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Natur des Jahres - 2001

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Hinweis in eigener Sache:
Die Naturseiten von 2001 bis 2006 wurden meiner stillgelegten Duisburger Website www.WedauLink.de entnommen. Für die Veröffentlichung bzw. Nutzung aller fremden Bildmaterialien verfüge ich persönlich über die entsprechenden Genehmigungen, die ich gelegentlich - soweit möglich - wieder erneuern werde.

Bitte beachten:
Alle Bilder stehen unter Copyright. Dies gilt auch für die bisher in Medien (Natur-/Koch-/ sonstige Bücher, Zeitschriften, Magazine, Newsletters, Stadtpläne), bei Behörden und Institutionen im In- und Ausland veröffentlichten Texte und Fotos.

Tier des Jahres 2001 :

Der Feldhase (gewählt von der Schutzgemeinschaft Deutsches Wild, Organisation zur Erhaltung der freilebenden Tierwelt).

Anlass ist der Rückgang der Hasenbestände in Deutschland, außerdem die Tatsache, dass die Gründe der Verringerung noch weitgehend unbekannt sind. Mümmelmann ist in einigen Regionen noch in ausreichender Zahl anzutreffen. Der Feldhase ist außer in Nordrhein-Westfalen kein Tier der Roten Liste.
    Wildbiologen forschen nach Gründen für den "Hasenschwund": Fruchtbarkeitsstörungen, Umweltchemikalien? Sein Lebensraum verschlechterte sich durch Intensivlandwirtschaft sowie die vielen Füchse in Deutschland. Etwa 120.000 Langohren sterben alljährlich im Straßenverkehr, jedes zehnte gewilderte Tier ist ein Hase.
Kaum ein anderes Tier kommt so häufig in Legenden und Märchen vor wie der Feldhase, um den sich aber auch viele falsche Vorstellungen ranken: Vom Osterhasen bis zu der immer noch verbreiteten Annahme, der Hase sei ein Nagetier. Tatsächlich gehört er zur Ordnung der Hasentiere, die 45 Arten umfasst.

Baum des Jahres 2001

Die Esche wurde vom Kuratorium Baum des Jahres (KBJ) gewählt.

    Sie hat keine spektakulären Blüten, Früchte oder Rinde und zeigt wenig Farbe. Aber: sie hat eine Reihe einmaliger botanischer und ökologischer Besonderheiten zu bieten. Die Esche mit ihrer silbrigen oder aschgrauen Rinde erkennt man am besten im Winter, sie hat samtschwarze, zwiebelspitzige Knospen und ihre stattliche Krone ist grob verzweigt. Ihre Blätter haben eine enorme Reaktionsfähigkeit auf die Lichtverhältnisse. Sie drehen und biegen sich, um das Licht optimal auszunutzen.

Die Esche gehört in die Familie der Ölbaumgewächse - zusammen mit den Sträuchern Flieder, Forsythie und Liguster. Sie wird bis zu 40m hoch mit kugelförmiger Krone und ein Stammdurchmesser bis 2m. Verbreitungsgebiet: ganz Europa und Vorderasien. Das Holz hat eine größere Zug-, Biege- und Schlagfestigkeit als Eichenholz und ist ein Edellaubholz. Wichtigste Verwendung heute: Herstellung von Sportgeräten, Werkzeugstielen, Möbeln (Biegemöbel) und Deckfurnieren.


Blume des Jahres 2001

Ausgewählt wurde der Blutrote Storchschnabel von der Stiftung Naturschutz Hamburg und Stiftung zum Schutze gefährdeter Pflanzen.

    Die Staude gehört zu der Familie der Storchschnabelgewächse (Geraniaceae) und hat einen dicken, weit kriechenden Wurzelstock. Die Stängel sind oft schon vom Grund an gabelig verzweigt, werden 15 bis 50 cm hoch und weisen im Herbst durch Anthozyanbildung eine leuchtend rote Färbung auf. Bleibt ein Insektenbesuch aus, kann eine spontane Selbstbestäubung eintreten. Die Spaltfrüchte mit schnabelartig verlängerten Teilfrüchten springen zur Reifezeit auf und schleudern die Samen weit fort. Der Wurzelstock enthält beträchtliche Anteile von Gerbstoffen und wurde daher früher zum Gerben gebraucht, aber auch blutstillende Mittel hat man aus der Pflanze gewonnen.

Der Gattungsname Geranium bezieht sich auf die Schnabelfrüchte und wurde aus dem Griechischen Geranion, eine Verkleinerung von Geranos (= Kranich) abgeleitet, der korrekte Name Kranichschnabel hat sich jedoch nicht durchgesetzt. Volkstümlich wird die Pflanze in manchen Gegenden Blutröslein, Blutwurzel oder Hühnerwurz genannt. Der Blutrote Storchschnabel wächst auf sonnenexponierten Halbtrockenrasen, in trocken-warmen Laub- und Kiefernwäldern, am häufigsten aber an sonnigen Waldrändern sowie entlang von Waldmantel-Gebüschen. Aus zoologischer Sicht stellen Saum-Biotope eine Besonderheit dar. So zählen solche Obergangsbereiche zwischen Wald oder Gebüschen und offener Kulturlandschaft zu den artenreichsten Lebensstätten, die auch als Vernetzungsstrukturen von besonderem Wert sind. Der Blutrote Storchschnabel ist im größten Teil Europas heimisch. Die Nominierung des Blutrote Storchschnabels zur Pflanze des Jahres 2001 soll auf die ökologische Bedeutung solcher Saumgesellschaften hinweisen.


Fisch des Jahres 2001

Der Verband Deutscher Sportfischer hat den Stör gewählt.

    Der "gemeine" Stör, auch echter oder Atlantischer Stör genannt, gilt in Deutschland seit etwa den 30ern Jahren als verschollen oder gar ausgestorben. Bis ca. in die Mitte des 19. Jahrhundert hinein war diese Fischart ein bedeutender Teil der heimischen Fischfauna. Vereinzelt existieren noch Exemplare in wissenschaftlichen Einrichtungen, insbesondere in Frankreich.

Der Stör wird 2 - 3m lang, in der Literatur werden sogar Rekordlängen von 5 m und bis zu einer Tonne Gewicht genannt. Das Verbreitungsgebiet des Störs reichte von der Ostatlantikküste über Nordskandinavien bis Marokko, es gab ihn im Mittelmeer und im Schwarzen Meer. Seine Laichwanderung führte ihn in Rhein, Elbe und Oder jeweils bis in die Oberläufe. Noch in den zwanziger Jahren wurde ein Stör in der Vechte, ein Nebenfluss der Ems, gefangen. Die Ursachen für sein Verschwinden in Deutschland sind eindeutig. Der Stör wurde Opfer von Flussregulierungen, Gewässerverschmutzungen und Überfischung. Schon im 19. Jahrhundert, als die Störfischerei zum Erliegen kam, wurde erfolglos versucht, den Stör künstlich zu vermehren. Diese Versuche werden auch heute unternommen. Der Verband Deutscher Sportfischer unterstützt die Versuche der "Gesellschaft zur Rettung des Störs (A. sturio L.) e. V.", den Stör vor dem Aussterben zu bewahren und beabsichtigt im Jahr 2001 eine Besatzaktion mit Stören in der Oder durchzuführen, die nahezu ideale Lebensbedingungen für den Stör bietet. Der Stör steht auch stellvertretend für alle aquatischen Lebewesen, deren Lebensraum "Gewässer" durch Eingriffe des Menschen leichtfertig und gedankenlos vernichtet wurden und die für uns fast unwiederbringlich als Bestandteil unseres Ökosystems verloren gegangen sind. Das Beispiel "Stör" zeigt auch, dass trotz moderner Forschung und vielfältiger Bemühungen die Folgen eines einmal eingeleiteten Prozesses, der die Vernichtung einer Tierart auslöste, nicht so einfach umgesetzt und ungeschehen gemacht werden können.


Insekt des Jahres 2001

Die Plattbauch-Segellibelle wurde vom Kuratorium Insekt des Jahres stellvertretend für alle bedrohten, insgesamt 80 Libellenarten in Deutschland gekürt.

    Von Mai bis Juli sieht man sie manchmal an Flußläufen, aber auch an Gartenteichen. Häufig sitzen die hellblau gefärbten Männchen auf Pflanzen und bewachen ihr Revier. Die Weibchen sind gelb gefärbt.

Die Plattbauch-Segellibelle frißt nur Mücken und Fliegen, die sie während des Fluges mit den Beinen ergreift und dann mit ihren kräftigen Mundwerkzeugen zerbeißt. Sie kann hervorragend sehen, denn ihre riesigen Komplexaugen bestehen aus 30.000 Facetten. Libellen sind uralte Tiere. Bereits vor 250 Millionen Jahren lebten die größten Libellen mit 75 cm Flügelspannbreite. Dagegen ist die Plattbauch-Segellibelle mit 7 bis 8 cm klein. Ihr Name beschreibt den wie flach gedrückten Hinterleib, daher heißt sie zoologisch korrekt Libellula depressa. Die durch Wachsausscheidungen der Haut hellblau gefärbten Männchen sind ortstreu, während die Weibchen zeitlebens umherstreifen. Die Eier werden während des Fluges in flache, leicht bewachsene Gewässer abgeworfen. Die Larven leben unter Wasser, vor allem von Insektenlarven und Kleinkrebsen. Den Winter verbringen die Libellenlarven im Schlamm vergraben. Bis zur flugfähigen Libelle brauchen sie 1 - 2 Jahre. Aufgrund ihrer Jugend im Wasser sind die Libellen selten geworden, weil es kaum noch unverbaute Flüsse mit flachen Gewässerteilen gibt, aber man sieht sie noch! Gartenteiche haben sich dabei wahrscheinlich positiv ausgewirkt.


Vogel des Jahres 2001

Zum ersten Mal wurde mit dem Haubentaucher (Naturschutzbund Deutschland (NABU)) ein Wasservogel gewählt, um somit auf die Gefährdung unserer Gewässer und ihrer Bewohner aufmerksam zu machen.

    Der etwa entengroße Haubentaucher, einer der markantesten heimischen Wasservögel, prägt mit seinem prächtigen Federkleid und der charakteristischen Haube aus rotbraunen und schwarzen Federn, seinem auffälligen Balzritual und seinem unverwechselbaren Ruf im Frühjahr die Stimmung an vielen Seen.

Er stellt nur wenige Bedingungen an sein Revier: Der See sollte groß genug sein, mindestens etwa zehn Hektar. Er benötigt Ufer mit geeigneten Nistplätzen, vor allem Schilfgürtel, und ein ausreichendes Nahrungsangebot an kleinen Fischen. Damit kann er ein weites Spektrum von Gewässern besiedeln: Stehende und langsam fließende Gewässer von der Küste bis zu den Voralpenseen, auch künstliche Gewässer wie Talsperren oder Baggerseen. Dort lässt sich der Haubentaucher gut beobachten.

Viele Wasservogelarten weisen heute in Deutschland einigermaßen stabile Populationen auf. Dazu haben die ganzjährige Schonzeit vieler Arten, die Ausweisung von Feuchtgebieten als Schutzgebiete nach deutschem oder internationalem Recht und die Verbesserung der Wasserqualität der meisten Gewässer beigetragen. Dennoch sind einige Arten durch fortschreitenden Lebensraumverlust oder die Nachstellung des Menschen immer noch stark bedroht. Und auch die Freizeitgesellschaft fordert ihren Tribut: "Ein einzelner Surfer reicht aus, um bis zu 90 Prozent der rastenden Wasservögel im Umkreis von einem halben Kilometer zu verscheuchen", betonte NABU-Vize Opitz. Besonders an kleineren Gewässern sei es notwendig, geeignete Brut- und Ruhezonen auszuweisen. "Die wirkungsvollste Maßnahme zum Schutz des Haubentauchers ist die Sicherung geeigneter Lebensräume". Weitere Informationen bietet die 28-seitige Farbbroschüre zum Jahresvogel 2001. Bezug gegen fünf Mark in Briefmarken (inkl. Versand) beim NABU-Infoservice, Postfach 30 10 54, 53190 Bonn.

 

 

© 2011 - Victoria Ouw-Welkerling