von Hans-Wilhelm Grömping
Hain-Schwebfliege, Gegürtelte Schwebfliege, Gemeine Winterschwebfliege:
dunkelgrün glänzender Thorax, charakteristische Bindenzeichnung auf dem Hinterleib, 3. und 4. Segment durch schwarze Querlinien geteilt, Gesicht und Beine gelb. Länge 7-12 mm, 4-5 Generationen jährlich, Weibchen legt 280 Eier(weiß, länglich oval, ca. 1mm lang) durchschnittlich, Larven fressen Blattläuse (bis 40 Stück täglich), Maden sind weichhäutig, transparent, bein- und kopflos, häten sich 2x, Imagines saugen Nektar als Energiespender und fressen Pollen zur Ei-Produktion. Heimat: Europa, Asien.

Links zu diesem Thema:

www.jki.de vormals: Biologische Bundesanstalt
www.natur-lexikon.com Fotos von Hans-Wilhelm Grömping, www.naturschule.com
www.umweltbildung-akuth.de Ein "lehrreiches und anschauliches Nachschlagewerk"
www.insektenbox.de Insektenfibel - Steckbriefe
www.fotocommunity.de Tolle Grossaufnahme: Aerodynamik
www.artenschutz.klausroggel.de "Die Schönheit eines Insektes" von Klaus Roggel
www.gardensafari.net Marmelade Fly
www.mybitoftheplanet.com Big hoverfly

Gemüse des Jahres 2004 - Die Körnerbohne

Der Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt VEN hat sich für die Körnerbohne entschieden. Diese Bohne ist immer mehr in Vergessenheit geraten, obwohl es sich um ein nahrhaftes, wohlschmeckendes Gemüse handelt. "Zahlreiche Herkünfte aus Genbanken werden bereits in diesem Jahr von verschiedenen Mitgliedern des VEN vermehrt. Lassen Sie sich 2004 von der Vielfalt überraschen!" Bildlich dargestellt wurden auf der Website der VEN 20 verschiedene Bohnensorten:

Kokosbohne "Sophie" Coco "Sophie" ist eine sehr ertragreiche Trockenbohne mit weißen, runden Kernen. Die jungen Schoten können auch als grüne Bohnen verzehrt werden.
Triumph von Farcy Die fadenlose Filetbohne hat sehr feine Schoten und ist jung zubereitet von ausgezeichnetem Geschmack. Die Bohnen sind dunkelgrün, oft mit einer zarten, blauvioletten Zeichnung, die sich beim Kochen verliert.
Meienbohne Eine robuste Sorte aus dem Schweizer Kanton Aargau, auch für höhere und rauhere Lagen geeignet, wird 2,5 bis 3 m hoch. Blüten rot und weiß, Körnerfarbe weiß und dunkelviolett gesprenkelt.
Wybelsum Suppenbohne mit dünner Samenschale, kaum blähend, sehr hoher Ertrag, Korn groß, beige-hellrosa. Ursprünglich von Dr. Becker, Wybelsum, Ostfriesland
Crochu de Montmagny Phaseolus vulgaris, seltene Trockenbohne, rötlich.
Yin & Yang Diese Kletterbohne erhielt den Namen aufgrund der Ähnlichkeit der Kerne mit dem Yin-Yang-Zeichen, sie wird als Zwiebohne (sowohl Schoten als auch Kerne) genutzt. Vermehrer: Biologische Samengartnerei Zollinger, Schweiz, Vertrieb über www.bio-saatgut.de, Frau Ulla Grall.
Kleine weiße Bohne aus der Touraine (Loiretal) Man erntet die hellgrünen, zarten Kerne mit dem buttrigen, cremigen Fleisch, bevor sie fest werden. Solche Körnerbohnen werden nur noch selten angebaut, zu kaufen gibt es sie nicht. Wer also diese Delikatesse geniessen will, muss sie selbst anbauen.
Brienzer Eine gesunde, ertragreiche Bohne aus dem Berner Oberland. Geerntet wird die grüne, leicht gesprenkelte Hülse, die zart und dabei doch voll im Geschmack ist.
Aiguille Die gelbhülsige Butterbohne (haricot nain beurre) ist eine sehr feine Salatbohne. Die Schoten sollen jung geerntet werden und eignen sich gut zum Einkochen und Einfrieren.
Coronabohne Körnerbohne, italienische Sorte: "Fagioli Corona", sehr dicke weiße Kerne.
Borlotto Beigefarben mit pinselstrichartigen hellbraunen Sprenkel, leicht nierenförmig. Schmackhaft und leicht zu verarbeiten. Wird meistens getrocknet angeboten, da sich die Körner nur im Herbst mühelos aus den trockenen Schoten pulen lassen. Mittelfrüh, bei früher Ernte auch als Frischmarktbohne verwendbar; Hülsen flachoval, ca. 10 - 12 cm lang.
"Tarbais de Castres" Die Körner dieser klassischen Cassoulet-Bohne werden frisch oder getrocknet verwendet. Die Bohne wird nur noch selten angebaut.
Bingo Körner-, Kletterbohne, hellbraune Kerne mit roten bis violetten Sprenkeln. Kerne zum Frischverzehr oder als getrocknete Kerne. Herkunft: Graines Beaumaux, Frankreich.
Schöne von Richigen Die Stangenbohne wurde in den 40-er Jahren nach einem schweren Hagelwetter, das die Bohnensaaten vernichtet hatte, in einem "Trögli" gefunden, als man nach noch vorhandenen Samen suchte. Die dunkelvioletten, fast schwarzen Samen waren Jahre zuvor aus Richigen bei Worb (BE) gekommen. Die Pflanze wird bis 4 m hoch, späte Sorte, keine Fäden, werden nicht spänig. Zweijährige Samen in Kamillentee quellen und in Steinmehl wenden, dann keimen sie besser. Kurze Kochzeit, gute Trockenbohne.
Rote Kidneybohne Typische Indianerbohne, aber langrankend, wird über 2 m hoch, Hülsen grün, Korn dunkelrot, nierenförmig
Painted Lady Eine Feuerbohne (Blumenbohne), traditionsreiche englische Sorte, Zwiebohne, Schoten derb, grün, Kerne hellbraun mit dunkel-violettbrauner Zeichnung, Blüte sehr dekorativ, rot-weiß.
Grüne Kletterbohne Dies ist eine sehr ertragreiche Flageolet-Bohne. Geerntet werden die dicken, hellgrünen Kerne mit zartem Inneren.
Oeil de Perdrix Das " Auge des Rebhuhns" ist eine ertragreiche Trockenbohne mit kastanienfarbenen Kernen.
Trebona Die grünhülsige Stangenbohne eignet sich für frühe Freilandernte. Ihre Hülsen rundoval, sehr lang, von ansprechender Qualität. Unter Glas und im Freiland bringt Trebona Spitzenerträge.
Balise Die fadenlose Filetbohne ist resistent gegen Krankheiten, hat einen guten Geschmack und reift etwas spät. Eignet sich gut zum Einfrieren.

Der WDR berichtete im September 2003 über den Biologen Christian Havenith aus Sinzig, der u.a. alte Bohnensorten, ob Busch-, Feuer-, Puff- oder Wachsbohnen, sammelt, sichert, pflegt und sucht (Artikel: siehe Link).
Trotz der Vielfalt an Bohnensorten sind in den letzten Jahrzehnten viele ursprüngliche Pflanzen verschwunden, entweder durch gentechnische Veränderungen oder dadurch, dass sie nicht mehr angebaut wurden, weil die Nachfrage fehlte. Die alten Bohnensorten waren u.a. nicht leicht anzubauen, nicht maschinell zu ernten oder zu verarbeiten, ließen sich nicht gut lagern.

Die ersten Abbildungen von Bohnen in Deutschland stammen aus dem Jahr 1543. Bis zum 17. Jh. war die Dicke Bohne, auch Sau- (wg. Verwendung als Schweinefutter), Puff-, Pferdebohne genannt, wichtigste Nahrungspflanze Europas. Die alten Sorten sind zwar meistens nicht fadenfrei, aber sie sind aromatischer, haben eine lange Erntezeit und lassen sich gut auspulen. Die Bohnen reifen nicht alle auf einmal, sondern können schubweise mehrfach geerntet werden. Bei Filetbohnen erntet man die jungen Hülsen, bei Palbohnen die frischen, noch weichen und bei Trockenbohnen die reifen Kerne. Alle Bohnen enthalten viele Proteine, Kohlehydrate und Mineralien, auch die getrockneten enthalten viele wertvolle Nährstoffe, sind jedoch weniger vitaminreich als die frischen. Sie schützen u.a. vor Krebs und senken den Cholesterinspiegel. Bohnen gibt es in allen Formen und Farben: sichelförmig ("Kipferl"), nierenförmig, oval, rund, gefleckt, getupft, gestreift, marmoriert, dunkelviolett, rosa, sonnengelb, schwarz, braun, beige, rot, grün, kastanienfarben, sie blühen rot, weiß, lila.

Diverse Bohnensorten, Fotos von Jürgen Klapprott :
Phasaeolus vulgaris nana (Buschbohne), Phasaeolus coccineus (Feuerbohne), Phasaeolus vulgaris (Stangenbohne), Vicia faber (Saubohnen)
Aramis
(haricot filet nain)

Feuerzunge
(Borlotto lingua di fuoco)

Viele der alten Bohnensorten werden nicht mehr oder nicht überall verkauft bzw. dürfen als "Amateursorten" aufgrund von europäischen Vereinbarungen zur Erhaltung von Nutzpflanzensorten nicht zur gewerblichen Nutzung verkauft werden. Verschwunden sind gerade die Sorten, die sich besonders gut für Privatgärten eignen. Wer sich für alte Bohnensorten interessiert, kann sich die Samen über besondere Quellen besorgen, um die Bohne im eigenen Garten zu halten, z.B.:

VEN, der Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt e.V., warnt: "Was nicht mehr angebaut wird, verschwindet!" Deshalb vermehren seine Mitglieder alte Sorten und bieten sie in einer Samenliste, die mittlerweile mehr als 120 Bohnensorten enthält, zum Tausch oder gegen eine Spende an.

Der gemeinnützige Verein Arche Noah (siehe Link) bewahrt unzählige Bohnensorten in seinem Pool: Arche Noah fühlt sich der Erhaltung und Wiederverbreitung gefährdeter Kulturpflanzen verpflichtet. "Sortentausch unter den Mitgliedern dient der Verbreitung alter Kulturpflanzensorten und sichert ihre Erhaltung. Durch ihre gärtnerisch-züchterischen Tätigkeiten schaffen und erhalten Mitglieder Kulturpflanzenvielfalt. Mitglieder geben ihr Wissen und ihre Erfahrungen über ihre Tätigkeiten weiter."

Einige Saatgutbetriebe verkaufen in kleinen Mengen Samen aus Frankreich, wo schon immer auf eine vielseitige Küche Wert gelegt wurde und mehr aromatische alte Sorten angebaut werden.

Mein besonderer Dank gilt Frau Ulla Grall (Bio-Saatgut), die zu einigen Bohnensorten meine Recherche-Ergebnisse freundlicherweise korrigierte und ergänzte. Frau Grall war am 12.12.2003 beim SWR in der Sendereihe "Kaffee oder Tee" zu Gast, Thema: "Körnerbohne".

Links zu diesem Thema:

www.nutzpflanzenvielfalt.de Auf dieser Website des VEN werden die Informationen zur Körnerbohne kontinuierlich ergänzt.
www.wochenzeitung.paulinus.de Christian Havenith: Gemüsesortenprojekt „Rheinland (+) Pfalz“
www.arche-noah.at Ges. zur Erhaltung u. Verbreitung d. Kulturpflanzenvielfalt: u.a. Sortendatenbank Bohnen, der Verein bestimmt auch alte Obstsorten
www.bio-saatgut.de Bio-Saatgut: Sortenlisten
www.gruenertiger.de Auf alte Gemüsesorten zurückgreifen ...
www.wdr.de Servicezeit Mai 2011: Gemüse aus Omas Zeiten: Köksje-Bohnen
www.mein-gartenjahr.de Alles rund um die Bohne

Spinne des Jahres 2004 - Die Grüne Huschspinne
Micrommata virescens (Clerck 1757)

Die Arachnologische Gesellschaft e.V. (AraGes) proklamierte am 09.01.2004 in Berlin die Grüne Huschspinne zur Spinne des Jahres. Dazu schreibt sie (www.arages.de):

"Besonders reizvoll ist die Grüne Huschspinne für Spinneninteressierte aufgrund ihrer prächtigen Färbung. Vorderkörper und Beine sind bei Männchen und Weibchen einheitlich leuchtend grasgrün. Der Hinterkörper der Tiere ist ein hervorragendes Unterscheidungsmerkmal für beide Geschlechter. Das Weibchen besitzt auf seinem grünen Hinterleib einen gelblich abgesetzten grünen Spießfleck. Das Männchen dagegen ist gekennzeichnet durch einen leuchtend roten Längsstreifen, der beiderseits eingefasst ist von gelben Streifen. Die Seiten des Hinterleibs sind wiederum in prachtvollem Rot gefärbt. Die typischen Farben und Merkmale der Grünen Huschspinne stellen sich erst nach der letzten Häutung, der sogenannten Reifehäutung, ein. Die Jungtiere besitzen eine große Farbvariabilität. Es kommen grünliche oder bräunliche Varianten vor, die mit dunkleren Punkten versehen sind, so häufig farblich dem Untergrund gleichen und dadurch gut getarnt sind. Ein weiteres Unterscheidungskriterium ist die Körperlänge, die bei Weibchen 12-15 mm und bei Männchen 7-10 mm beträgt.

Jemand könnte meinen, ein so auffällig gefärbtes Tier müsse leicht im Gelände zu entdecken sein. Doch im natürlichen Umfeld lässt ausgerechnet diese Färbung das Tier beinahe unsichtbar werden. In den unteren Bereichen von besonnten Gebüschen oder im Gräsergewirr wird sie Eins mit den Farben und Strukturen ihrer Umgebung. Dadurch kann sie sich z.B. vor Feinden, wie etwa Vögeln, schützen.

Das Paarungsverhalten der männlichen Tiere ist vorwiegend im April und im Mai zu beobachten. Das Männchen läuft im Zickzack umher, um sich nach kurzer Zeit auf die Hinterbeine zu stellen und tänzelnderweise, kreisend um die eigene Achse, die Umgebung abzutasten. Dieses Ritual wird wiederholt, bis es auf ein Weibchen stößt. Augenblicklich beklopft das Männchen mit den Vorderbeinen den Rücken des weiblichen Tieres. Lässt es das Weibchen zu, beginnt nun die mehrere Stunden dauernde Paarung.
Nach einiger Zeit baut das Weibchen eine geräumige Eikammer aus zusammengesponnenen Blättern, in die es ihre grünen Eier legt. Die Eikammer wird bis zum Schlupf der Jungspinnen bewacht. Auch in den ersten Jugendphasen begleitet das Muttertier noch ihre Jungen.

Die Grüne Huschspinne zählt zu den Riesenkrabbenspinnen (Familie Sparassidae). Sie ist die einzige in Deutschland vorkommende freilebende Art dieser vorwiegend in den Tropen und Subtropen verbreiteten Familie. Eine Ausnahme ist die in Gewächshäusern auch in Deutschland verbreitete Heteropoda venatoria, die zur selben Familie gehört. Im Mittelmeerraum gibt es zwei weitere Micrommata-Arten, die Ligurische Huschspinne M. ligurina und die Hübsche Huschspinne M. formosa.

Die Grüne Huschspinne kommt in Deutschland von der Nordseeküste bis zum Alpenrand vor. Die zur Zeit bekannte Verbreitung deutet auf einen Schwerpunkt in wärmeren Lagen der Mittelgebirge. Fundmeldungen aus ganz Deutschland sind zur Vervollständigung der Verbreitungskarten sehr willkommen.

Micrommata virescens ist tagaktiv und besonders wärmeliebend. Anzutreffen ist diese Art vorwiegend auf extensiv oder nicht bewirtschafteten Feuchtwiesen, auf Lichtungen von Laubwäldern und an sonnigen Waldrändern.
Wie bei vielen Tier- und Pflanzenarten in Deutschland geht ihre Bedrohung von dem Verschwinden geeigneter Lebensräume aus. Vor allem Brachen und Randstreifen sind wichtige Habitate, die von der Grünen Huschspinne besiedelt werden."

Links zu diesem Thema:

www.arages.de Arachnologische Gesellschaft
www.arachnology.org The International Society of Arachnology
nafoku.de Naturfotos heimischer Spinnentiere von Sabine Jelinek
 

 

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