Mörlheim

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Natur des Jahres - 2003

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Hinweis in eigener Sache:
Die Naturseiten von 2001 bis 2006 wurden meiner stillgelegten Duisburger Website www.WedauLink.de entnommen. Für die Veröffentlichung bzw. Nutzung aller fremden Bildmaterialien verfüge ich persönlich über die entsprechenden Genehmigungen, die ich gelegentlich - soweit möglich - wieder erneuern werde.

Bitte beachten:
Alle Bilder stehen unter Copyright. Dies gilt auch für die bisher in Medien (Natur-/Koch-/ sonstige Bücher, Zeitschriften, Magazine, Newsletters, Stadtpläne), bei Behörden und Institutionen im In- und Ausland veröffentlichten Texte und Fotos.

Vogel des Jahres 2003 - der Mauersegler (Apus apus)

NABU und LBV (Landesbund für Vogelschutz) wählten 2003 einen weiteren, in Siedlungsräumen bekannten Vogel, den Mauersegler, um ihn bekannter zu machen und stellvertretend für viele andere Tiere auf die ökologischen Probleme unserer Dörfer und Städte aufmerksam zu machen. Nach der Sanierung bieten alte Häuser genauso wie Neubauten keine Nistmöglichkeiten mehr. Der Mauersegler lebt lang und kehrt immer wieder in die Nähe seines Brutplatzes zurück. Wenn er dort keine Nistplätze mehr vorfindet, verringert sich sein Bestand auf Dauer in den Städten und Dörfern.

   

Mauersegler verbringen fast ihr gesamtes Leben rastlos in der Luft, sie legen als Langstreckenzieher jedes Jahr rund 190.000 Kilometer zurück und sind nicht mit den Schwalben verwandt.

Mehr zum Thema "Mauersegler" finden Sie auf der Website der NABU (Link unter dem Foto anklicken) und hier:

www.mauersegler.com Deutsche Gesellschaft f. Mauersegler e.V.
www.tierundnatur.de Interessante Seite über Tier und Natur
www.naturstimmen.de (Der Mauersegler auf CD) Link nicht mehr aktiv.
www.wildvogelhilfe.org Aufzucht von Mauerseglern
www.mauersegler.klausroggel.de Mauersegler, Fotodokumentation

 


Blume des Jahres 2003 - die Kornrade

Die Kornrade (Agrostemma githago) war früher in ganz Europa auf Getreideäckern und Unkrautgesellschaften heimisch. weitgehend verdrängt worden. Heute ist sie in Mitteleuropa durch die Kultivierung der Getreideäcker immer seltener geworden. Sie kommt aber in Gärten als Zierpflanze vor.
Die ganze Pflanze ist stark giftig, bereits wenige Gramm Samen sind lethal. Im letzten Jahrhundert kam es häufig zu den sogenannten Brotvergiftungen durch Verunreinigungen der Getreidesamen mit Samen der Kornrade.
Das Ackerwildkraut, das zu den Nelkengewächsen (Caryophyllaceae) gehört, hat viele Volksnamen: Kornnelke, Kornrade, Raad, Ratt, Radenbleamer, Klockenblome, Pißpöttken (Rheinisch).


Die einjährige Kornrade wird ca. 30-100 cm hoch und besitzt einen wenig verzweigten Stängel. Die ganze Pflanze ist zottig behaart, die Blätter sind graufilzig und linealisch. Die rötlichen bis purpurfarbenen Blüten (Blütezeit: Juni - Juli) stehen endständig, lang gestielt und einzeln, die Kronblätter sind etwa zwei cm groß. Sie besitzen lange, schmale Kronzipfel und haben einen Durchmesser von 3-5 cm. Die Frucht besteht aus einer vielsamigen Kapsel. Die spindelförmige Hauptwurzel wird bis zu 90 cm lang.

Kornrade
Kornrade
Kornrade
Samen

Links zu diesem Thema:

www.gifte.de Toxikologie in der Notfallmedizin
www-vetpharm.unizh.ch Institut f. Veterinärpharmakologie u. -toxikologie, Zürich
www.liberherbarum.com Der Unvollständige Heilkräuterführer
www.giftpflanzen.com Giftpflanzenkompendium
www.gartenspaziergang.de --> sehr schöne Großaufnahmen
 

Nutztier des Jahres 2003 - Haus- und Hofhunde

Die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. (GEH) hat die typischen und in ihrem Bestand akut bedrohten Haus- und Hofhunderassen zur Gefährdeten Nutztierrasse 2003 gewählt: "Spitze sind spitze und der Deutsche Pinscher steht ihnen in nichts nach!"

Pressemitteilung der GEH: (Zitat Anfang)
Von Spitzen und Pinschern
Spitz pass auf, dürfte wohl in unserem Lebenskreis eines der bekanntesten Gesellschaftsspiele des letzten Jahrhunderts gewesen sein. Heute muss der Spitz mehr denn je aufpassen, ist er doch einer der gefährdetsten Hunderassen in Deutschland mit gerade einmal 11 Zuchttieren, 5 Hündinnen und 6 Rüden beim Großspitz. Etwas besser geht es da noch dem Mittelspitz und dem Deutschen Pinscher, die die Riege der gefährdeten Haus- und Hofhunde vervollständigen.
Der Hund ist der älteste Wegbegleiter des Menschen. Von Beginn seiner Domestikation an, vor etwa 10 000 Jahren stellt er einen wichtigen Partner und Helfer dar. Heute gibt es über 440 bekannte Hunderassen. Die meisten hatten ursprünglich ganz spezifische Aufgaben, für die sie gezüchtet wurde. Diese Aufgaben sind häufig nicht mehr existent, wie z. B. für den Groß- und Mittelspitz als Spezialist für die Bewachung der Weinberge und der Transportgüter.

Spitzartige Haushunde sind die älteste Form des Haushundes in Europa und eine der ältesten Rassen der Welt. Sie waren um die Jahrhundertwende von Petersburg bis Italien hinab weit verbreitet und bis weit in das 20. Jahrhundert hinein waren Spitze vom täglichen Leben auf dem Bauernhof nicht wegzudenken. Sie zeigen keine Neigung zum Streunen und sind als ausgezeichnete Wächter unbestechlich. Der Spitz bewährte sich auch bei der Bewachung der Nutztieren des Hofes, Ratten und Mäuse hingegen werden schonungslos verfolgt.
Der weiße Großspitz war auf Grund seiner eleganten Erscheinung eher in vornehmen und gutbürgerlichen Gesellschaftskreisen und den Küsten der Nord- und Ostsee zu finden. Die schwäbischen Weinbauern hingegen hielten schwarze Großspitze, deren typische Aufgabe es war, die reifen Trauben in den Weinbergen vor vier- und zweibeinigen Dieben zu schützen und die daher als Weinbergspitz bekannt waren.
Der Mittelspitz stellt in der Größe von über 25 cm bis 40 cm Rückenhöhe wohl den häufigsten Vertreter in früheren Jahrhunderten dar. Er war bei Handwerkern, Fuhrleuten, Kleinbauern und beim einfachen Volk vor allem als Wachhund verbreitet. Als Zuchttiere sind beim Mittelspitz etwa 25 Hündinnen und 12 Rüden erfasst.
Heute sind Groß- und Mittelspitze ausgesprochene Haus- und Familienhunde und ideale Wächter für Haus und Hof. Ohne aggressiv zu sein teilt der Spitz jede mögliche Gefahr mehr oder weniger lautstark mit. Groß- wie Mittelspitz sind bei langen Wanderungen unermüdliche Begleiter und auch im Hundesport (Agility) begeistert dabei. Sie sind intelligent, gelehrig, lebhaft, geflügelfromm, umgänglich, geduldig mit Kindern, robust und witterungsunempfindlich beschrieben. Das dem Spitz anhaftende Image des "Kläffers" stammt aus der Zeit, in der die Hunde frustriert an der Kette lebten mussten- und die hoffentlich bald nicht nur für Spitze vorbei ist. Spitze sind meist recht langlebig und gelten als wenig krankheitsanfällig.

Über die genaue Herkunft des Deutschen Pinschers weiß man wenig. Bereits seit dem vorletzten Jahrhundert wird darüber gestritten, ob Pinscher und Schnauzer von englischen Terriern abstammen oder umgekehrt. Fest steht jedoch, dass sich die Pinscher seit Beginn der Rassehunde-zucht in Deutschland vor rund 100 Jahren kaum verändert haben. Pinscher wurden gerne zur Vertilgung von Raubzeug (Ratten und Mäuse) gehalten und waren als Stall- und Kutschenhunde um die Jahrhundertwende auf bald jedem Hof anzutreffen. Daher stammen auch Lokalbezeichnungen wie "Stallpinscher" und "Rattler", die zunächst wenig anziehend klingen und doch eigentlich eine Auszeichnung darstellen. Diese mittelgroßen, robusten, wendigen und mutigen Hunde sind in der Lage, mit Ratten fertig zu werden. Streunen durften die Stallhunde nicht.
Größere, rauhaarige Pinscher spielten bei den Fuhrleuten eine wichtige Rolle. Solange der Pinscher auf dem Fuhrwerk saß, konnten die Kutscher ruhig abwesend sein. Es wagte niemand Pferd und Wagen anzurühren. Hier erfüllten Spitz und Pinscher dieselbe Funktion, für die Ausdauer und unermüdliche Wachsamkeit notwendig sind. Beim Deutschen Pinscher sind etwa 40 Hündinnen erfasst.
Pinscher wie Spitze sind selbständige, selbstbewusste Persönlichkeiten. Sie brauchen den Familienanschluß und wollen überall dabei sein. Spitze und Pinscher sind anpassungsfähige, vielseitige und "praktische" Rassen, die zu Unrecht vergessen werden und sicherlich auf zahlreichen Bauernhöfe und in Familien begeistern können.
Im Verein für Deutsche Spitze e.V. und im Pinscher und Schnauzer Klub 1895 e.V. werden diese beiden Rassen seit vielen Jahren züchterisch betreut.

Es ist zu hoffen, dass durch die Ernennung zur Gefährdeten Nutztierrasse für diese typischen Haus- und Hofhunde wieder neues Interesse geweckt werden kann und die bisherigen Erhaltungsmaßnahmen Unterstützung finden werden. (Zitat Ende)

Links zu diesem Thema:

www.g-e-h.de GEH-Geschäftsstelle, Witzenhausen
www.deutsche-spitze.de Verein für Deutsche Spitze, Nürnberg
www.psk-pinscher-schnauzer.de Pinscher Schnauzer

Biotop des Jahres 2002/2003 - der Garten

Der Garten ist auch weiterhin Biotop der Jahre 2002 / 2003. Näheres finden Sie auf den Seiten des Naturschutz-Zentrum Hessen.

Zitat:
Mit dem Garten fiel die Entscheidung bewusst für einen stark vom Menschen geprägten Lebensraum. Gärten sind nicht nur im besiedelten Bereich ein wichtiger Rückzugsraum für Tiere und Pflanzen, auch in ländlichen Bereichen können sie zur Artenvielfalt beitragen. Dabei haben die Initiatoren des Biotops des Jahres absichtlich nicht die Einschränkung auf den Naturgarten gewählt, sondern den Garten in seinen unterschiedlichen Ausprägungen zum Biotop des Jahres erklärt. Dazu zählt der extensiv genutzte Garten mit “Wildnis” -Ecken oder der Nutzgarten genauso wie der Schulgarten oder der Kinder-Garten. Hier kann der einzelne Bürger sein praktisches Engagement für die Natur verwirklichen. Im Garten kann durch Gestaltung oder bestimmte Bewirtschaftungsformen ein Lebensraum für gefährdete Arten geschaffen werden. Das können Artenschutzmassnahmen z.B. für Fledermäuse, Hautflügler, Vögel oder Kleinsäuger sein, aber auch die biologische Bewirtschaftung von Nutzgärten durch den Verzicht auf Biozide. Der Garten bietet die Chance für ca. ein Drittel der Bevölkerung in Deutschland, das über eigene Gartenflächen verfügt, nicht nur über den Schutz der Natur zu reden, sondern auch danach zu handeln. Hier kann Arten- und Biotopschutz verbunden werden mit einer nachhaltigen Bewirtschaftung z.B. durch sinnvollen Einsatz von Regenwasser oder die Kompostierung von Grünabfällen.
Zitat-Ende.


Baum des Jahres 2003 - die Schwarz-Erle

Das Kuratorium Baum des Jahres hat für 2003 die Schwarz-Erle gewählt. Auf der Website www.baum-des-jahres.de finden Sie alles Wissenswerte über sie: Charakteristika, Ökologie, Nutzung/Heilkunde, Mythen/Bräuche, Literaturverweise. Die nachstehenden Inhalte und Fotos stammen von der o.a. Website.

Der Erlkönig

Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?
Es ist der Vater mit seinem Kind;
Er hat den Knaben wohl in dem Arm,
Er fasst ihn sicher, er hält ihn warm.

"Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht?"
"Siehst, Vater du, den Erlkönig nicht?
Den Erlenkönig mit Kron und Schweif?"
"Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif... "

"...die Schwarz-Erle ist eine wertvolle und interessante, aber durch Entwässerungsmaßnahmen und das derzeitige Erlensterben hochgradig bedrohte Baumart, die dringend unserer Aufmerksamkeit und Pflege bedarf. Die Hochwasser sollen uns Warnung sein! ...", stellen Prof. Dr. Andreas Roloff, TU Dresden und Tharandt, Stellv. Vorsitzender des KBJ, fest.
Schwarzerlen-Pflanzungen eignen sich durch ihr dichtes Wurzelwerk, das auch unter die mittlere Grundwasserlinie reicht, zur dauerhaften Uferbefestigung von Bächen und Flüssen.

Die einheimische Laubbaumart (Alnus glutinosa [L]. GAERTN.) hat von Boden bis zur Spitze hin einen auffallend geraden Stamm von max. ca. 1 m Durchmesser. Diese Erle gibt es erst seit 100 - 120 Jahren. Sie wirft die Hälfte ihrer grünen Blätter bereits im Frühsommer ab und blüht sehr früh im Jahr. Im Alter ist ihre Borke sehr schuppig und zerfurcht, daher nennt man sie Schwarz-Erle. Bakterien in den Wurzelanschwellungen versorgen den Baum durch Bindung von Stickstoff aus der Luft mit Nahrung.
Der Baum bietet Lebensraum für über 150 Insektenarten, Dutzenden von Vogelarten und mehr als 70 Großpilzen.

Erlenblatt
Blatt
Borke
Erlenfrucht Erlenknospe
Blüte
Knospe

Orchidee des Jahres 2003 - der Fliegen-Ragwurz

Die Fliegen-Ragwurz (Ophrys insectifera L.) gehört zur Familie der Orchideen und ist eine besonders raffinierte Pflanze. Sie hat einige Strategien entwickelt, um bestäubt zu werden. Sie täuscht den männlichen Grabwespen vor, ein begattungshungriges Weibchen zu sein: ihre Blüte verströmt einen weiblichen Sexuallockstoff. Die Grabwespenmännchen gehen leer aus, denn der Ragwurz hat auch keinen Nektar. Unterbleibt eine Bestäubung, so vermehrt sich die Pflanze durch Knollenteilung.

Aus: monet.fh-friedberg.de:

Die Fliegen-Ragwurz ist eine schlanke Orchidee mit vielen kleineren Einzelblüten an einem bis zu 50 Zentimeter hohen gelblich-grünen Stängel. Der Blütenaufbau ist typisch für Orchideen: 6 Blätter pro Einzelblüte. Besonders auffällig ist eines der Blütenblätter: die Blütenlippe ist längsgezogen, hat ein blaues Mal und eine pelzige Oberfläche. Die restlichen fünf kleineren Blütenblätter sind so angeordnet, dass die Gesamtblüte einem Insekt mit Fühlern ähnelt.

Foto: Jens Klackenberg
linnaeus.nrm.se

Lebensräume für die Fliegen-Ragwurz finden sich im gesamten mittel-europäischen Raum (Kalkmagerrasen, basische, stickstoffarme Böden, Jahresdurchschnitttemperaturen von mind. 6 °C).
Dennoch gehört die Orchidee zu den gefährdeten Pflanzenarten, da ihre Lebensräume durch zunehmende Bebauung und Verbuschung auf Dauer vernichtet werden.
 

Links zu diesem Thema:

www.naturschutzhaus-wiesbaden.de Naturschutzhaus e.V., Wiesbaden
www.bogon-naturfoto.de Klaus Bogon - Tier- und Naturfotografie
www.bioimages.org.uk Bioimages, the virtual field guide
monet.fh-friedberg.de u.a. schöne große Fotos
linnaeus.nrm.se Flugblomster
www.lincstrust.co.uk Fly Orchid
www.orchid-rhoen.de Die Orchideen der Rhön

Landschaft des Jahres 2003/2004 - das Lebuser Land

Quelle: nfi-bulletin Nr. 19 / Juni 2002:
Die Präsidentenkonferenz der Naturfreunde Internationale (NFI) hat die Region Lebuser Land / Ziemia Lubuska an der deutsch/polnischen Grenze zur Landschaft des Jahres 2003/2004 ausgewählt. Sie wird von der NFI in Zusammenarbeit mit den NaturFreunden Deutschlands, den NaturFreunden Brandenburg und dem PTTK (Polnische Gesellschaft für Tourismus und Landeskunde) veranstaltet.
Mit der Region wird eine historische und grenzüberschreitende Kulturlandschaft im Herzen Europas vorgeschlagen. Die Region ist ökologisch besonders interessant. Viele im europäischen Raum nicht mehr vorhandene bzw. vom Aussterben bedrohte Pflanzen- und Tierarten haben hier Lebens- und Entwicklungsraum gefunden. Die Täler der Warthe und Oder sind Feuchtgebiete und Vogelschutzgebiete von internationaler Bedeutung und für den sanften Tourismus (Wandern, Radfahren) besonders geeignet. Insbesondere in der Perspektive des Beitritts Polens zur EU bietet eine Landschaft des Jahres Lebuser Land die Chance für neue grenzüberschreitende Kooperationen und für die Schaffung und Unterstützung von Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Regionalentwicklung.

Quelle: www.amt-lebus.de:
Lebus ist eine ehemalige Bischofsstadt im Südosten des Landkreises Märkisch Oderland direkt an der Oder, wo eine der längsten Deichlinien Deutschlands verläuft.

Quelle: www.rz.fhtw-berlin.de:
Der slawische Stamm der Lebuzzi oder Lebuser siedelte sich im 7. Jahrhundert zwischen Spree und Oder an und gründete Orte. "Terra Lubus" wurde erstmals 1194 erwähnt, zuvor war ein Schloß und ein Bistum dieses Namens genannt, das bis ins 13. Jahrhundert in Lebus seinen Mittelpunkt hatte. Das seit dem Mittelalter stets umkämpfte Gebiet erstreckt sich ursprünglich beiderseits der Oder, wurde aber seit frühester Geschichtsschreibung zumeist auf den westlich gelegenen Teil beschränkt, so bereits im Landbuch Karl IV. von 1375. Im Lebuser Land zwischen Oder, Schlaube, Spree, Löcknitz und Stobber finden sich von Nordosten nach Südwesten drei hauptsächliche Landschaftsformen: das Oderbruch zwischen Oder und Alter Oder (Bad Freienwalde - Seelow), das Hochland mit einem Großteil der Märkischen Schweiz bis etwa zur Linie Müncheberg - Heinersdorf - Lebus sowie das südlich gelegene Waldland bis zu Schlaube, Spree und Löcknitz.
Als größte Stadt und geschichtliche Hauptstadt des früheren Lebuser Land machte sich das über 700jährige Fürstenwalde einen Namen.

Quelle: www.lubuskie-info.com (Link nicht mehr aktiv):
Das Lebuser Land (Wojewodschaft Lubuskie) ist bekannt durch seine umfangreichen Wälder, zahlreichen Seen und malerischen Landschaftsparks, den Möglichkeiten Agrar- und städtischer Touristik sowie eine gute Übernachtungs- und Erholungsinfrastruktur. Das Lebuser Land lockt mit seinem Zauber und seiner unberührten Natur in allen Jahreszeiten. Gorzow und Zielona Gora sind nur einige der schön gelegenen Ortschaften mit atemberaubenden Naturlandschaften, wo man neue, sonderbare und oft unbekannte Winkel Polens entdecken kann.

Links zu diesem Thema:

www.brandenburg-info.com Lebus im Lebuser Land
www.amt-lebus.de Geschichte des Lebuser Landes
www.info-polen.com Wojewodschaft Lubuskie
www.brandenburg-info.com Märkisch-Oderland
www.naturfreunde-brandenburg.de NaturaTrail - Steppenflora im Lebuser Land

Wildtier des Jahres 2003 - der Wolf

Quelle: RP-Online vom 18.11.2002 (Link nicht mehr aktiv):

Der Wolf (Canis lupus) ist dabei, auf natürlichem Weg nach Deutschland zurückzukehren. Um für diese Wiederansiedlung auch in der Öffentlichkeit eine breite Unterstützung zu erreichen, hat die Schutzgemeinschaft Deutsches Wild den Wolf zum "Tier des Jahres 2003" ernannt.

Seit Herbst 2000 lebt wieder ein kleines Rudel Wölfe in der Muskauer Heide in Sachsen. Die Schutzgemeinschaft begrüßte, dass das "Rotkäppchen-Syndrom" vom bösen, menschenfressenden Wolf abgebaut werden konnte.

In Europa ohne Russland leben nach Angaben der Schutzgemeinschaft noch etwa 3.000 Wölfe, die in der EU unter Naturschutz stehen. Sehr viel mehr Tiere leben in Russland, wo demnach jährlich bis zu 40.000 Tiere erlegt werden.

Zukunft hängt von den Jägern ab
Die Zukunft des Wolfes hängt nach Ansicht der Schutzgemeinschaft am stärksten von den Jägern ab, da vor allem Rehe und Rotwild zu seiner Beute gehören. Die Organisation wies darauf hin, dass Untersuchungen in Ländern mit größeren Beständen gezeigt haben, dass Wölfe den Wildbestand nicht ernsthaft gefährden: Sie würden selektiv und bevorzugt schwach, kranke und überalterte Tiere jagen. Die Bevölkerung in Sachsen habe die Existenz des kleinen Wolfsrudels eher begrüßt als abgelehnt. Wegen des dichten Verkehrsnetzes sei es aber eher unwahrscheinlich, dass sich Wölfe in andere Bundesländer ausbreiten.

Am 8. November tauchte im niedersächsischen Hemeln südwestlich von Göttingen ein Wolf auf. Er riss insgesamt sechs Schafe. Woher der Wolf stammt, ist unklar. Die zuständige Landesbehörde entschied, ihn zunächst nur zu beobachten. Eine Gefahr für Menschen sehen Experten nicht.

Das Tier des Jahres wird seit 1992 von der Schutzgemeinschaft Deutsches Wild gewählt. Die Organisation will damit auf die Bedrohung einzelner Tierarten aufmerksam machen.
(Zitat Ende)

Links zu diesem Thema:

www.wolf-kinderclub.de Forstamt Muskauer Heide über die Rückkehr der Wölfe
www.wildnis-wagen.de In Sachsens Wäldern heulen Wölfe
www.woelfe-online.at TV-Tipps
www.wolfsgesellschaft.de Gesellschaft zum Schutz der Wölfe

Fisch des Jahres 2003 - die Barbe

Der Verband Deutscher Sportfischer e.V. hat die Barbe (Barbus barbus L.) zum Fisch des Jahres 2003 gewählt. Diese Fischart - wie schon einige Fische des Jahres bisher - gehört zu den wandernden Fischarten. Sie kommt außer in Skandinavien, Dänemark, Schottland und Irland in fast ganz West- und Mitteleuropa vor.
Weitere Namen: Flußbarbe, Pigge, Schnutenhecht, Barbel (engl.), Barbeau (frz.)

Merkmale:
Das hervorstechendste Merkmal der Barbe ist ihr Schnauzbart aus vier Bartfäden. Der Körper der Barbe ist auffallend muskulös und kräftig. Die Schuppen werden zum Schwanz hin größer. Das Maul ist unterständig. Die Färbung der Barbe wechselt: der Rücken ist grau und die Flanken heller-grünlich oder golden gefärbt. Länge bis etwa 75cm.
www.pechez.com (nicht mehr aktiv)

Lebensweise:
Die Barbe lebt gesellig und hält sich durch ihre ideale Körperform auch in der stärksten Strömung. Als typischer Grundfisch nimmt die Barbe alles, was sie bekommen kann: Sprock, Würmer, Algen, Krebse stehen auf der Speisekarte. Laichzeit Mai-Juni, Bodenlaicher.

Die Barbe ist wie alle anderen Wanderfischarten als gefährdet anzusehen: Nachteilige Veränderungen des Lebensraums durch Stauwerke, fehlende Durchgängigkeit des Flußlaufs als Folge der Sperrwirkung von Wasserkraftanlagen. Die Barbe ist Leitfisch des Mittellaufs unserer Flüsse, vergesellschaftet mit einer entsprechenden typischen Lebensgemeinschaft von Organismen in diesem Lebensraum.
Dieser Mittelabschnitt des Flusses wird daher Barbenregion genannt. In natürlichem Zustand ist diese gekennzeichnet durch klares, rasch fließendes und gut belüftetes Wasser, dessen Abflußmenge gefällebedingt insbesondere bei Hochwasser deutlich erhöht sein kann. Das sind aber auch die idealen Voraussetzungen für die energetische Nutzung des Abflusses vor allem im Mittellauf unserer Flüsse und Ströme.
Die gesellig lebende Barbe zieht zur Laichzeit in großen Schwärmen zu ihren flußaufwärts liegenden Laichgebieten, wo sie Geröll und Kies als Laichunterlage antrifft. Wird der Barbe jedoch der Weg durch Querbauten im Wasser verwehrt, ist ihre Fortpflanzung bei fehlendem Laichsubstrat im gestauten Flußabschnitt gefährdet bzw. unmöglich, ihr Bestand vom Untergang bedroht.

 
www.geocities.com (Link nicht mehr aktiv)
 

 

www.vdsf.de Verband Deutscher Sportfischer e.V.
www.fischundfang.de Zeitschrift Fisch und Fang
www.altmuehltal.de Naturpark Altmühltal
www.jjphoto.dk Fotos von Barben

Der Verband Deutscher Sportfischer und LÖBF Nordrhein-Westfalen


Pilz des Jahres 2003 - Papageigrüner Saftling

Quelle : Deutsche Ges. für Mykologie e.V. -
Seit 1994 wird von der o.a. Deutsche Gesellschaft für Mykologie  jeweils ein "Pilz des Jahres" ausgewählt. Für 2003 ist es der Papageigrüne Saftling, Hygrocybe psittacina.
Zitat (Original: siehe Quelle):

Hygrocybe psittacina
Für den Kochtopf ist er nicht geeignet!
    "Man hat die bunten Saftlinge (Hygrocybe) schon mal die „Orchideen unter den Pilzen“ genannt: Knallrote, rosafarbene, gelbe, violette, braune, graue und weiße Arten gibt es – und eben ihn, den "papageigrünen". Er ist ein exotisch anmutender Pilz mit feucht glänzendem grünem Hut, der im Alter oft ins Gelbliche ausblasst und selten breiter als 5 cm wird; mit gelben Lamellen und einem glatten, tiefgrünen bis ocker-orangefarbenen Stiel, der wie der Hut bei Feuchtigkeit schmierig-schleimig ist.

Wer dem Papageigrünenen Saftling (Hygrocybe psittacina) begegnet, steht in einem ökologisch wertvollen Biotop: Sein Lebensraum sind ungedüngte oder allenfalls extensiv genutzte Wiesen wie Magerrasen, Dünenstandorte, alpine Matten oder auch ungedüngte Zierrasenflächen in Gärten und Parks. Die Pilzflora dieser Lebensgemeinschaften ist überaus reich – und wird empfindlich gestört, sobald die anfälligen Habitate landwirtschaftlicher Intensivnutzung mit Gülle- und Kunstdüngung, Pestizideinsatz und übermäßig häufiger Mahd anheimfallen.
Es ist noch heute unbekannt, warum die meisten Saftlinge bei uns auf Wiesen wachsen, während man sie in anderen Kontinenten oft in Wäldern findet. Auch ein anderes Rätsel bleibt bisher ungelöst: das intime Zusammenleben der Saftlinge mit den Gräsern und Kräutern auf unseren Wiesen. Wem wird es gelingen, die biologischen Zusammenhänge zu entschlüsseln? Es wäre ein großer Schritt auf dem Weg zu einem besseren Verständnis des "Lebensraums Wiese", den jeder zu kennen glaubt, der aber in seiner Komplexität und Vielfalt noch längst nicht alle seine Geheimnisse preisgegeben hat.
Die "‘Deutsche Gesellschaft für Mykologie" hat den Papageigrünen Saftling zum "Pilz des Jahres 2003" gewählt, um auf die starke Bedrohung der Pilze auf Wiesen und Weiden hinzuweisen. Oft wachsen dort neben anderen Saftlingen auch Rötlinge, Erdzungen, Boviste und verschiedene Korallen- und Keulenpilze in erstaunlicher Mannigfaltigkeit. Je artenreicher eine "Saftlingswiese" ist, desto wertvoller ist sie als Überlebensraum für eine faszinierende Lebensgemeinschaft, zu der nicht nur Kräuter, Gräser und Pilze zählen, sondern auch Kriechtiere, Insekten und ungezählte Mikroorganismen im Boden."

Links zu diesem Thema:

www.meb.uni-bonn.de Giftzentrale Uni Bonn
www.vistaverde.de Portal für Umwelt, Natur, Nachhaltigkeit
www.mykoweb.com California Fungi
www.mushroomexpert.com Mushroom expert: Parrot Mushroom
www.pilzgalerie.de Foto

Insekt des Jahres 2003 - die Feldgrille
(Gryllus campestris)

Quelle: Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft Berlin und Braunschweig, heute: Julius-Kühn-Institut
(Veröffentlichung eines Teils der Texte mit freundlicher Genehmigung der BBA Pressestelle) Auf der Seite der BBA finden Sie den gesamten Artikel. Sie können sich das Zirpen der Grille anhören, es als mp3-Datei herunterladen, und sich dort die - ebenfalls herunterladbaren - Bilder betrachten.

Auszug aus der Presse Information der BBA:

Die Feldgrille ist das Insekt des Jahres 2003. Die schwarz gefärbten, bis zu zwei Zentimeter langen Feldgrillen sind vor allem wegen ihrer Musik bekannt. An warmen Sommertagen hat wohl jeder Spaziergänger das Zirpen schon einmal gehört. Die Grillen selbst sind sehr schreckhaft und verstecken sich bei drohender Gefahr sofort. Die Feldgrille gehört zu den Heuschrecken. Im Gegensatz zu vielen der 80 heimischen Heuschreckenarten kann sie nicht fliegen.

Feldgrillen sind sehr wärmebedürftig und bevorzugen daher trockene, schütter bewachsene Böschungen und Hänge. Auch in Feldrainen, Heiden und sogar Äckern halten sie sich auf. Die Männchen zirpen, indem sie die Flügel rasch gegeneinander bewegen, wobei eine glatte Schrillkante über eine Sägeblatt ähnliche Schrillader streift. Vom späten Vormittag bis in die warmen Nachtstunden ist diese Musik bis zu einem Umkreis von 50 Metern zu hören. Die Weibchen hören mit den Ohren auf den beiden Vorderbeinen. Mit jeweils einem großen und kleinen Trommelfell kann das paarungsbereite Weibchen den Partner bis zu zehn Meter Entfernung orten, um ihm dann zielsicher entgegenzulaufen. Daraufhin beginnt das Männchen einen für Menschen kaum hörbaren Werbegesang.

Grillen sind sehr scheu. Schon bei den ersten Annäherungsversuchen hört der Gesang auf. Das Insekt versteckt sich in einem selbst gegrabenen Erdloch und bewacht den Eingang der Höhle. Nähert sich ein konkurrierendes Männchen, entstehen häufig Kämpfe, wobei sich die Tiere beißen und mit den Köpfen zusammenstoßen.

Die Grille ist mit ihrem großkugeligen, schwarzglänzenden Kopf und den langen Fühlern eine imposante Erscheinung. Der Körper und die Flügel erinnern an einen schwarzen, mit feinen Goldsamt besetzten Frack. Wie alle Heuschrecken ähneln die Larven den erwachsenen Tieren, nur haben sie noch keine Flügel.

Das stumme Weibchen ist an seiner Legeröhre zu erkennen. Es legt einige hundert Eier in Haufen zu jeweils 20 bis 40 und hinterlässt sie ohne jegliche Brutpflege. Die nach zwei bis drei Wochen schlüpfenden Larven sind nicht wählerisch. Sie fressen eigentlich alles, auch kleinere Bodentiere, bevorzugen jedoch Blätter und Wurzeln von Gräsern und Kräutern. Sie häuten sich bis zu zehnmal, bevor sie sich für den Winter in selbstgegrabene Erdgänge zurückziehen.

Die Feldgrille ist ein echter, wärmeliebender Europäer, sie kommt aber auch in Nordwest-afrika vor. Im südlichen Deutschland ist sie an vielen Stellen noch häufig zu finden, doch dünnen die Vorkommen schon aus klimatischen Gründen nach Norden hin aus. Hinzu kommen Verluste an Lebensräumen, so dass die Feldgrille inzwischen in vielen Landschaften vom Rückgang betroffen und in manchen Gegenden sogar schon ausgestorben ist.

Dass auch Menschen Grillen haben können, ist altbekannt. Die wechselnden Stimmungen und psychischen Eigenheiten, verwunderlichen Einfälle und Launen werden bei Luther und Goethe mit Grillen bezeichnet. Ein Zusammenhang mit der Feldgrille und der nahe verwandten Hausgrille, dem Heimchen, ist aber nicht erkennbar.

 

       
www.nobodyhere.com
Link nicht mehr aktiv
(Link aus Italien nicht mehr aktiv)
(Link aus Japan nicht mehr aktiv)

 

Links zu diesem Thema:

www.delattinia.de Heuschreckenatlas
www.insektoid.info Insektendatenbank
www.jjphoto.dk Johnny Jensen's Photographic Library
www.philnet.fr Die Feldgrille als Briefmarke aus Bhutan
www.nhg-nuernberg.de Natur-Historische Gesellschaft Nürnberg e.V.
www.mugv.brandenburg.de Rote Listen - Gefährdungs- und andere Kategorien
www.grillons.fr.st Alles über Grillen, auch Speisen

Gemüse des Jahres 2003 - die Kartoffel

Der Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt VEN hat sich für die Kartoffel (Solanum tuberosum L. ssp. tuberosum) als Gemüse des Jahres entschieden. Sie ist eine alte Kulturpflanze aus Südamerika, kam zwar schon um 1570 nach Europa, gewann jedoch erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts an wirtschaftliche Bedeutung.
Die Inkas nannten sie "papas" (= Knollen), in Italien wurden sie wegen ihrer Trüffelähnlichkeit zu "Tarathopholi" bzw. "Taratouphli" und in Deutschland wandelte sich die Bezeichnung zunächst zu "Tartuffeln", "Artuffeln" über "Artoffeln" zu Kartoffeln. Weitere Namen sind: Erdapfel, Erdbirne, Grundbirne, Grumbirn, Batata, Knolle, Knulle, Nudel, Erdschocke, Schocke, Erdkastanie, Erdrübe.
Aus einer seltenen, anfangs wegen ihrer Blüten bewunderten Zierpflanze entwickelte sich ein allgemeines Grundnahrungsmittel. Weitere Verwendung: Schweinemast, Alkoholherstellung, Stärke zur Eindickung, Puddingpulver, Klebstoff, Textil-Appretur, Papierindustrie.

Zitat VEN (Dr. Heidi Lorey/U. Reinhard):
" Die Sortenvielfalt bei der Kartoffel hält sich heutzutage in Grenzen, vor 100 Jahren gab es eine viel größere Formen-Farben- und Geschmacksvielfalt. In Südamerika, in den Vielfaltszentren der Hochanden, reicht die Kultur der Kartoffel zurück bis 2000 vor Christus. Die Kartoffel wird dort noch in großer Vielfalt von Landsorten von den Bauern angebaut. Diese Vielfalt und auch wertvolle Wildarten drohen aber auch durch die Vermarktung von modernen Sorten und den Verlust von Biotopen verloren zu gehen."
Am 27. / 28.09.2003 veranstaltet der VEN den 6. Tag der Kulturpflanze im Maximilianpark in Hamm; dort dreht sich alles um das Gemüse des Jahres 2003. Ein Infoblatt zur KARTOFFEL ist ab Januar 2003 bei VEN erhältlich.

Die Kartoffel gehört zur Familie der Nachtschattengewächse und ist eine bis 1m hohe Staude, die sich durch Ausläuferknollen vermehrt. Sie ist vor allem in ihren oberirdischen Teilen hochgiftig (Solanin).


www.botanikus.de

Artikel aus:
http://www.welt.de
(Zitat Anfang:)
Warum das Frittieren der Kartoffel riskant ist
Drei Forscherteams entschlüsseln die Entstehung von Krebs erregendem Acrylamid in Lebensmitteln
(Von Barbara Witthuhn)
Ottawa/Lausanne - Im April hatten schwedische Wissenschaftler das möglicherweise Krebs erregende Acrylamid in Pommes frites, Chips und Brot entdeckt. Seitdem versuchen Forscher auf der ganzen Welt herauszufinden, unter welchen Bedingungen diese unerwünschte Chemikalie entstehen kann.
Dieses Rätsel scheint nun gelöst zu sein. Verantwortlich ist wahrscheinlich eine chemische Reaktion zwischen dem natürlichen Zucker Glukose und der Aminosäure Asparagin. Das berichten jetzt übereinstimmend verschiedene Forschergruppen aus Kanada, der Schweiz und Großbritannien. Glukose kann aus der in Kartoffeln enthaltenen Stärke gebildet werden. Asparagin wiederum ist in allen Gemüsesorten enthalten, besonders große Mengen jedoch gerade in Kartoffeln und Getreide.
Die Forscher fanden unabhängig voneinander, dass Acrylamid durch die so genannte Maillard-Reaktion gebildet werden kann. Unter großer Hitze reagieren dabei Zucker und Eiweißmoleküle in einer komplexen Abfolge chemischer Prozesse. Die Maillard-Reaktion findet bei allen Back- und Bratvorgängen statt. Sie bewirkt die Bildung von braunen Pigmenten, die dem Gebratenen die appetitliche Farbe geben, und erzeugt Aromastoffe, die zu dem typischen Geschmack und Geruch der Speisen führen.
Die Maillard-Reaktion und damit die Bildung von Acrylamid völlig zu vermeiden, würde also auch Färbung und Geschmack beeinträchtigen, erklärt der an den Studien beteiligte Lebensmittelchemiker Donald Mottram von der Universität Reading. "Nicht zu viel frittierte Nahrung zu sich nehmen", empfiehlt er stattdessen. Da Acrylamid aus natürlichen Nahrungsbestandteilen entstehe, wäre dies derzeit die einzige Möglichkeit, dem zu entgehen. Als viel größeres Risiko als Acrylamid bewertet er ohnehin die anderen Risiken einer fettreichen Ernährung aus der Friteuse: Diabetes, Fettleibigkeit und Herzerkrankungen. Dennoch können mit der neuen Erkenntnis Lebensmittelproduzenten ihre Herstellungsprozesse überprüfen und gegebenenfalls gezielt ändern, um die Entstehung von Acrylamid zu verringern. In Kanada ging bereits die Order vom Gesundheitsministerium Health Canada an alle Lebensmittelhersteller, die Kombination von Asparagin und Glukose bei hohen Temperaturen zu vermeiden und nach alternativen Herstellungsprozessen zu suchen.
Die Diskussion um das Acrylamid in Lebensmitteln brachten schwedische Wissenschaftler dieses Frühjahr in Gang. Mit neuen Analysemethoden fanden sie erstmals die Chemikalie in stärkehaltiger Nahrung, die frittiert oder gebraten worden war, und lösten mit ihrer Entdeckung große Besorgnis aus. Acrylamid hat in Tierversuchen Veränderungen des Erbguts hervorgerufen und auch Krebs erzeugend gewirkt. Bislang ist noch nicht völlig sicher, ob es beim Menschen die gleiche Wirkung zeigt. Sicherheitshalber wurde es jedoch als Erbgut schädigend und Krebs erregend eingestuft.
Bei gekochten Lebensmitteln fanden Forscher bislang übrigens kein Acrylamid. Das heißt auch Entwarnung für alle Spargelfreunde: Spargel, der Namensgeber der Asparaginsäure, kann also weiterhin gefahrlos verzehrt werden, solange er nicht frittiert wird. (Zitat Ende)

Links zu diesem Thema:

www.toffi.net Geschichte der Kartoffel
www.botanikus.de Die Kartoffel: Bestimmungsmerkmale, Vorkommen, Giftstoffe, Anwendung, Name, Geschichte etc.
de.wikipedia.org Kulturgeschichte der Kartoffel
www.gbiu.de Eine tolle Knolle
www.blackstein.de Schöne Pflanzenfotos
www.gartenspaziergang.de Kartoffelblüte und -gedicht (Ringelnatz)
www.vz-nrw.de Acrylamid in Chips und Pommes
www.bmelv.de Grundnahrungsmittel Kartoffel

Spinne des Jahres 2003 - Die Große Zitterspinne

Die Arachnologische Gesellschaft wählte die Große Zitterspinne (Fuesslin, 1775) Pholcus phalangioides zur Spinne des Jahres:
Auszüge aus einem Artikel der AraDet-Autoren Dr. Peter Jäger und Dr. Martin Kreuels:

Die Große Zitterspinne ist ein Kosmopolit, dessen eigentliche Herkunft noch nicht geklärt ist. Jedoch scheint sich die Art in gemäßigten Breiten im Gegensatz zu den Tropen stärker durchgesetzt zu haben.

Allgemeines:
Pholcus phalangioides kommt in Europa vor allem in den südlichen Teilen vor, hat sich von dort nach Norden hin ausgebreitet und ist heute in fast jedem Haus zu finden. Vor allem in Kellern und ruhigen Ecken in der Wohnung ist diese zart anmutende Spinne häufig anzutreffen. Die Art kann bis 3 Jahre alt werden und ist ganzjährig mit geschlechtsreifen Tieren vertreten. Neben der Spinne fallen ihre z.T. großflächigen Netze auf, vor allem, wenn sie verlassen und nach einiger Zeit verstaubt sind.

Zitterspinnen werden häufig mit den ähnlich langbeinigen Weberknechten verwechselt. Letztere besitzen keine Spinndrüsen - damit auch keine Netze - und sind öfter an sonnigen Hauswänden oder im Garten anzutreffen. Neben eher unscheinbaren Unterschieden kann man die Zitterspinnen auch daran erkennen, dass sie im Gegensatz zu einem Weberknecht einen deutlich zweigeteilten Körper besitzen. Neben der hier genannten häufigen "Großen Zitterspinne", gibt es noch einige weitere Arten. Alle Arten lassen sich sicher nur anhand der Geschlechtsorgane unterscheiden.

Der Name der Zitterspinnen geht auf ein interessantes Verhalten zurück. Wird die Spinne in ihrem Netz gestört oder berührt, schwingt sie heftig hin und her. Sie zittert! Dadurch verschwinden die Umrisse der Spinne und der potentielle Räuber wird in der Beutefanghandlung gestört und lässt von der Beute ab.

Aussehen:

Pholcus phalangioides Der Körper der Zitterspinne ist eher klein (0,7-1,0 cm), grauweiß und an einigen Stellen durchsichtig erscheinend. Vorder- und Hinterkörper sind mit einer bräunlichen Zeichnung versehen. Der Hinterleib hat eine zylindrische Form. Im Gegensatz zum Körper können die charakteristischen Beine bis zu 5 cm lang werden. Trotz der imponierenden Beinspannweite sind Zitterspinnen für den Menschen völlig ungefährlich.

Männchen und Weibchen lassen sich im geschlechtsreifen Zustand leicht auseinanderhalten: Die Männchen verfügen an ihren Tastern über große Geschlechtsorgane. Diese trägt die Spinne wie Boxhandschuhe am Kopfende. Den Weibchen hingegen fehlen diese Organe. Sie weisen lediglich dünne, beinartige Taster auf. Weibchen können kurz vor der Eiablage einen großen Hinterleib aufweisen, wobei dieser mit Eiern prall gefüllt ist.

Brutpflege:
Weibliche Zitterspinnen verpacken ca. 20 Eier in einen hauchdünnen Seidenkokon und tragen diesen in ihren Fängen mit sich herum. Wenn die Jungspinnen schlüpfen, verbleiben sie noch einige Zeit in einem Knäuel aus langen Beinen und zarten durchsichtigen Körpern im Kokon. Später weben sie ihr eigenes kleines Fangnetz und sind auf sich selbst gestellt.

Netz und Beutefang:
Die Netze der Zitterspinnen erscheinen unstrukturiert und bestehen aus zahllosen, kreuz und quer gewebten Fäden, die eine Netzdecke bilden. Diese wird durch zahlreiche Haltefäden aufgespannt. In diesem Netz sitzt die Spinne mit dem Bauch nach oben. Die Fangfäden weisen keine Leimtropfen auf wie z.B. die Fangspirale der Kreuzspinne. Wie kann Pholcus trotzdem so erfolgreich Beute machen? Zum einen gibt es sogenannte Schraubfäden, die dem Faden eine zusätzliche Elastizität verleihen und bei Berührung wie Fußangeln wirken. Zum anderen schießt die Spinne blitzschnell zu einem Beutetier und wickelt es mithilfe ihren langen Hinterbeinen ein, indem sie Fäden aus den Spinnwarzen herauszieht und diese über die Beute wirft. Im nächsten Schritt wird die Beute ein Stück weit herangezogen und in Rotation versetzt und dabei weiter eingesponnen.
Von Pholcus phalangioides ist auch bekannt, dass Individuen in Netze anderer Spinnen eindringen, um die Bewohnerin zu töten. Dies ist aber sicher die Ausnahme von der Regel.

Die Große Zitterspinne ist ein Mitbewohner in unseren Häusern, der nicht nur ungefährlich, sondern im Gegenteil sehr nützlich ist beim Vertilgen von lästigen Insekten. Überdies lassen sich interessante Verhaltensweisen direkt vor bzw. hinter unserer Haustür beobachten. Zitterspinnen eigenen sich außerdem als Terrarientiere, wo sie nicht nur Kindern zur Anschauung dienen können.

Literaturliste: siehe AraDet.

Die Initiatoren:
( Zitat:) "Die Arachnologische Gesellschaft e.V (AraGes) ist ein Zusammenschluß aller deutschsprachigen Arachnologen, die sich auf wissenschaftlicher Basis mit Spinnentieren (excl. Milben und Vogelspinnenzucht) beschäftigen. Ziel dieser Vereinigung ist es, die in Mitteleuropa vorkommenden Spinnentiere (Webspinnen, Weberknechte, Pseudoskorpione, Skorpione und Palpigradi) zu erforschen sowie diese Aktivitäten inhaltlich zu fördern und zu unterstützen. ... Die AraGes gliedert sich in ... Teilverbände, ... Informationsstellen, die über Projekte informieren oder Kontakte interessierter Laien zu Arachnologen herstellen."
Im Vorstand der norddt. Arachnologen und der AraGes arbeitet die AraDet ("Office for Arachnological Determinations") in Münster mit, in der Wissenschaft, Bildung und Wirtschaft vereinigt werden. Sie erstellt die Rote Liste der gefährdeten Webspinnen in NRW und führt die NRW-Spinnendatenbank.

Links zu diesem Thema:

www.arages.de Arachnologische Gesellschaft
www.araneae.unibe.ch Europäische Spinnen
www.arachnology.org The International Society of Arachnology
www.xs4all.nl Araneae, Spiders of North-West Europe
www.fotoinsekt.de Hervorragende Fotos
www.bioimages.org.uk Großaufnahmen, alle Perspektiven in Detail

 

© 2011 - Victoria Ouw-Welkerling