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Natur des Jahres - 2002

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Hinweis in eigener Sache:
Die Naturseiten von 2001 bis 2006 wurden meiner stillgelegten Duisburger Website www.WedauLink.de entnommen. Für die Veröffentlichung bzw. Nutzung aller fremden Bildmaterialien verfüge ich persönlich über die entsprechenden Genehmigungen, die ich gelegentlich - soweit möglich - wieder erneuern werde.

Bitte beachten:
Alle Bilder stehen unter Copyright. Dies gilt auch für die bisher in Medien (Natur-/Koch-/ sonstige Bücher, Zeitschriften, Magazine, Newsletters, Stadtpläne), bei Behörden und Institutionen im In- und Ausland veröffentlichten Texte und Fotos.

Vogel des Jahres 2002

NABU und LBV haben für 2002 den Haussperling (Passer domesticus) gewählt, den es seit mehr als 10.000 Jahren gibt. Der Spatz ist ein Singvogel aus der Gruppe der Sperlinge, zu der weltweit 36 Arten gehören. Feldsperling und Schneefink sind seine einzigen beiden in Deutschland lebende Verwandte. Früher in Massen erschienen, ist er bereits an vielen Orten u.a. aufgrund von Nahrungsmangel, fehlenden Nistplätzen sowie der Versiegelung von Flächen durch Baumaßnahmen verschwunden. Seine ursprüngliche Heimat: Afrika und Südasien.

Spatz, Männchen und Weibchen     Der Haussperling (links: Männchen, rechts: Weibchen) ist eigentlich Vegetarier und liebt Körner und Samen, in den Städten ist er zum Allesfresser geworden. Die Aufgabe von Kleintier- und Pferdehaltung, saubere Dreschmethoden und artenarme Gärten führten zu Nahrungsmangel und die Versiegelung der Landschaft zerstörte Möglichkeiten für Staubbäder.

Spatzen bauen ab April ihre Nester gern in Nischen und unter Dächern von Gebäuden oder in Baumhöhlen. In den ersten Tagen werden die 4-6 Jungvögel nur mit Raupen und anderen Tieren gefüttert.
Durch Fassadenbegrünung, Verzicht auf Gifte im Garten, Einpflanzen von heimischen Gewächsen kann man versuchen, dem Spatz wieder Lebensraum zu schaffen.

Schöne Spatzenbilder gibt es hier :

www.delpho.de


Blume des Jahres 2002

Die Stiftung Naturschutz Hamburg entschied sich für das Hainveilchen (Viola riviniana), verwandt mit dem Gartenstiefmütterchen.

viola 4 viola 3
    Durch die Zerstörung seines Lebensraumes ist das Überleben des bescheidenen Hain- oder Rivinus-Veilchens bedroht. Haine dienten früher dem Windschutz und der Feldbegrenzung. Sie wurden regelmäßig beschnitten und man verwendete ihre Zweige als Feuerholz. Wallhecken (norddt. "Knicks") sind z.B. typisch für die schleswig-holsteinische Landschaft. Die aus den Feldern aufgesammelten Steine wurden zu Wällen aufgebaut und mit Busch- und Baumreihen bepflanzt.

Das Hain-Veilchen lebt an halbschattigen Standorten im Unterholz von Hecken und an Waldrändern. Es wird max. 20-30cm hoch und hat 5 blauviolett gefärbte Blütenblätter. In der Blütezeit von Mitte April bis Juni wird es von Bienen, Schwebfliegen und Schmetterlingen bestäubt. In Deutschland gibt es ca. 30 verschiedene Veilchen-Arten.
Infos über Veilchen und Fotos gibt es u.a. auch hier.


Nutztier des Jahres 2002

Das Angler Rind wurde im Oktober von der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdetere Haustierrassen e.V. (GEH) zur "Gefährdeten Nutztierrasse" des Jahres erklärt. Es ist eine der vielen Rassen auf der Roten Liste gefährdeter Haustiere, die zunehmend von Hochleistungstieren verdrängt werden. Die GEH wird das Angler Rind auf der Grünen Woche in Berlin vorstellen.

Angler Rind

Die Halbinsel Angeln im Nordosten Schleswig-Holsteins gab dem Tier den Namen. Bereits im 17. Jahrhundert wurde das Angler Rind in Schriften erwähnt. Damals gab es noch Rinder, die sich in Größe und Farbe unterschieden. 1879 wurde der Angler Viehzuchtverein gegründet und ein Herdbuch eingeführt. Die Angler waren früher in ihrer Milchleistung unübertroffen und daher sehr beliebt. Heute machen sie nur ca. 0,5% des Rinderbestands in Deutschland aus.

Aufgrund ihrer Vorzüge war die Rasse immer wieder mit anderen gekreuzt worden. Von dem ursprünglichen Stamm leben heute vermutlich nur noch ca. 80 Tiere verstreut in kleinen Gruppen. Eine weitere Verkreuzung soll vermieden werden und das alte Erbgut durch gezielte Züchtungen erhalten bleiben.
Das Fell der (mit ursprünglich ca. 300 kg) zierlichen Rinder ist mit Ausnahme der weißen Schwanzspitze einheitlich rot. Angler Rinder zeichnen sich aus durch eine hohe Mastleistung und Fleischqualität (zartes Fleisch durch geringen Bindegewebsanteil, gutes Safthaltevermögen und Geschmack). Ihre Milch ist nach wie vor reich an Fett und Eiweiß, sie brauchen kein Kraftfutter, sind robust ( harte Klauen, anpassungsfähig an extreme Klimaverhältnisse), kalben früher und häufiger. Die letzte Herde der alten Zuchtrichtung soll auf dem "Buschberghof", Dorfstr. 7, 21493 Fuhlenhagen, Tel. 04156/7132, leben.


Baum des Jahres 2002

Der Wacholder (Juniperus communis) als Symbol der Heidelandschaft wurde am 11.10.2001 vom Kuratorium Baum des Jahres (KBJ) gewählt. Der immergrüne Baum kann bis zu 2000 Jahre alt und bis zu 12 m hoch werden. Er wächst sehr langsam und braucht zum Wachsen Licht. Außer in der Lüneburger Heide findet man ihn u.a. auch in Süddeutschland, z.B. im Altmühltal.

juniper 1 juniper 2

Die dunkelblauen bereiften Früchte werden von Vögeln verbreitet. Aus ihnen werden u.a. Heilmittel, Gewürze und Schnäpse (Steinhäger, Genever, Gin) hergestellt. Das Holz ist riecht angenehm und ist wegen seiner dauerhaften Elastizität gut für Schnitz- und Drechslerarbeiten geeignet.


Orchidee des Jahres 2002

Der "Arbeitskreise Heimische Orchideen Deutschlands" (AHO) hat die Vogel-Nestwurz (Neottia nidus-avis) gewählt. Mit dieser Wahl soll in erster Linie verdeutlicht werden, dass alle heimische Orchideen gefährdet sind, auch wenn Waldorchideen noch relativ weit verbreitet sind.

Nestwurz 6 Nestwurz 1 Nestwurz 3 Nestwurz 8 Nestwurz 9
Fotos: Ulstermuseum, UK, Schweden, (2x unbekannt), Terra Foundation, Ungarn

Dr. Frank ZIMMERMANN, AHO Brandenburg:
Wichtig für den Schutz der Vogel-Nestwurz ist in erster Linie die Erhaltung und Förderung naturnaher Buchenwälder mit möglichst geringer Störung des Oberbodens durch Waldbewirtschaftung. Das gesunde Pilzmyzel dieser Wälder bildet nicht nur die Lebensgrundlage für die Nestwurz, sondern auch für zahlreiche andere Arten der Bodenflora. Die Orchidee des Jahres kann somit auch als Indikator für gesunde Waldbestände gelten, die im Zuge des aktuell proklamierten ökologischen Waldumbaus Ziel aller forstwirtschaftlichen Maßnahmen in Deutschland sein sollten.

Zahlreiche andere Pflanzen- und Tierarten besiedeln gemeinsam mit Orchideen besonders bedrohte Lebensräume wie Trockenrasen, Feuchtwiesen und Moore . Die weitaus meisten heimischen Orchideen kommen in Lebensräumen einer extensiv genutzten Kulturlandschaft vor. Ihre Maximalverbreitung erreichten sie somit, als Schafhaltung und kleinteilige Wiesennutzung zur Futter- und Streugewinnung weit verbreitet waren.
Mit dem Rückgang dieser historischen Nutzungsformen ... werden auch Orchideen immer seltener, einzelne Arten verschwanden innerhalb weniger Jahrzehnte. Die Bestandssituation der Waldorchideen ist oft weniger problematisch, da gerade in den Laubwaldgebieten Mittel- und Süddeutschlands trotz intensiver Forstwirtschaft immer naturnahe Waldbereiche auf Teilflächen erhalten blieben.
Die 20 bis höchstens 40 cm hohen Stängel erscheinen zumeist gruppenweise. Das kriechende, dicht mit zahlreichen fleischigen Wurzeln besetzte Rhizom ähnelt mit etwas Phantasie einem Vogelnest und hat der Pflanze zu ihrem Namen verholfen. ... Die Nestwurz ist eine charakteristische Orchidee schattiger Laubwälder. Dabei liegt der Verbreitungsschwerpunkt in Deutschland in reichen Buchenwäldern, insbesondere im Seggen-Rotbuchenwald (Carici-Fagetum).


Landschaft des Jahres 2001/2002

(Quelle: NFI) Gegründet wurden die Naturfreunde 1895 in Wien. Im Zeitalter des beginnenden Tourismus gelang es dem Verband, naturnahe Freizeit- und Reisemöglichkeiten einer breiteren Bevölkerungsschicht zugänglich zu machen. Zu den Verbandszielen gehörte schon damals, Naturschönheiten kennenzulernen, die Liebe zur Natur zu wecken und Kenntnisse über Natur und Kultur zu vermitteln.
Grundlage der Arbeit der Naturfreunde Internationale ist die Auffassung, daß die Entwicklungschancen des Menschen untrennbar mit dem Schutz der Natur und der Erhaltung der natürlichen Ressourcen verbunden sind. Aufbauend auf ihrer hundertjährigen Tradition, engagieren sich die Naturfreunde heute für die Realisierung einer Nachhaltigen Entwicklung, insbesondere für grenzüberschreitende Umweltschutzlösungen und für einen umwelt- und sozialverträglichen Tourismus.
Mit der alle zwei Jahre deklarierten "Landschaft des Jahres" wurde ein Modell dafür geschaffen, das Anliegen einer nachhaltigen Entwicklung von Regionen in die Praxis umzusetzen. Internationale Umweltkampagnen, wie etwa die Aktion "100.000 Bäume für Europa" oder "Blaue Flüsse für Europa" sollen zur Förderung eines europäischen Umweltbewußtseins beitragen und Mitgliedern die Möglichkeit einräumen, sich aktiv für die Umwelt zu engagieren. Mit 600.000 Mitgliedern zählen die Naturfreunde weltweit zu den größten nichtgewinnorientierten und regierungsunabhängigen Verbänden. Neben Seminaren, und Informationsmaterial bieten sie auch umweltverträgliche Freizeit- und Reisemöglichkeiten für ihre Mitglieder an und sie betreiben über 1.000 Naturfreundehäuser in Europa und Übersee. Die Naturfreunde Internationale (NFI) mit Sitz in Wien ist der Dachverband der nationalen Naturfreundeverbände.

Am 17. Juli 2001 wurde im kleinen französischen Ort Cassel die Region "Das alte Flandern" an der Grenze zwischen Frankreich und Belgien zur "Landschaft des Jahres 2001/2002" proklamiert.

Flandern-Karte

Alle zwei Jahre wählen die Präsidenten der 21 Landesverbände der Naturfreunde Internationale eine grenzüberschreitende und ökologisch wertvolle oder gefährdete Region in Europa zur "Landschaft des Jahres". Das von Jacques Brel viel besungene "flache Land" an der Nordseeküste mit seinen Dünen, Marschen, Poldern, Kanälen und fruchtbaren Hügellandschaften verbindet eine gemeinsame Lebenskultur, die über die oftmals wechselnden Grenzen hinweg sich über Jahrhunderte entwickelt und erhalten hat.

Umwelt und Lebensqualität der Region sind durch viele Entwicklungen bedroht, aber das "alte Flandern" ist auch eine Landschaft mit Zukunft. Zwischen den Dünen und den Belfrieden (Stadttürmen) der Städte, aber auch in den Scheldeniederungen entwickelt sich ein sanfter Natur- und Kulturtourismus, die typischen Produkte der Region werden wieder entdeckt und kultiviert; in vielen Orten und Städten entwickeln sich moderne Dienstleistungsindustrien. Die Naturfreunde wollen mit der Auszeichnung zur Landschaft des Jahres das Bewußtsein für den Wert der noch bestehenden Natur- und Kulturlandschaften besonders im Hinterland der Küste fördern und diesen Prozeß der Umorientierung der Region in Richtung einer nachhaltigen Entwicklung für eine bessere Umwelt und Lebensqualität der Bevölkerung unterstützen.
Die wesentlichen Zukunftsthemen der Region: Schutz der Dünen und Naturschutzgebiete: Vor allem an der Belgischen Küste hat eine starke Verbauung die traditionellen Habitate weitgehend zerstört, die wenigen Dünenlandschaften stehen inzwischen jedoch unter Schutz. Natur und Landschaft des Hinterlandes sind jedoch noch intakt und sollten durch entsprechende Maßnahmen - wie zum Beispiel die Einrichtung und Erweiterung von grenzüberschreitenden "Parc naturels régionaux" für die Zukunft auch gesichert werden.
Die Kultur des Hinterlandes ist ein einmaliger Vorzug dieser Region und sollte durch den Ausbau des Rad- und Wanderwegenetzes verbessert erschlossen werden. In der Region wird die wechselhafte Geschichte Europas "begreiflich" - von der Urbarmachung durch Mönche, über die Trockenlegung der Küstenlandschaften, die Handelszeit des Mittelalters, die Industrialisierung in Europa bis zu den Weltkriegen.
Weitere Informationen und Broschüre über die Landschafts des Jahres: Naturfreunde Internationale.


Wildtier des Jahres 2002

Die Schutzgemeinschaft Deutsches Wild wählte wie bereits 1994 wieder das Rotwild zum Tier des Jahres 2002. Die erneute Wahl erfolgte aufgrund der verschlechterten Situation für das Rotwild seit der Erstwahl sowie wegen des schlechten Images der Tiere als "besonderer Waldschädling".

Rotwild

Rotwild ist in Deutschland angeblich nur auf 15 Prozent der Landesfläche anzutreffen. Der Lebensraum der Tiere ist stark eingeschränkt, ein Austausch zwischen einzelnen Populationen weitgehend unmöglich. Straßen und Siedlungen verhindert das gewohnte Wandern des Rotwildes in den Höhenregionen (z.B. Alpen) zwischen Bergen und Tälern. Die Schutzgemeinschaft setzt sich für eine Vernetzung der Lebensräume der Tiere ein.


Fisch des Jahres 2002

Der Verband Deutscher Sportfischer und LÖBF Nordrhein-Westfalen über den Fisch 2002, die Quappe (Lota lota) :
Der Wanderfisch aus der Dorsch-Familie ist noch vor 100 Jahren in Deutschland recht weit verbreitet gewesen. Das Vorkommen des Raubfisches ist aber inzwischen wegen der Verbauung der Flüsse und der Gewässerverschmutzung stark zurück gegangen.

Foto: Konrad Schmidt, General College and James Ford Bell Museum of National History, University of Minnesota

Die Quappe hat einen langgestreckten Körper (30-60cm, manchmal 80cm) und einen breiten und flachen Kopf. Der Rücken ist braun, gelboliv bis grün. Zusätzlich hat er eine undeutliche, dunkle Marmorierung. Die Flanken sind heller und haben eine gelbliche Färbung. Der Bauch ist weißlich.

Die Quappe ist ein Grundfisch in tiefen Seen und klaren, sauerstoffreichen Fließgewässern mit geringerer Strömungsgeschwindigkeit. Sie ist aber auch imstande, Forellenbäche sowie die Brackwasserbereiche der Ostsee zu besiedeln. Tagsüber hält sich die Quappe in Verstecken auf, um erst bei Einbruch der Dämmerung aktiv zu werden. Sie ernährt sich von kleinen Wirbellosen (Insektenlarven, Muscheln, Schnecken) und von Fischen. Zum Laichen wandern die Fische im Winter flussaufwärts. Der Weg ist ihnen aber oft von Wehren oder Kleinkraftwerken versperrt.

Lota 2 Lota 3

Pilz des Jahres 2002 - Orangefuchsiger Rauhkopf

Quelle : Deutsche Ges. für Mykologie e.V. -
Seit 1994 wird von der o.a. Deutsche Gesellschaft für Mykologie  jeweils ein "Pilz des Jahres" ausgewählt. Für 2002 ist es der Orangefuchsige Rauhkopf, Cortinarius orellanus (Fr.).
Auszugsweise (Original: siehe Quelle):

Cortinarius orellanus (Fr.)

"Er gehört nicht zu den auffälligen Pilzen im Lande und ... kommt auch nicht überall vor. Dennoch sollte ihn jeder kennen, der beim Sammeln von Speisepilzen keine unliebsamen Überraschungen erleben will: Der Orangefuchsige Rauhkopf ... ist einer der gefährlichsten Giftpilze Europas und rangiert auf der Skala der lebensbedrohenden Arten gleichauf mit den gefürchteten Knollenblätterpilzen. ...

Man findet den Orangefuchsigen Rauhkopf vom Spätsommer bis in den Herbst in trockenen Laubwäldern auf sauren Böden, gerne unter Buchen, Hainbuchen und /oder Eichen in wärmebegünstigten Lagen. Sein nächster Verwandter, der ebenfalls giftige Spitzgebuckelte Rauhkopf (Cortinarius rubellus), ist dagegen vor allem in feuchten Moorwäldern mit Kiefern, Fichten und Heidelbeeren zu finden ....
Beide Rauhköpfe sind von unvorsichtigen Pilzsammlern mit dem Hallimasch (Armillaria mellea agg.) oder sogar mit Pfifferlingen (Cantharellus cibarius) verwechselt worden und verursachen in Europa fast jedes Jahr schwere Vergiftungen. Sie enthalten ein Gift, das unter der Bezeichnung "Orellanin" bekannt ist und vor allem die Nieren schädigt. ...
Giftige Pilze sollte man kennen aber nicht zerstören. Die beiden hier geschilderten Arten sind Mykorrhizapilze, das heißt sie leben in Symbiose mit Bäumen und sind dementsprechend wertvolle Bestandteile des Ökosystems Wald. Unabhängig von ihrer kulinarischen Verwertbarkeit werden seltene und bedrohte Arten auf "Roten Listen" zusammengefasst. Zu ihnen gehört auch der Orangefuchsige Rauhkopf, dem wie vielen anderen Mykorrhizapilzen Luftschadstoffe und die zunehmende Überdüngung mit Stickstoff zusetzen."


Insekt des Jahres 2002

Das Kuratorium "Insekt des Jahres" entschied sich für den Zitronenfalter (Gonepteryx rhamni L.), der zwar nicht bedroht, aber doch seltener geworden ist.

Zitronenfalter-Weibchen Zitronenfalter

Fotos: Tagfalter , Leben ist Vielfalt
(Links entfernt, da nicht mehr gültig)

Zitronenfalter breiten ihre Flügel beim Sonnen nicht wie andere Schmetterlinge aus, sondern falten sie zusammen und lassen die Sonne seitlich auf die Flügel scheinen. Das Männchen ist leuchtend gelb und jagt im Frühjahr die blaß weißlichgrün gefärbten Weibchen.

Die Raupen des Schmetterlings leben vorwiegend auf dem Faulbaum und dem Kreuzdorn. Die meisten Tagfalter leben nur sehr kurz, der Zitronenfalter hingegen ca. 9 Monate. Bei hohen Sommertemperaturen suchen sie kühle Stellen auf. Im Herbst verstecken sich die Tiere im Laub, in Grashorsten, in Efeu oder Brombeerhecken und überwintern dort.
Die Bezeichnung "Schmetterling" soll um 1780 aus Sachsen stammen und aus dem Tschechischen "smétana" (ostmitteldeutsch "Schmetten" = Sahne, Milchrahm) entlehnt sein. Die unter seiner Gestalt fliegenden Hexen sollen Rahm und Butter gestohlen haben, daher auch das englische "butterfly".


Gemüse des Jahres 2002

Die Kalebasse:
bottle gourd Lagenaria Cucuzzi - long-club shaped Lagenaria
Quelle:
Prof. James M. Stephens, University of Florida
Horticultural Sciences Department, Cooperative Extension Service, Institute of Food and Agricultural Sciences
Über die Flaschenkürbis (Lagenaria siceraria (Molina)) berichtet die VEN ausführlich auf ihrer Website. Hier einige Auszüge:
"Der Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt (VEN) hat den Flaschenkürbis, auch Kalebasse genannt, zur Kulturpflanze des Jahres gewählt. Es ist die einzige Kürbisart, die vor der Entdeckung Amerikas in Mitteleuropa kultiviert wurde. Der Flaschenkürbis gehört zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt. Ursprünglich wohl aus Afrika stammend, ist er in allen tropischen und subtropischen Gebieten als Kulturpflanze verbreitet und verwildert dort auch leicht. Sehr alte archäologische Nachweise gibt es nicht nur aus Afrika sondern z.B. auch aus Peru (um 6-12.000 vor der Zeitrechnung) und aus Thailand (um 8.000 vor der Zeitrechnung). Die harten, trockenen, wasserundurchlässigen und dabei sehr leichten Fruchtschalen ermöglichen eine weite Verbreitung der Früchte auch ohne menschliche Hilfe: Sie können sehr lange im Meerwasser treiben, ohne dass die Samen ihre Keimfähigkeit einbüßen. Es wird vermutet, dass die Art mehrfach domestiziert wurde. Die Formenmannigfaltigkeit der Früchte und Samen ist ausserordentlich groß. Mit Sicherheit genoss und genießt die Kalebasse in technisch weniger perfekt ausgestatteten Zivilisationen ein höheres Ansehen als bei uns. Junge Früchte, Blätter und Sprosse der bitterstoffarmen oder -freien Sorten können als Gemüse gekocht werden. Das Fruchtfleisch ist weiss, fest und hat einen milden Geschmack. Auch die geschälten Samen sind verwendbar, z.B. als Suppeneinlage. Ausgereifte Schalen werden u.a. als Vorrats- und Schmuckgefäße, Geschirr, Werkzeuge, als Schwimmer für Fischnetze, Musikinstrumente, Tabakdosen und Pfeifen, Weinheber (Österreich und Ungarn) und Vogelnisthöhlen (Nordamerika), -häuser und Grillenkäfige (China) verwendet, man kann Tanzmasken daraus herstellen (Ozeanien) und vieles mehr. Das Aufbringen von Brand- und Schnitzmustern ist sehr beliebt, aber auch das feste Einbinden noch wachsender Früchte führt zu interessanten Schmuck- und Gebrauchsgegenständen. In unseren Breiten ist die medizinische Verwendung weniger bekannt und dass man aus den Samen Öl gewinnen kann."

Spinne des Jahres 2002

Die Arachnologische Gesellschaft wählte die Listspinne Pisaura mirabilis zur Spinne des Jahres:
Auszüge aus einem AraDet-Artikel der Autoren Dr. Peter Jäger und Dr. Martin Kreuels:
" Die Listspinne gehört zur Familie der Raubspinnen (Pisauridae) und ist eine tagaktive Jägerin.

Pisaura mirabilis - Brautgeschenkspinne
Foto: Heiko Bellmann
Weibchen erreichen
11-15 mm, Männchen
10-12 mm Körperlänge.

Nach der letzten Häutung im Juni ist die namensgebende Balz und Paarung zu beobachten. Das Männchen sucht eine Beute (Insekt), welche sorgfältig umsponnen wird. Sie dient im Weiteren als Brautgeschenk, dass dem Weibchen während des Balzrituals angeboten wird. Akzeptiert das Weibchen das Präsent, beginnt sie, daran zu fressen, während das Männchen die Paarung vollzieht. Zweck dieser Handlung ist es, dass das Weibchen durch die Beute abgelenkt wird und somit keine Gefahr für das Männchen während des Geschlechtsaktes darstellt."

Die Initiatoren:
( Zitat:) "Die Arachnologische Gesellschaft e.V (AraGes) ist ein Zusammenschluß aller deutschsprachigen Arachnologen, die sich auf wissenschaftlicher Basis mit Spinnentieren (excl. Milben und Vogelspinnenzucht) beschäftigen. Ziel dieser Vereinigung ist es, die in Mitteleuropa vorkommenden Spinnentiere (Webspinnen, Weberknechte, Pseudoskorpione, Skorpione und Palpigradi) zu erforschen sowie diese Aktivitäten inhaltlich zu fördern und zu unterstützen. ... Die AraGes gliedert sich in ... Teilverbände, ... Informationsstellen, die über Projekte informieren oder Kontakte interessierter Laien zu Arachnologen herstellen."
Im Vorstand der norddt. Arachnologen und der AraGes arbeitet die AraDet ("Office for Arachnological Determinations") in Münster mit, in der Wissenschaft, Bildung und Wirtschaft vereinigt werden. Sie erstellt die Rote Liste der gefährdeten Webspinnen in NRW und führt die NRW-Spinnendatenbank.

Fotos von einheimischen Spinnen aus dem Schwarzwald gibt es hier.

 

© 2011 - Victoria Ouw-Welkerling